Pfc. Roger Foehringer
Roger Foehringer war der 924. Field Artillery der 99. Div.Service-Batterie zugeteilt. Er war in der Nacht vom 16. Dezember 1944 um 2.00 Uhr in Büllingen (Belgien) auf Wache. Am 17. Dezember 1944 kam ein M8 Spähwagen brüllend aus dem Südosten über das Feld. Der Spähwagen war mit einer Kavallerie-Einheit unterwegs und kam, um sie zu warnen. "Die ganze verdammte Deutsche Armee ist gerade unten auf der Straße!"
Roger Föhringer setzte seinen Wachdienst fort und hielt den Posten. Um 4.00 Uhr ging er zurück ins Haus, um zu schlafen. Um 6.00 Uhr weckte ihn dann ein "Warrant Officer" und sagte ihm und Pfc. Preston Davis, dass sie eine Kiste Granaten rauf zur Straße bringen sollen, wo eine 50cal. von einem ihrer LKW installiert wurde. Allerdings kamen die beiden nicht so weit, da ein Panzer bzw. ein PANTHER über einen kleinen Anstieg der Straße auftauchte und sie überraschte. Foehringer sprang über die Hecke auf der linken Seite und blieb dort im Schnee liegen, während das vordere Maschinengewehr des Panthers auf sie feuerte. Als der Panzer dann endlich an Ihnen vorbeifuhr rannte er zurück zum Haus, um die anderen zu warnen, doch es war bereits zu spät!
Er und ein anderer Private First Class (pfc) fanden eine Panzerfaust und feuerten zweimal auf den Panzer, verfehlten diesen aber und trafen das Haus auf der anderen Seite der Straße. Danach begaben sie sich in den zweiten Stock des Hauses und schossen auf eine Reihe von deutschen Infanteristen, die durch ein verschneites Feld auf sie zukamen. Die Amerikaner waren zu diesem Zeitpunkt bereits umzingelt und so gingen sie in den Keller, in dem sich bereits 3 ihrer Köche versteckten. Die 1. SS-Panzergrenadiere nahmen sie schließlich gefangen, stahlen ihre Uhren, die Taschen usw. und führten sie dann in Richtung Honsfeld (Belgien) ab. Dort ließen sie die Gefangenen über die geschundenen Körper der amerikanischen Soldaten gehen, die vorher überrollt und somit zerschmettert waren!
Roger Foehringer erinnerte sich noch gut an den Brunnen in Honsfeld und an die eingefrorenen Körper der Soldaten, sowohl Deutsche wie auch Amerikaner, die an der Stelle (der anderen Straßenseite am Friedhof) an der sie getötet wurden erstarrt waren. Dies war der Beginn seiner Erfahrungen als Kriegsgefangener (Prisoner of War - POW).
Das Foto zeigt Roger Foehringer, Vater von Roger Föhringer Jr. Das Foto wurde in Chicago gemacht, während er auf Urlaub war, kurz bevor er nach Belgien gesandt wurde. Er war zu dem Zeitpunkt 20 Jahre jung und ein Neuling auf der Xaiver Universität in Cincinnati, Ohio (USA), als er eingezogen wurde. Er geriet mit 21 Jahren am 21. Januar 1945 in Gefangenschaft und wurde im Stammlager 13 C (STALAG XIII C) bei Hammelburg (Deutschland) inhaftiert.
Am Ostersonntag, dem 1. April 1945 gelang ihm gemeinsam mit 4 anderen Gefangenen die Flucht. Sie machten sich in Richtung Front auf und gelangten an die Front, wo sie die 42. Division vor den Toren von Würzburg trafen.
Zum STALAG XIII C kann noch angemerkt werden, dass im März 1945 ein amerikanisches Kommandounternehmen auf Befehl von General Patton erfolglos das Lager Hammelburg angegriffen hat, um Kriegsgefangene zu befreien, unter denen sich auch Pattons Schwiegersohn befand.