Der Einsatz der 9th US Infanteriedivision im Raum westlich Düren
Merode war ein gut ausgebauter Stützpunkt, welcher zäh gegen die mehrfach wiederholten, energisch geführten Angriffe der Amerikaner verteidigt wurde. Als am Morgen des 9. Dezember 1944 die 9th Infantrydivision die 1st Division in diesem Sektor vollständig abgelöst hatte, wurden sie mit den gleichen Problemen konfrontiert, wie ihre Kameraden der 1st Division. Der Feind hielt seine letzte Auffangstellung vor der Rurebene, trotz unseres starken Artillerie- und Mörserfeuers.
An diesem 9. Dezember 1944 bezog die 9th Division ihre Bereitschaftsstellungen für den Angriff, welches das gesamte VII. Corps am 10. Dezember 1944 beginnen wollte. Starkes feindliches Artilleriefeuer traf unsere vordersten Linien, als wir unsere Stellungen bezogen. Auch die Divisionsartillerie rückte in ihre Stellung ein und begann sich auf die feindlichen Ziele einzuschießen. Südöstlich von Lucherberg befindet sich ein See, welcher aus der Luft den Umrissen eines menschlichen Schädels gleicht. Das nordöstliche Ufer dieses Sees verläuft schnurgerade und parallel dazu verläuft ein Feldweg, der in den Ort hineinführt. Das Ziel des ersten Angriffes war es, das stark verteidigte Gebiet um den See einzunehmen, die Autobahn zu erreichen, um über derselben vorzustoßen, mit dem Ziel den Ort Echtz zu erreichen. Diese Aufgaben, welche gleichzeitig auch den Zweck hatte, die linke Flanke der Division zu schützen, übernahm der Nahkampfzug des I. Bataillons vom 60th Regiment.
Der zweite Stoßkeil rückte am Nachmittag vor. Das 60th Regiment sollte gemeinsam mit der Kampfgruppe Richardson der 3. Panzerdivision nach Osten vorstoßen und die Orte Obergeich, Geich und das Gut Rothaus einnehmen, sowie versuchen, bis nach Konzendorf vorzudringen. Falls erforderlich, sollte die Kampfgruppe
Richardson Echtz einnehmen und eventuelle feindliche Gegenstöße abwehren.
Während Colonel van Houten seine Einheit über die Straße Langerwehe-Düren heranführte, warteten Colonel Bonds „Falken“ entlang der Abhänge an den Wäldern, südwestlich der Straße Aachen – Düren.
Das 39th Regiment sollte aus Jüngersdorf heraus entlang der Bahnlinie, welche parallel mit der Straße Aachen – Düren verläuft, angreifen und den Ort D´horn einnehmen. General Craig, der Befehlshaber der 9th Infantrydivision hatte angeordnet, ein ungewöhnliches Manöver durchzuführen, um, so daß Schloß Merode im Handstreich zu nehmen. General Craig schrieb dazu: „Das Ziel, aus den Stellungen, welche wir von der 1st Division übernommen hatten, vor dem 10. Dezember 1944 auszubrechen, war sehr kompliziert. Eine außerordentliche wichtige Rolle spielte dabei das 60th Regiment. Dieses sollte eine Ausgangsstellung für das 39th Regiment schaffen, welches von Colonel Gunn geführt wurde. Das 60th Regiment sollte nördlich der Bahnlinie bis auf der Höhe von D´horn vorstoßen und gemeinsam mit dem 39th Regiment in einer Flankenbewegung Schlich und Merode angreifen. Falls erforderlich, sollte man das Schloß Merode dem Erdboden gleichmachen. Ein anderes Bataillon des 39th Regiments sollte gleichzeitig aus dem Wald ausbrechen und gemeinsam mit den dem 60th Regiment die Deutschen in die Zange nehmen.“
