Die Kämpfe im Bereich Hürtgenwald

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Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

 

Als die siegreichen amerikanischen Truppen am 29.August 1944 in 24er-Reihen durch den "Arc de Triomphe" in Paris zogen, war auch die 28. US-Infanteriedivision dabei. Jene Division, die nur wenige Wochen später, einen extrem hohen Blutzoll im Hürtgenwald zahlen sollte. Noch kannte niemand den Begriff "Hürtgenwald", doch das sollte sich bald auf dramatische Weise ändern ... 

Jetzt begann der Sturm auf die deutsche Reichsgrenze und den gefürchteten Westwall. Dieser zog sich bis auf einige kleine Lücken, von Belgien bis an die Schweizer Grenze. Doch war der Westwall noch dieses unüberwindbare und gefürchtete Hindernis? Nein, denn nach den schnellen Erfolgen im Ost-Feldzug und der Besetzung Frankreichs, verlor der Westwall zunehmend an strategischer Bedeutung. Man begann die Bunker abzurüsten, wurde das Material doch für den neu zu bauenden Atlantikwall benötigt. Die Bunker wurden teilweise verschlossen, andere von Bauern als Lagerraum oder Unterkünfte für das Vieh genützt. Nach der Landung der Alliierten Streitkräfte in Frankreich und deren schnellen, unaufhaltsamen Vormarsch in Richtung Deutschland, wird im August 1944 der Befehl zum erneuten Ausbau der Siegfriedlinie gegeben. Teilweise stehen die Bunker unter Wasser, die Schussfelder wurden von der Natur zurückerobert, es fehlen wichtige Belüftungsvorrichtungen sowie Wasseranschlüsse und das so wichtige, die einzelnen Bunker verbindende, Grabensystem. Und es fehlt an Soldaten, die den Westwall verteidigen. Im September 1944 erreichen die ersten Wehrmachtsverbände den Westwall, um die bis dahin dort eingesetzten Landesschützen, zu verstärken.

Ziel der Amerikaner war es, zwei Korridore im Gebiet des Hürtgenwaldes zu errichten. Zum einen den "Stolberg Corridor", zum anderen den "Monschau Corridor". Nach dem damaligen Kartenmaterial augenscheinlich kein schweres und unlösbares Unterfangen, in der Realität aber ein folgenschwerer Irrtum. Die Nachschubschwierigkeiten der amerikanischen Armee, gaben den deutschen Verteidigern das nötige Zeitfenster zum Ausbau der vorhandenen Verteidigungslinie. Der Faktor Zeit ermöglichte den angeschlagenen deutschen Truppen eine Atempause und es wurde eine, wenn auch an vielen Stellen sehr improvisierte, Frontlinie eingerichtet. Die Bunker waren besetzt, boten wieder den nötigen Schutz, waren allerdings meist für eine direkte Verteidigung nicht mehr einsetzbar. Die Waffensysteme hatten sich in den Kriegsjahren seit dem Bau des Westwalles stark geändert, so konnten beispielsweise keine schweren Maschinengewehre mehr in den Bunker eingesetzt werden. Die verteidigenden deutschen Soldaten waren stark geschwächt und von den andauernden Rückzugsgefechten durch Frankreich und Belgien stark dezimiert. 

Eines aber sollte bei den kommenden Kämpfen wohl der wichtigste und für die amerikanischen Soldaten der schlimmste Faktor werden, der deutsche Soldat kämpfte erstmals auf eigenen Boden und es ging um die Verteidigung seiner Heimat. Man kämpfte nicht mehr in den endlosen russischen Steppen oder in der Gluthölle von Afrika, man kämpfte vor den Augen der Mütter und Väter. Man kämpfte um sein Land, seine Stadt - seine Heimat ! Schon lange kämpfte der einfache Soldat nicht mehr für die Ideale eines braunen Regimes, er kämpfte um zu überleben und das sollte er auf deutschen Boden ein weiteres und sinnloses Mal beweisen dürfen.

