Stavelot

 

 

Die Brücke über die Amel-Ambléve Die Brücke über die Amel-Ambléve

 

 

Am Abend des 17. Dezember erreichten die deutschen Panzertruppen den Ort  Stavelot, bzw. die vor der Stadt liegende Brücke über die Amel-Ambléve. Ein Vorauskommando berichtete von starken Truppenbewegungen in Stavelot und es musste ein Gegenangriff befürchtet werden. Dies veranlasste die deutschen Truppen zu einem Halt in der Nähe der Brücke. Tatsächlich waren die gemeldeten Truppenbewegungen ein im Rückzug begriffener  amerikanischer  Nachschubverband.


Nur ein Zug des 291. US-Sturmpionier-Bataillons war an dieser Stelle für eine Verteidigung der Brücke in Stellung gegangen, hatte Minen gelegt und Straßensperren errichtet.  Gedeckt durch eine MG-Stellung und mit einer Bazooka ausgerüstet, erwarteten die amerikanischen Soldaten die deutsche Panzerspitze.


Die deutschen Truppen setzten sich wieder in Bewegung, als der an der Spitze der Kolonne fahrende Panzer auf eine der ausgelegten Minen fuhr und damit den Weg versperrte. Die deutschen Panzergrenadiere versuchten nun die Brücke in einem Infanterieangriff zu nehmen, was allerdings nicht möglich war. Die deutschen Truppen zogen sich vorerst zurück.


Man wollte die Nacht zu einer Rast nützen und zugleich auf nachfolgende Verstärkung warten. Dies gab den Amerikanern, die sich eigentlich absetzen hatten wollen, die Möglichkeit ihre Stellungen auszubauen und ebenfalls Verstärkung heranzuführen. In der Morgendämmerung wurde die Brücke erneut angegriffen und in schweren Kämpfen unversehrt erobert.


Die deutschen Truppen drangen in Stavelot ein, wurden aber in der Ortsmitte erneut durch starkes Abwehrfeuer gestoppt.  Peiper ließ nun seine Truppen den Ort in westlicher  Richtung umgehen und Richtung des nächsten Zieles Trois-Ponts marschieren. In Stavelot selbst ließ er einen Kampfverband zurück der den Ort feindfrei machen sollte.


 


Marktplatz (Quelle: US National Archives) Marktplatz (Quelle: US National Archives)
(Quelle: US National Archives) (Quelle: US National Archives)
(Quelle: US National Archives) (Quelle: US National Archives)

 

Nach schweren Kämpfen zogen sich die amerikanischen Einheiten aus Stavelot zurück. Im Vorfeld dessen war es seitens der deutschen Soldaten zu mehreren blutigen Vergehen an amerikanischen Soldaten und belgischen Zivilisten gekommen. So wurden am Waldrand, unweit der umkämpften Brücke, acht amerikanische Gefangene erschossen und ein Panzer eröffnete das Feuer auf einer Gruppe von Zivilisten. An anderer Stelle entdeckten die deutschen Soldaten 26 Dorfbewohner die in einem Keller vor den Kämpfen Schutz gesucht hatten. Sie warfen Handgranaten durch die Fenster und befahlen den Überlebenden den Keller zu verlassen. Als sie vor das Gebäude traten wurden sie erschossen.

 


Getöteter deutscher Soldat auf dem Marktplatz von Stavelot (Quelle: US National Archives) Getöteter deutscher Soldat auf dem Marktplatz von Stavelot (Quelle: US National Archives)
Die gleiche Stelle im Mai 2010 Die gleiche Stelle im Mai 2010

 

 

 

Kriegsverbrechen in Stavelot

Opfer in Stavelot (Quelle: US Nationsl Archives) Opfer in Stavelot (Quelle: US Nationsl Archives)

Im Frühjahr und Sommer 1948 fand in Lüttich ein Prozess gegen deutsche Soldaten statt, die am 9. Dezember 1944 u.a. während der Kämpfe um Stavelot als 1. SS-Panzerdivision "Leibstandarte Adolf Hitler" Kriegsverbrechen an belgischen Zivilisten begangen hatten. Im Kern ging es darum, dass Stavelot hart umkämpft war, da sich hier diese wichtige Brücke befand. Der im Laufe des Tages wechselnde, im Prinzip unklare Frontverlauf zwischen Wehrmacht und US-Army, um jeden Hof wurde gekämpft, veranlasste die Deutschen, sowohl von der Straße weg, als auch in Keller geflüchtete Zivilisten zu verhaften und sich ihrer später durch Morde zu entledigen; die Liste der Opfer umfasst 164 Personen. Möglicherweise wollten die deutschen Offiziere verhindern, dass die Zivilisten Standorte an den Gegner hätten verraten können; im übrigen störten die Gefangenen im Tross bei den Kämpfen. Das Verbrechen ist dank der Untersuchung von 1945 gut dokumentiert.