Am 10. Dezember 1944 war das Wetter mild und der Himmel leicht bedeckt. Leichte Nebelschwaden hingen über dem Boden und die Infanterie, welche seit Tagen in ihren Stellungen gelegen hatte, warteten auf das Signal zum Angriff. Die Nacht zuvor war ziemlich hektisch verlaufen. Um den Erfolg des Angriffs sicher zu stellen, hatte Colonel Gunn die F Kompanie, welche von Leutnant Myron M. Wolfson geführt wurde, mit einigen Pionieren verstärkt, die mit 200 Pfund TNT eine Stellung an der Reichsstraße 264 ausheben sollten. Zusätzlich wurde diese Einheit noch von 5 Panzern unterstützt. Die Kampfgruppe sollte nun in Erfahrung bringen, ob die Bahnunterführung an der Straße Gut Rothaus – Merode gesprengt worden war. Falls dies der Fall war, sollten sie die Fahrbahn freizusprengen, damit die nachfolgenden Panzer von Norden her nach Merode vorstoßen konnten. Wolfson und seine Männer fanden die Brücke intakt vor und besetzten kurz darauf zwei Häuser unmittelbar nördlich der Bahnlinie. Eine inoffizielle Meldung sagt aus, daß Wolfson und seine Kampfgruppe bereits in D´horn waren, um das angreifende Bataillon zu empfangen.
Es war am 10. Dezember 1944 als der gut gelittene Captain Anthony F. De Laura vom I. Bataillon des 47th Regiments aus einem unter Artilleriefeuer liegendem Minenfeld 10 verwundete Kameraden rettete. Auch als Captain DeLaura selbst verwundet wurde, setzte er die Bergung von weiteren verletzten Kameraden fort.
Der Nahkampfzug des I. Bataillons vom 60th Regiment begann mit seinem Angriff um 7.30 Uhr und traf nur auf sehr schwachen feindlichen Widerstand. Mit der Flankensicherung des 415th Regiments der 104th Division und einer Panzerabteilung erreichten sie die südöstlichste Position ihres Zieles gegen 10.00 Uhr. Kurz nach Mittag starteten die Deutschen einen starken Gegenangriff aus der linken Flanke heraus, frontal gegen das I. Bataillon. Unterstützt von Artillerie und Panzern, gelang es den Männern des I. Bataillons diesen Angriff abzuriegeln, jedoch war das Ufer des Lucherberger Sees erst bei Einbruch der Dunkelheit gesichert.
Das II. Bataillon des 60th Regiments begann um 15.15 Uhr mir seinem Angriff und besetzte Obergeich und Geich. Zusammen mit Teilen der Kampfgruppe Hogan, der 3. US Panzerdivision passierten sie Obergeich, drangen in Geich ein und erreichten schließlich das Gut Rothaus, wo die E-Kompanie die Straße nach Düren und Merode abriegelte.
Um 15.30 starteten die Männer des I. Bataillons den Angriff und folgten den Panzern der Kampfgruppe Kane, einem anderen Panzerverband der 3. Panzerdivision. Sie griffen über die Felder nach Osten an und erreichten das Gebiet um Echtz. Als die Artillerie das Gelände mit Feuer belegte, suchten die GI´s Schutz in den mit Wasser gefüllten Straßengräben oder in schlammigen Deckungslöchern. Da Ziel Echtz lag in greifbarer Nähe, allerdings als ein rauchender Trümmerhaufen. Als das feindliche Artilleriefeuer abebbte stürmten die GI´s vor und drangen an der nordwestlichen Ecke des Dorfes in den Ort ein. Dort stießen Sie auf schwachen, feindlichen Widerstand. Der Feind zog sich zurück und geriet gleichzeitig in unsere Todesfalle.
