Das Konzentrationslager bei Landsberg
Im April 1945 kommt die Easy Company nach Deutschland, wo sie zum ersten Mal mit der deutschen Bevölkerung konfrontiert wird. Doch bei näherer Betrachtung entdecken sie, dass der Feind nicht viel anders ist als sie selbst. Kurz nach Präsident Roosevelts Tod entdeckt eine Sicherheitspatrouille in einem Wald ein verlassenes Konzentrationslager, mit Hunderten völlig ausgemergelten Gefangenen. Sie befreien die Häftlinge und geben ihnen zu essen. Erhalten dann aber die Order, die Überlebenden in das Lager zurückzubringen, damit ihre Bergung aufgezeichnet werden kann.
Im Winter 2007 besuchten wir das Gelände des ehemaligen KZ-Aussenlagers bei Hurlach. Hurlach liegt nur 15 Kilometer von unserer Haustüre entfernt. Heute befindet sich dort eine Kiesgrube aber die traurigen Spuren sind noch immer zu entdecken.
Die schrecklichen Ereignisse werden in Folge 9 der Serie "Warum wir kämpfen" dargestellt.
Im Jahre 1944 wurden um Landsberg und Kaufering 14 sogenannte Außenkommandos für das
Konzentrationslager Dachau errichtet. Dies war zugleich der größte Konzentrationslagerkomplex des Deutschen Reiches.
Im Rahmen des Rüstungsprojekts "Ringeltaube" sollten durch die Häftlinge gigantische halbunterirdische Bunker zur Produktion des Düsenstrahljägers Messerschmitt Me 262 gebaut werden. Von den drei
ursprünglich geplanten Betonbunkern entstand nur einer, die Arbeiten an den beiden anderen wurden bald eingestellt.
Die Außenlager trugen die Bezeichnung Kaufering I bis XI, darüber hinaus gab es das Außenlager Landsberg auf dem Fliegerhorst Penzing.
Als nun Ende April 1945 die alliierten Truppen immer näher an den Landkreis Landsberg heranrücken, beginnt die SS mit der „Evakuierung“ der KZ-Häftlinge. Kein Häftling sollte den Amerikanern
lebend in die Hände fallen.
Die Strapazen, die diese Menschen in den letzten Apriltagen durchlitten, waren schier unerträglich. Häftlinge, die nicht weiter gehen konnten, wurden erschossen oder erschlagen. Was in diesen
Tagen in und um Landsberg herum geschah, war der Beginn dessen, was später als der „Dachauer Todesmarsch" in die Geschichtsbücher einging.
In den Lagern selbst begann die Ermordung der nicht transportfähigen Häftlinge. Im Lager IV bei Hurlach wurden die Menschen in ihren Hütten verbrannt, und am naheliegenden Bahndamm erschossen
oder erschlagen. Als den Bewachern die Munition ausgegangen war, beendeten sie ihr menschenverachtendes Handwerk und flüchteten vor den amerikanischen Truppen.
Als die US-Armee Lager IV am 27. April 1944 befreit, wird auf Anordnung des US-Oberst Edward Seiler ein siebenminütiger Dokumentarfilm erstellt. Aus Landsberg und der näheren Umgebung werden 250
Bürger zwischen 16 und 70 Jahren zusammengeholt. Unter Aufsicht der US-Truppen beginnen sie mit bloßen Händen die Toten zusammenzutragen und zu bestatten. Der damals entstandene Film ist hier zu sehen.
Etwa 14500 Menschen wurden in diesen Lagern um Landsberg innerhalb weniger Monate ermordet.
Ein sehr beklemmender Ort. Die Wiese am Bahndamm, der Ort der Erschiessungen. Und die Freiheit und das Leben war doch so nah.
Die Wiese am Bahndamm 1945 ... (Quelle: US National Archives)
und im Winter 2007