Die Heckenlandschaft der Bocage
Als Bocage bezeichnet man ein Gebiet in der Normandie, das aus vielen Feldern, abgegrenzt von Wallhecken, Knicks, kleinen Wegen, Flüssen und Bächen, besteht.
Die Wallhecken waren zum Zweck von Flurgrenzen durch keltische Bauern vor etwa 2.000 Jahren errichtet worden. In diesen zwei Jahrtausenden hatten sich die Wallhecken zu bis zu drei Meter breiten Wällen, im Normalfall jedoch etwa einen Meter breiten und bis zu dreieinhalb Meter hohen Wällen herausgebildet. Diese Wallhecken waren meist von Brombeer- und anderen dornigen Sträuchern, sowie Büschen bewachsen, sodass die Hecken insgesamt bis zu 4,5 Meter an Höhe erlangen konnten.
Sie boten während der alliierten Invasion in der Normandie gute Verteidigungspositionen für die Deutschen. Die Wallhecken befanden sich in Abständen von 100 bis 200 Metern und schränkten das Sicht- und Schussfeld der alliierten Truppen ein. Außerdem stellten die Wallhecken ein nahezu unüberwindbares Hindernis für die alliierten Panzer dar. Auf den Wegen stellten die Deutschen Panzerabwehrgeschütze auf, sodass der alliierte Vormarsch stark verlangsamt wurde. Hinzukam, dass Artilleriebeschuss wegen der Vegetation größtenteils unnütz war, da die Splitter der Granaten in den Hecken steckenblieben und so keinen Schaden anrichteten. Der einzige Vorteil des Bocages für die Alliierten bestand darin, dass die Sherman-Panzer den deutschen Panzerkampfwagen VI Tiger auf die Entfernungen im Bocage erheblicheren Schaden zufügen konnten als in sonstigem Gelände.


Auch sonst bietet die Landschaft der Normandie viel (hier ein paar Impressionen):