Während dieses Tages kam General Collins in den Gefechtsstand und fragte, weshalb das 39th Regiment noch nicht angegriffen hätte. General Craig sagte daraufhin dem Korpskommandanten, daß er seine Soldaten gerne in den Kampf schicken würde, aber der Befehl lautete, daß erst die Orte Obergeich und Geich erobert werden muß, damit die linke Flanke des 39th Regiments gesichert ist. General Collins sagte darauf, daß dieser Befehl nun überflüssig sei. General Craig bekam somit grünes Licht und gab seinen Männern den Befehl zum Angriff. Dies war das Signal und um 15.15 Uhr begann das 39th Regiment mit seinem historischen Angriff. Dieser wurde vom II. Bataillon geführt. Dieses stieß ostwärts entlang der Bahnlinie, die parallel zur Straße Aachen – Düren verlief unter der Deckung von Kunstnebel, Artillerie- und Mörserfeuer vor I. und III. Bataillons bis auf die Höhe von D´horn. Da Colonel Gunns Flanke nun durch das 60th Regiment gedeckt war, schwenkte er nun mit seiner Einheit im rechten Bogen auf D´horn zu. Eine Stunde und 15 Minuten dauerten die Kämpfe in diesem kleinen Ort, dann hatte die E und G Kompanie D´horn in fester Hand und warteten weitere Befehle ab.
Die 4th Cavallery Squadron, mit Teilen der 653rd Panzerjägerabteilung und das 297th Pionierbataillon deckten während dieser Aktion die rechte Flanke und hielten gleichzeitig Kontakt zur 83rd Infantry-division. Diese Einheit, welche den Angriff des 39th Regiments auf Merode am 11. Dezember 1944 beobachten konnte, bestätigte später, dass dieser Angriff einer der schneidigsten in der gesamten US Militärgeschichte gewesen ist. Das erklärte sich daraus, daß das Gebiet um die Orte Merode und Schlich genau in der Kampfzone des 39th Infantry lag. Merode war bis dahin eine harte Nuß gewesen. Die Fallschirmjäger hatten in ihren gut ausgebauten Stellungen bis dahin alle unsere Angriffe abwehren können.
Die Häuser der Dörfer Merode und Schlich standen meistens einzeln und nicht nebeneinander, wie es üblicherweise in den meisten deutschen Städten und Ortschaften der Fall war. Die in Ost – West Richtung verlaufende Straße in Merode war höchstens drei Meter breit. Das Schloß überragte mit seinen Türmen das Ortsbild. Es war eine starke Festung mit einem exzellenten Rundblick über die Ebene bis hin nach Langerwehe, Düren, dem Hürtgenwald und über die Rur hinweg nach Nordosten. Vor hier aus hatte man die Möglichkeit, den Verkehr auf den Straßen zwischen Aachen und Düren zu beobachten, sowie den Rand des Meroder Waldes. Dazu kam noch, daß die Wege, welche den Ort vom Wald her erreichten in Schlamm verwandelt waren und so das benutzen von Militärfahrzeugen aus-schloß. Die einzige Möglichkeit, Fahrzeuge in den Ort zu bringen, war aus Richtung Jüngersdorf und dieses Gebiet wurde vom Feind eingesehen. Schloß Merode wurde von einem Teich umgeben, der annähernd 20 Meter breit und 6 Meter tief war. Es gab nur eine Möglichkeit, das Schloß über eine schmale Bogenbrücke zu betreten. Nordöstlich vom Schloß liegen die Dörfer Schlich und D´horn. diese Orte werden durch enge Straßen miteinander verbunden, welche in die Straße Aachen – Düren münden. Zu dieser Zeit konnte jeglicher Verkehr in diesen Straßen vom Schloß Merode aus überwacht werden. Dies war ein Grund dafür, weshalb die Eroberung von Merode so schwierig war.
Nachdem die Männer des 39th Regiments einige Stunden ausgeruht hatten, gab General Craig Colonel Bond den Befehl zu Angriff. Colonel Bond prophezeite, daß er das Schloß Merode bis zum Abend einnehmen würde, um General Craig zum Abendessen empfangen werde. Dieses war ein sehr hohes Ziel, aber das 39th Regiment hatte schon so manch schwierige Aufgabe gelöst.
