Honsfeld

Der Ort Honsfeld und seine Straßenkreuzung erlangten traurige Berühmtheit.

 

Hier entstanden wohl einige der bekanntesten Bilder der Ardennenoffensive. Die Photos zeigen deutsche Soldaten die sich am Brunnen (Straßenkreuzung „Am Borren“) die Stiefel reinigen. Zu sehen sind aber auch die Körper gefallener amerikanischer Soldaten. Die Leichen wurden einfach liegen gelassen und wurden später von weiteren deutschen Panzern bei der Durchfahrt zermalmt. Ein weiteres Beispiel für den Irrsinn, die Brutalität und Unmenschlichkeit dieser Kämpfe.

Quelle: Unbekannt Quelle: Unbekannt
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Am frühen Morgen des 17. Dezembers erreicht die 1. SS Panzerdivision mit aufgesessenen Fallschirmjägern von Buchholz ( Lanzerath) kommend den belgischen Ort Honsfeld .

 

Zu diesem Zeitpunkt sind noch Amerikaner auf ihren Lastwagen, gepanzerten Fahrzeugen und Jeeps auf dem Rückzug aus Holzheim und den Wäldern vom „Biert“ (zwischen Hünningen und Losheimergraben) .

In den Häusern und besonders im Saal des Ortes, dem damaligen „Erholungs-Camp Maxley“ schliefen noch viele GI’s ahnungslos, da sie den Feind nicht schon hier im Ort erwarteten.

 

Die amerikanische Führung, die von Lanzerath und Buchholz indessen Bescheid bekommen hatte, schickte von Büllingen aus ein Panzerjägerbataillon nach Honsfeld. Aber auch diese Männer waren sich der Schnelligkeit des deutschen Angriffes an diesem Frühmorgen nicht bewusst.

 

Unbemerkt fuhren die deutschen Panzer in der Dunkelheit innerhalb der amerikanischen Kolonnen bis ins Dorfzentrum. Auf der Gegenseite stand die amerikanische Panzerabwehrdivision in Ruhestellung. Es kommt zu einem kurzen heftigen Gefecht.

Gefangene US-Soldaten in Honsfeld (Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia) Gefangene US-Soldaten in Honsfeld (Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia)

 

Besonders im Gemeindesaal des Ortes werden viele Gefangene gemacht; Vor dem Haus „ Spelzen“ werden mehrere Fahrzeuge und Haubitzen erobert. Hier an der Kreuzung „Am Borren“ kommt es auch zu einem kurzen heftigen Gefecht mit den diese wichtige Kreuzung nach Heppenbach und Büllingen verteidigenden Soldaten der 99. US- Division.

 

Viele ahnungslose US- Soldaten werden aus dem Schlaf gerissen und aus den Häusern getrieben, wobei es vermutlich beim Haus Krütz zu einem schlimmen Vorfall kam, als die gesamte Besatzung des Hauses vor der Milchküche erschossen wurde.

 

Aber auch auf der Gegenseite soll es zu schlimmen Vergehen gekommen sein. Als es hell wird, gegen 8 Uhr beginnen heftige Gefechte, die auf beiden Seiten viele Opfer fordern. Überall sitzen amerikanische Scharfschützen. Sie schossen auf alles was sich bewegte. So soll unweit der Kreuzung auch ein Scharfschütze von einem Baum aus auf die Sanitäter geschossen haben, die deutlich zu erkennen waren.

 

Mit diesen Scharfschützen ging man bei Gefangennahme auch gnadenlos um, zwei von ihnen sollen vor der Friedhofsmauer hingerichtet worden sein.

 

 

Das Haus "Spelzen"

Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia

 

 

Bericht eines Zeitzeugen:

Ich war damals 16 Jahre und wurde bei der Evakuierung am 5. Oktober dem damaligen Ortsvorsteher August Fickers, der bei „ Scheffes“ wohnte, als Gehilfe zur Versorgung (Füttern, Melken....) des Viehs zugeteilt. Zu Beginn waren wir nur zu 6 Mann, nach 14 Tagen durften aber einige Erwachsene von Malmedy zurückkommen. Ich wohnte damals bei „Scheffes“. Wir bemerkten beim Beschuss am 16. Dezember zwar, dass die Amerikaner nervös wurden und auch viele Truppenbewegungen, besonders am Abend und in der Nacht zum 17. Dezember. Wir waren aber alle erstaunt und nur wenig erfreut, als wir an jenem Sonntagmorgen die deutschen Panzer und Soldaten in unserem Dorf sahen.

 

Morgens beim Frühstück , als wir den Deutschen Kaffee schütteten ,bekam ich dann eine heftige Diskussion zwischen zwei Soldaten mit. Ein junger SS- Soldat brüstete sich , dass sie bei einem Haus am Dorfausgang die Amis aus den Federn geworfen und an die Wand gestellt hätten. Der andere deutsche Soldat war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden.

 

Am Nachmittag, als die Gefechte sich beruhigten, ging ich dann meinen Stalldienst machen. Zuerst erschrak ich über die Toten, die auf dem Weg beim Borren lagen. Als ich bei Krütz in den Stall wollte , sah ich vor der Milchküche und dem Backes eine Reihe amerikanischer Soldaten liegen. Ich sah , dass es die „ Hausbesetzer“ waren. Ich kannte sie gut, denn an den Vortagen hatten sie mir öfters Schokolade und Süßigkeiten gegeben. Damit bestätigten sich für mich die Aussagen des jungen deutschen Soldaten. Die Soldaten taten mir sehr leid , aber ich hatte Angst ihnen näher zu treten. Beim Beschuss in den nächsten Tagen ist eine Granate in diesen Totenhaufen gefallen. Einer ist bis auf die Dachspitze des Hauses geflogen. Beim Tauwetter ist er später abgerutscht und in der Dachrinne hängen geblieben. Dort hing er bis Ende Januar oder Anfang Februar.

 

 

 

Ein Dankeschön ...

Wir bedanken uns für die Informationen bei den Schülerinnen und Schülern des 5. und 6. Schuljahres der Gemeindeschule Honsfeld und verweisen an dieser Stelle auf die informative Seite der Grundschulen Gemeinde Büllingen sowie den Originalbericht.

 

Ein herzlicher Gruß nach Belgien.