 

 

 

Als Allerseelenschlacht wird die kommende Offensive der amerikanischen Truppen später bezeichnet werden und der Blutzoll der Amerikaner, aber auch der Deutschen, wird diesem Gebiet einen neuen Namen geben - Hürtgenwald.Hurt, dass englische Wort für Schmerz. 

 

Am Vormittag des 6. Oktober 1944 begann der Vormarsch der 9. US-Infantry-Division gegen die 275. deutsche Infanterie Division auf der gesamten Breite des Angriffsgeländes in den Wald. In diesem Waldgebiet gelang es jedoch kaum, Ziele für die alliierte Artillerie und Luftwaffe auszumachen. Größtenteils machte das Gelände den Einsatz schwerer Fahrzeuge unmöglich.Weiteres Hindernis für die US-Truppen war die genaue Ortskenntnis der Wehrmacht. So blieb der Angriff im Wald stecken und die Höhen blieben in deutscher Hand. Nach 10 Tagen erbitterter Kämpfe waren beide Seiten so geschwächt, dass die Kampfhandlungen abflauten. Geländegewinn der Amerikaner 2,7 km, Verluste der Amerikaner 4.500 Mann. Verluste der Deutschen 3.200 Mann.

Am 26. Oktober 1944 wurde die 9. US-Division von der 28. abgelöst. Die geschwächte deutsche Infanterie musste ausharren. Am Morgen des 2. November 1944 wurde der zweite Angriff auf den Hürtgenwald eingeleitet, wegen des Datums an Allerseelen wird diese Schlacht auch als "Allerseelenschlacht" bezeichnet.

Am 8. November 1944 brachen die Amerikaner ihren Angriff ab und zogen die verbliebenen Truppenteile zurück. Von der 25.000 Mann starken 28. US-Infantrie-Division bleiben 6.000 auf dem Schlachtfeld zurück. Am 16. November 1944 wurde durch die 1. und 9. US-Armee eine Großoffensive im Hürtgenwald gestartet (Operation "Queen"). Ende November fielen die Gemeinden Hürtgen und Kleinhau, weitere Städte folgten.

Mit dem Beginn der Ardennenoffensive der Deutschen am 16. Dezember 1944 findet die Schlacht im Hürtgenwald ein vorläufiges Ende. Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive am 10. Januar 1945 wurden die Kämpfe erneut aufgenommen. Am 8. Februar 1945 fällt der Ort Schmidt, wodurch die Kämpfe im Hürtgenwald endgültig enden.

Im Hintergrund hört ihr übrigens das damals sehr bekannte Lied "We're Going to Hang out the Washing on the Siegfried Line" (Deutsch: Wir trocknen unsere Wäsche an der Siegfriedlinie). Also eine bewusste Lächerlichmachung der gegnerischen Verteidigungskraft am Westwall. Im Original verfasst vom Irischen Autor Jimmy Kennedy.

„We're going to hang out the washing on the Siegfried Line. Have you any dirty washing, mother dear? We're gonna hang out the washing on the Siegfried Line.'Cause the washing day is here. Whether the weather may be wet or fine. We'll just rub along without a care. We're going to hang out the washing on the Siegfried Line. If the Siegfried Line's still there.” 

Deutsche Übersetzung:

„Wir werden unsere Wäsche an der Siegfriedlinie (Leine) aufhängen.Hast du irgendwelche Dreckwäsche, liebe Mutter? Wir werden unsere Wäsche an der Siegfriedlinie aufhängen,denn der Waschtag ist gekommen.Ob das Wetter gut und schlecht sein mag,wir werden sorglos die Wäsche reiben.Wir werden unsere Wäsche an der Siegfriedlinie aufhängen, insofern die Siegfriedlinie noch da ist.“  

Doch auch auf deutscher Seite reagierte man bald auf die Provokation durch die Westalliierten und schuf eine passende Antwort, in der man, bei der Bildsprache des „Waschtags“ bleibend, den Franzosen und Engländern ankündigte, man werde sie schleunigst „einseifen“. 