Der Angriffsplan war exzellent. Das II. Bataillon sollte südöstlich von D´horn heraus den Ort Schlich angreifen, während das I. Bataillon gleichzeitig aus dem Wald ausbrechen würde, um dann ebenfalls in die südöstliche Richtung vorstoßen sollte, um Merode anzugreifen. Ziel war es, die Fallschirmjäger in Merode einzukesseln und zu besiegen.
Um 8.00 Uhr am 11. Dezember 1944 begann der Angriff. General Collins kam persönlich nach vorn, um die Führung dieser Aktion zu übernehmen. General Craig gab dessen Anweisungen an das Regiment weiter. Sichtlich unaufhaltsam rückten die beiden Bataillone vor. Feindliches Artillerie und Mörserfeuer trafen mit voller Wucht das I. Bataillon, aber dessen Vormarsch war nicht mehr zu stoppen. Äußerst zäh verteidigten sich die Deutschen aus ihren Bunkern und Stellungen heraus. Gegen 8.35 Uhr erreichten die Männer der A-Kompanie die Ortschaft und setzten ihren Angriff fort. Die letzten Stunden, in denen man etwas Ruhe hatte und die gute Kameradschaft in der Einheit steigerte erheblich die Kampfmoral des I. Bataillons an diesem 11. Dezember 1944. Es gab keinen Grund den Angriff einzustellen. Bunker für Bunker wurde ausgehoben. Dem Feind wurde keine Chance mehr gegeben, seine Verteidigung auszubauen. Bei Anbruch der Dunkelheit hielten die Männer des I. Bataillons ihre Stellungen in Merode. Als die Artillerie und die Infanterie das Schloß gestürmt hatten, war es nur noch eine Ruine. Zerschossene Mauern und Türme, die teilweise eingestürzt im Teich lagen, erinnerten nicht mehr an das Bild früherer Tage. Jeeps rollten über die Brücke, unter dem mit einem Wappen geschmückten Torbau hindurch in den Innenhof und suchten einen Parkplatz auf den mit Trümmern übersäten Innenhof.
Während das I. Bataillon Merode angriff, marschierte das II. Bataillon in Richtung Schlich. Die G und die E Kompanie griffen den Ort an. Eine gestaffelte Abwehr verteidigte den Ort. Annähernd gegen 15.30 Uhr war der Ort gesäubert, nachdem schwere Kämpfe von Haus zu Haus statt-gefunden hatten. Mit der Endsendung dieser beiden Bataillone war eine schwierige Aufgabe gelöst worden. Viele feindliche Gefallene bedeckten das Schlachtfeld. 190 deutsche Gefangene wurden von Colonel Bonds Regiment in Gefangenschaft geführt. Colonel Bond hatte seinen Gefechtsstand im Schloß Merode eingerichtet und erwartete die Generäle Craig und Collins zum Abendessen.
Am Morgen des 11. Dezember 1944 säuberte das I. Bataillon des 60th Regiments restlos den Ort Echtz, während das III. Bataillon im Morgengrauen den kleinen Ort Konzendorf angriff. Dieser Ort lag am Rand einer Braunkohlengrube, welche auf Befehl von General Craig umgangen werden sollte. Einige Salven feindlicher Artillerie trafen das III. Bataillon auf der Höhe von Gut Rothaus, aber gegen 9.15 Uhr war der westliche Ortsrand erreicht. Andere Teil des Bataillons, welche südlich und nördlich der Straße Aachen-Düren vorgingen, wurden in Derichsweiler und Mariaweiler in blutige Straßenkämpfe verwickelt. Diese Orte wurden von den Deutschen bis auf das Äußerste verteidigt. Nach 15.00 Uhr flauten die Kämpfe dort ab, aber die deutschen Fallschirmjäger hielten nach wie vor den größten Teil dieser Ortschaften. Währenddessen eroberte das II. Bataillon mit Unterstützung der Task Force Hogan Geich. In der Nacht hatte die E-Kompanie Geich, die F-Kompanie Obergeich und die G-Kompanie Gut Rothaus erreicht und besetzt. Der Feind leistete hinhaltenden Widerstand während des gesamten Tages. Das deutsche Artillerie- und Mörserfeuer ließ das I. und II. Bataillon nicht zur Ruhe kommen, während die feindliche Infanterie ständig kleinere Gegenangriffe unternahm. Das hatte zur Folge, daß uns 231 Gefangene in die Hände gerieten. Unzählige Tote lagen auf den Feldern und Straßen. Verwundete, die zwischen den Fronten lagen, schrien um Hilfe, doch das 60th Regiment setzte seine Angriffe fort.
