Die 1st US Infantry Division im Hürtgenwald

Bericht über die Monate November und Dezember 1944

 

1. November – 30. November 1944

Nach Ende der Schlacht um Aachen, in den ersten Novembertagen des Jahres 1944 hatten sich die deutschen Einheiten in östliche Richtung zurückgezogen und erwarteten nun unsere nächste Offensive. Die 1st Infantry Division befand sich während dieser Zeit in der Defensive. Die Verluste, welche die Division während der Schlacht um Aachen erlitten hatte, versuchte man durch Umgruppierung der einzelnen Einheiten, sowie durch Zuführung von Ersatz auszugleichen. Nur hin und wieder fiel sporadisches deutsches Störfeuer in den Bereich unserer Hauptkampflinie und in das rückwärtige Frontgebiet. Auch war man von deutscher Seite aus bemüht, durch den Einsatz von Stoß- und Störtrupps Gefangene zu machen, um in den folgenden Verhören derselben etwas über unsere kommenden Angriffsabsichten herauszufinden.


Seit dem 1. November 1944 hielt das 3. Bataillon, Grenadierregiment 27, 12. Volksgrenadierdivision, Teile des 12. Pionier Bataillon, das 246th Füsilier Bataillon und das 2. Bataillon des Grenadierregiments 89 die Stellungen gegenüber der 1st Infantry Division. Der Feind versuchte regelmäßig, vor allem während der Nacht, in unsere Stellungen einzudringen und, wie bereits erwähnt, Gefangene zu machen, jedoch wurden alle Versuche durch unsere Gegenwehr, teilweise durch aggressives Abwehrfeuer zunichte gemacht. Obwohl die deutschen Linien, vor allem im Bereich der Ortschaften Verlautenheide / Quinx sehr stark befestigt waren, gelang es uns mehrmals tief in das deutsche  Stellungssystem, im Bereich des Würselener Waldes einzudringen und gefangen zu nehmen. Die feindliche HKL, blieb bis auf eine Ausnahme im Bereich der 12. Division, wo eine Frontrücknahme nach Osten vorgenommen wurde, die ganze Zeit über konstant.Die G-2 Abteilung unserer Division plante währenddessen den nächsten Schlag gegen die deutsche Wehrmacht. Nach umfangreicher Zuführung von Menschen und Material, Geländeeinschätzung und Wetterprognosen, sowie die Feststellung der Feindstärke im neuen Sektor der Division, sollte der Angriff Mitte November 1944 von Schevenhütte aus geführt werden.

Am 10. November 1944 wurde die Division in das  Gebiet um Vicht und Mausbach verlegt und für den kommenden Angriff gegen die Rur in Bereitschaft gehalten.

 

 

Die Schlacht um Hamich (16. Nov. – 20. Nov. 1944)

 

In Erwartung unserer Offensive im November 1944 hatte der Feind auf der Linie Gressenich – Hamich – Heistern – Langerwehe augenscheinlich eine tief gestaffelte und gut ausgebaute Verteidigungslinie errichtet. Zu seiner linken Flanke befanden sich die dichten Wälder des Wenau- und Merode-Waldes mit tiefen Tälern und steilen Berghängen. Zur rechten Seite die Stadt Eschweiler, wo uns sicher ein harter und verlustreicher Häuserkampf wie in Aachen erwarten würde. Der Schwerpunkt der deutschen Verteidigung wurde daher im Zentrum des Divisionsabschnitts vermutet, wobei die Höhe 232 ein strategisch wichtiger Punkt war. Von dieser Höhe hatte der Gegner eine Aussicht ins Gelände wie in einem Bilderbuch. Der Feind war in der Lage, alle unsere Aktivitäten und Bewegungen in Gressenich (südwestliche Richtung) und Werth (westliche Richtung) zu beobachten. Nach Hamich (südöstliche Richtung) hätte nicht einmal eine Feldmaus hineingelangen können. Der Hügel jedoch, bot keine  ausreichenden, natürlichen Verteidigungs-möglichkeiten. Die Abhänge waren wellig  und teilweise eingekerbt, verursacht durch die Gewinnung von Bodenschätzen in früheren Jahren. Unterholz und Bäume boten den deutschen Besatzern nur bedingten Schutz vor Feindbeobachtung. Die Ortschaft Hamich, schien schwer befestigt zu sein. Die Häuser standen so, dass der Gegner jedes Haus so lange verteidigte, bis sie unseren Druck weichen mußten, dann jedoch, aus dem nächsten Haus uns wieder der gleiche, hartnäckige Widerstand entgegenschlug. Der größte Vorteil der Deutschen in der Verteidigung war die Kontrolle des Straßennetzes. Dieses war exakt vermessen und konnte jederzeit mit Artillerie- oder Granatwerferfeuer belegt werden. Alle Straßen und Wege, welche nach Hamich führten, konnten von unseren Fahrzeugen nicht benutzt werden, solange der Feind in Besitz der Höhe 232 und der Ortschaft Gressenich war. Nur unsere Infanterie hatte die Möglichkeit, sich auf Hamich vorzuarbeiten.