Hier die deutsche Antwort (In den meisten erhaltenen Versionen der Deutschen „Gegenversion“ ist zu Beginn eine Gruppe alliierter Soldaten zu hören, die den englischen Refrain der „Siegfried line“ intoniert, ein Schauspiel, das abrupt vom Angriff eines deutschen Sturzkampfbombers unterbrochen wird. Nachdem seine Bomben den Chor auseinander gesprengt haben und der Schall der Explosion verhallt ist, tönen durch das Wehklagen der Soldaten die ersten Takte des deutsch-preußischen „Königgrätzer“ Triumphmarsches zu hören. Gefolgt vom Gesang der Soldaten): 

„Ja, mein Junge, das hast du dir gar zu leicht gedacht mit dem großen Wäschetag am deutschen Rhein, hast du dir auch deine Hosen tüchtig vollgemacht, brauchst du gar nicht traurig sein! Bald seifen wir dich tüchtig ein von oben und von unten her, wenn der deutsche Waschtag wird gewesen sein, Mensch dann brauchst du keine Wäsche mehr! Sing dies Liedchen mit, wer es nur immer singen mag mit der zweiten Kriegsberichterkompanie. Bis zum Wäschetag, ja bis zum Wäschetag. In aller Herrgottsfrüh. Mein Mädel, schenk' noch einmal ein und tanzt und trinkt die Gläser leer. Denn wenn der große Waschtag wird gewesen sein kehr' ich heim, kehr' ich heim übers Meer.“ 

Fast pervers also die Fröhlichkeit der Melodie, angesichts der vielen kommenden Toten und Verletzten bei dem Unterfangen "Sturm auf den Westwall".

Über die Anzahl der Verluste (Gefallene und Verwundete) der US-Armee und der deutschen Wehrmacht gibt es kontroverse Schätzungen und Meinungen. Sicher ist, dass es sich um eine der verlustreichsten Schlachten in Westeuropa im zweiten Weltkrieg handelte. Die Behauptung, dass die US-Armee ähnlich viele Gefallene wie im Vietnamkrieg zu beklagen hatte, entspricht nicht den Tatsachen.

Von September bis Anfang Dezember 1944 beliefen sich die amerikanischen Verluste im Raum Hürtgenwald auf ca. 32.000 Soldaten. Quellen der US-Armee geben alleine für den 28. November 6000 Verluste an.

Die deutschen Verluste betrugen etwa 16.000 Mann. Zudem gerieten in dieser Zeit im Raum Aachen ca. 90.000 deutsche Soldaten in US-Kriegsgefangenschaft.

 

Quelle:www.baldon.de
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Eingesetzte Einheiten:

 

 

Auf amerikanischer Seite:  

 

1st Inf.Div. 'Danger Forward'  

4th Inf.Div. 'Ivy Division'  

8th Inf.Div. 'Golden Arrow or Pathfinder'  

9th Inf.Div. 'Octofoil'  

28th Inf.Div. 'Keystone'  

78th Inf.Div. 'Lightning'  

83rd Inf.Div. 'Thunderbolt'  

104th Inf.Div. 'Timberwolves'  

82nd Abn.Div. 'All American'  

9. Panzer-Division 3rd Arm. Div. 'Spearhead'  

5th Arm. Div. 'Victory'  

7th Arm. Div. 'Lucky Seventh

 

Auf deutscher Seite:

     

12. Volksgrenadierdivision  

47.Volksgrenadierdivision  

89. Infanteriedivision  

272. Volksgrenadierdivision  

275. Infanteriedivision 

344. Infanteriedivision  

353. Infanteriedivision  

3. Fallschirmjägerdivision  

116. Panzerdivision 'Windhund'

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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