Der 12. Dezember 1944 war bewölkt und regnerisch. Unheimlich rauchten die Schornsteine auf dem östlichen Rurufer, als wenn sie dazu bestimmt wären, einen blutigen Kampftag anzukündigen. Der Kampf um Dörfer und Städte ist einer der schwierigsten der Kriegführung und dieser verlustreiche Kampf um die Rurebene war wohl die letzte Gelegenheit für die Deutschen, um Ihre Kampfkraft noch einmal unter Beweis zu stellen.
Die Einnahme von Merode und Schlich gab dem 39th Regiment die Gelegenheit zum Schlag gegen Derichsweiler, welches genau gegenüber einer Braunkohlengrube liegt. Dazwischen verläuft die Straße Aachen-Düren und die Eisenbahnlinie. Während das 39th Regiment genau südöstlich der Bahnlinie auf Derichsweiler zuging, rückte das 60th Regiment nördlich davon auf Mariaweiler und Hoven vor. Dieses Regiment hatten dafür alle Bataillone im Einsatz, zudem wurde das I. Bataillone noch durch die Kampfgruppe Kane verstärkt.
Das II. Bataillon verließ Geich gegen 5.00 Uhr und marschierte bis 7.30 Uhr durch Echtz hindurch, schwenkt dann nach Süden ein, um in östlicher Richtung den Ort Mariaweiler anzugreifen. Bevor das Bataillon den Ortsrand erreichen konnte, hatten die deutschen Verteidiger eine dünne Widerstandslinie aufbauen können. Es kam vereinzelt zu Nahkämpfen, aber kurz nach 13.00 Uhr gelang es dem II. Bataillon in den Ort einzudringen. Der Feind war verwirrt und versuchte mit Unterstützung von zwei Panzern vom südöstlichen Ortsrand einen Gegenangriff zu starten. Der Angriff schlug fehl und die Deutschen verloren einen ihrer Panzer. Die G-Kompanie hatte einige Verluste. Die Deutschen hielten vereinzelte Stützpunkte in Mariaweiler bis in die Nacht hinein, aber das II. Bataillon kontrollierte den größten Teil des Ortes, mit der E-Kompanie im Norden, der F-Kompanie im Zentrum und er G-Kompanie im Süden. Das andere Teufelsbataillon hatte es weitaus schwerer an diesem Tag.
Als Unterstützung der Kampfgruppe Hogan unterstellt, begann das Bataillon damit, Hoven zu besetzen, welches von vielen Wegen erreicht wird. Zudem lag dieser Ort noch sehr nahe an der Autobahn. Die Strategie, Hoven zu erobern sah vor, die motorisierten Verbände zum nördlichen und die Infanterie zum südlichen Ortsrand zu schicken. Der deutsche Widerstand war so gering, daß der Ort im Handstreich genommen und jene Einheit deshalb im amerikanischen Heeresbericht erwähnt wurde. Dennoch war der Kampf hart gewesen und gegen 15.00 h ging das gesamte Bataillon zur Verteidigung über.