Um diese natürliche Verteidigungszone optimal auszunutzen, hatten die Deutschen uns gegenüber schätzungsweise 200 Artilleriegeschütze mittlerer und schwerster Kaliber aufgefahren. Von diesen konnten alle wichtigen Punkte in unsere Front beschossen werden, was auch regelmäßig geschah.Als Infanterie lag uns auch hier die 12. Volksgrenadierdivision gegenüber, die zwar geschwächt aus der Aachen - Schlacht hervorgegangen war, doch auf ihre Kampferfahrung von der Ostfront profitierte. Dazu befand sich die 47. VGD im Anmarsch, welche nach dem Desaster bei Mons/Belgien in Dänemark neu aufgefrischt worden war. Der größte Teil dieser Soldaten waren ehemalige Angehörige der Luftwaffe und Kriegsmarine und Genesende. Von einer gewachsenen Einheit konnte bei dieser Division daher nicht die Rede sein.


Im Wenauer Wald, mit seiner beängstigenden Dichte, lagen Teile des Grenadierregiments 984 der 275. VGD, in gut ausgebauten Stellungen hinter einen dichten Stacheldrahtverhau, Riegelminen und versteckten MG-Nestern. Seit dem frühen Morgen des 16. November 1944 war man deutscherseits damit beschäftigt, die 12. VGD durch die 47. VGD abzulösen. Dies wurde aber nur zufällig publik, da es uns gelang, einen Gefangenen der 47. VGD einzubringen. Nun wurde unsererseits die Anmarschwege der 47. VGD mit Artilleriefeuer belegt.


Gegen 11:15 Uhr, nachdem das Wetter aufgeklart hatte, läutete unsere Luftwaffe die neue Offensive mit einem gewaltigen Bombardement ein. Um 12:45 Uhr griff das unserer Division unterstellte 47th Infantry Regiment der 9th Infantry Division, den Ort Gressenich an, welche vom 1. Bataillon/Grenadierregiment 48 verteidigt wurde. Zur gleichen Zeit griff unser 16th Infantry  Regiment von Schevenhütte aus nördlich durch den Wald in Richtung Hamich an, während das 26th Infantry Regiment nach Osten in den Wald hinein gegen das Grenadier Regiment 984 zum Angriff antrat. An allen Frontabschnitten verlief der Vormarsch äußerst langsam und verlustreich. Obschon unsere Divisions- und Korps-Artillerie die feindlichen Artillerie-Mannschaften in Deckung zwang, war der Beschuss durch feindliche Granatwerfer dementsprechend stärker.