Das III. Bataillon, welches das II. Bataillon mit Unterstützungsfeuer geholfen hatte, war währenddessen immer noch damit beschäftigt, den kleinen Ort Konzendorf am westlichen Rand der Braunkohlengrube zu säubern. Jedes Haus wurde hart umkämpft, bis daß der letzte feindliche Soldat tot war, oder sich ergeben hatte. Am 13. Dezember 1944 wurde der Kampf um Mariaweiler fortgesetzt. Es gelang uns, den Feind nach blutigen Kämpfen in südöstlicher Richtung aus dem Ort zu treiben und das Fabrikgelände zu besetzen. Das I. Bataillon schickte seine A-Kompanie nach Hoven, um die dort am Morgen in einem Gegenangriff in Bedrängnis geratenen Kameraden zu entlasten. Schweres Artillerie- und Mörserfeuer, welches schon vom gegenüberliegenden Rurufer geschossen wurde, setzte den Amerikanern heftig zu. Über 500 Granaten schlugen innerhalb einer Stunde in den Ort ein.
Es war eine willkommene Unterstützung, als die A-Kompanie die feindlichen Stellungen nördlich von Mariaweiler angriff und im Sturm überrannte. Schnell kam die Verbindung mit dem II. Bataillon zustande und gegen 9.00 Uhr an diesem Morgen, war Mariaweiler vollständig gesichert. Als die A-Kompanie ihren Auftrag erfüllt hatte, zog sie sich wieder auf Hoven zurück.
In der Zwischenzeit begann das III. Bataillon damit, die Frontlinie zu begradigen. Die K-Kompanie ging nach Norden vor, um dann in Richtung Osten anzugreifen, in den südöstlichen Teil von Mariaweiler. Die K-Kompanie traf hier auf starken feindlichen Widerstand, welcher erst gegen 10.00 Uhr mit Unterstützung der G- und L-Kompanie gebrochen werden konnte. Am 14. Dezember 1944 begann die Einheit damit Mariaweiler von den letzten deutschen Fallschirmjägern zu säubern. Der ganze Ort und das Fabrikgelände wurden durchkämmt. Mit mehreren Panzern und Panzerabwehrge-schütze wurde nochmals die Fabrik südöstlich von Mariaweiler unter Feuer genommen und 36 Gefangene eingebracht. Kurz nach Mittag an diesem Tag ging das Regiment weiter vor und traf in Gürzenich auf Ihre Kameraden von der 83rd Division. An diesem Tag wurde das restliche Gebiet vom Feind gesäubert und der Kontakt zur 83rd Division vollständig hergestellt. Nur noch ein kurzer Gegenangriff in Gürzenich machte unseren Einheiten zu schaffen, aber der Ort selbst war bis zum Abend fest in unserer Hand. Das feindliche Artillerie-feuer setzte uns während dieser Zeit sehr zu. Viele unserer Soldaten fielen diesem zum Opfer. Besonders unsere Sanitäter hatten es schwer, wenn mal wieder einer der Kameraden verwundet im Feuer lag. Hierbei ist ein Ereignis besonders erwähnenswert: Sanitäter Eugene A. Fontes fiel durch Artilleriesplitter hier in der Nähe von Düren. Fontes war ein Angehöriger des 60th Regiments und ein sehr tapferer Mann. Er gehörte zu jenen Kameraden, welche ihre Deckung verließen, wenn jemand schrie: „Sanitäter, Sanitääääter, ............!“ Am 14.12.1944 sah Fontes einen Sergeanten, welcher von einem Geschoß getroffen war am Boden liegen. Ohne zu zögern verließ er seine Deckung und lief auf den Getroffenen zu. Das feindliche Artilleriefeuer war ziemlich stark und dem Sanitäter flogen die Splitter nur so um die Ohren. Als dieser den Verwundeten erreicht hatte, kam die nächste Salve heran. Fontes hatte die Gefahr erkannt und war sich, um den Verwundeten zu schützen, mit seinem Körper auf ihn. Die Einschläge lagen in der Nähe und einige Splitter töteten Fontes. Der Sergeant blieb dadurch von weiteren Verwundungen verschont und kam in ein Lazarett. Dieses waren die Soldaten, die mit dem 60th Regiment die Rurebene angriffen.
Südöstlich der Straße Aachen Düren spielte sich gleichzeitig ein anderes Ereignis ab. Das 39th Regiment wollte seinen Vormarsch so fortsetzen, wie es mit der Eroberung von Merode und Schlich begonnen hatte. Es war am 12. Dezember 1944 als das Regiment damit begann, die Orte Derichsweiler und Rottfeld (Gut Haus Hardt) am südöstlichen Ende von Derichsweiler gelegen, anzugreifen. Diese beiden Orte wurden aus gut ausgebauten Stellungen, unterstützt von MG und Mörserfeuer verteidigt. Um 8.00 Uhr, als der Angriff begann, bewegten sich die Angreifer langsam durch ein Minenfeld auf Derichsweiler und Rottfeld zu. Dabei erhielten die Angreifer starkes Abwehrfeuer aus den südlich davon gelegenen Wäldern. Gegen 12.45 Uhr erreichte das III. Bataillon unter dem Schutz von Kunstnebel den südlichen Rand von Derichsweiler. Einige Panzer, die den Angriff unterstützten, fielen der Minen zum Opfer. Ab 14.30 Uhr tobten in Derichsweiler erbitterte Häuserkämpfe. Die I- und L-Kompanie ging langsam von Haus zu Haus vor. Bei Anbruch der Dunkelheit war rund die Hälfte des Ortes in Amerikanischer Hand. 146 Gefangene vom Regiment 942 der 353. Infanterie-division erhielten nun ihre Befehle von den „Falken“, anstatt vom Führer! In der Frühe des 13.12.1944 begann das III. Bataillon damit, den restlichen Teil des Ortes zu säubern. Bis etwa 8.00 Uhr waren die Männer gut zweihundert Meter weiter vorgestoßen. Mit der Unterstützung von drei Panzern und zwei Panzerjägern des III. Bataillons fiel auch der letzte Teil des Ortes in amerikanische Hand. Auf der rechten Flanke befand sich der Ort Gürzenich, von wo aus starkes Artillerie- und Mörserfeuer nach Derichsweiler hineingeschossen wurde. Doch es gab keinen Grund für das 39th Regiment, den Ort wieder zu räumen.
Der letzte Teil von Derichsweiler, der nordwestliche Ortsteil wurde bis 15.35 Uhr freigekämpft. In den letzten 5 Häusern vor der Eisenbahnbrücke kam es nochmals zu schweren Kämpfen. Nachdem diese überstanden waren, kontrollierte das 39th Regiment den gesamten Ort.
Wie gewöhnlich beschossen die Deutschen nun das soeben eroberte Gebiet mit der Artillerie. Während dieser Zeit erschien eine Pioniereinheit, die damit begann, die Trümmer der gesprengten Eisenbahnbrücke im nördlichen Ortsteil zu räumen, um die Straße wieder für den Verkehr zu öffnen. Am 14.12.1944 lagen die Soldaten des 39th Regiments unter starkem Artilleriefeuer in Derichsweiler fest. Zudem setze starkes Schneetreiben ein und der Vormarsch geriet ein wenig ins Stocken. Am 15. Dezember 1944 stießen das 39th und das 60th Regiment weiter vor und erreichten zwischen Hoven und Mariaweiler die Rur. Bis in die Nacht hinein war die gesamte Rurebene zwischen Hoven und Düren in amerikanischer Hand. Nun konnte damit begonnen werden, den Fluß zu überqueren und weiter ins Rheinland vorzudringen. Ein Spähtrupp war bereits in der Nacht zum 15.12.1944 auf das Ostufer vorgedrungen. Es wurde bereits ernsthaft darüber nachgedacht, den Fluß zu überwinden und den Vormarsch fortzusetzen. Dazu kam es allerdings nicht, weil am 16. Dezember 1944 die Ardennenoffensive begann und die 9th Infantrydivision in den Raum Monschau – Kalteherberg verlegt wurde.