Das 1. Bataillon – 16th Infantry hielt die erst Schlucht nördlich von Schevenhütte und lag im Kreuzfeuer deutscher Maschinengewehre. Panzer wurden aus Schevenhütte herangeführt, um die feindlichen MG-Nester auszuschalten, doch nach erfolgreicher Bekämpfung fuhren sich die Panzer im Schlamm fest und mussten  aufgegeben werden. Nach wochenlangen Regenfällen war der Waldboden so aufgeweicht, dass er keine Fahrzeuge oder Panzer tragen konnte. Solange Gressenich vom Grenadier Regiment 48 gehalten wurde, musste der gesamte Nachschub für das 16th und 26th Regiment durch Schevenhütte herangeschafft werden. Durch dieses Nadelöhr lief der gesamte Verkehr. Diese Ortschaft war daher ein sich lohnendes Ziel der deutschen Artillerie.


Bis zum späten Nachmittag des 16. November 1944 hatte das 16th Infantry, nur ausgerüstet mit Handfeuerwaffen, die Außenbezirke von Hamich erreicht, erhielt dann starkes feindliches Abwehrfeuer vom Grenadierregiment 48, welches sogar einen Gegenangriff startete. Gressenich war zwar eingeschlossen, aber noch nicht eingenommen und dieser  Umstand machte es uns schwer, unsere Stellungen bei Hamich zu halten, denn deutscherseits wurden alle Zufahrtswege kontrolliert. Es war daher äußerst schwierig, unsere Stellungen nur mit Infanteriewaffen zu halten.

Unsere Situation um Hamich war nicht vorteilhaft, es war weniger als ein Halten! Ein schwerer deutscher Gegenangriff,   aus dem Ort heraus geführt, wurde von unserer Artillerie zerschlagen. Unserer Truppe, erschöpft und dezimiert, konnte nicht umgruppiert werden, um in Hamich einzudringen, denn das deutsche Artilleriefeuer, welches von der Höhe 232 geleitet wurde, war stärker und tödlicher als je zuvor.


Dem 26th Infantry gelang es, ein kleines Stück in den Wenauer Wald, nordostwärts von Schevenhütte einzudringen und das gewonnene Gelände zu halten.48 Gefangene, größtenteils vom Grenadierregiment 48 konnten eingebracht und nach rückwärts geführt werden, jedoch waren unsere eigenen Verluste empfindlich hoch. Die deutschen Verluste, infolge unseres heftigen Abwehrfeuers wurden als ebenso hoch eingeschätzt.


Während der Nacht zogen sich die Reste des Grenadierregiments 48 aus Gressenich nach Hamich zurück. Früh am Morgen des 17. November 1944 begann unsere 47th Infantry daher mit der Säuberung von Gressenich. Versprengte und versteckte Soldaten des Grenadierregiments 48 wurden aufgebracht. Als sich das 47th Infantry entlang der Straße Gressenich – Hamich vorarbeitete, erhielt es schweres deutsches Artillerie- und Mörserfeuer, geleitet von Höhe 232. Es stellte sich nunmehr heraus, das  Hamich das Zentrum der deutschen Verteidigung war. Die Soldaten des 1. Bataillon – 16th Infantry, zwischen dem Waldrand und den Außenbezirken von Hamich, lagen den ganzen Tag über im schweren deutschen  Artilleriefeuer. Kleine Kampfgruppen vom 2. Bataillon – Grenadierregiment 48 wurden nach und nach zurückgedrängt, doch wir konnten nicht in den Ort eindringen. Gegen 13:00 Uhr starteten wir erneut einen Angriff auf Hamich. Mit der Hilfe eines Platoons mittelschwerer Panzer, versuchten wir in den Ort einzudringen, doch die feindliche Artillerie traf uns mit voller Wucht, so dass der Angriff abgebrochen werden musste.


Mittlerweile war es unserem 26th Infantry Regiment gelungen, die 2. und 3. Kompanie des Grenadierregiments 48 aus ihren Stellungen im Wenauer Wald zu werden und einen Keil zwischen die 12. VGD und 275. VGD zu treiben. Die feindlichen Verluste waren extrem hoch und von der 3. Kompanie konnten 50 Gefangene, mitsamt dem Kompaniechef eingebracht werden. Die Stärke seiner Kompanie hat nach dessen Aussage 1 Offizier, 12 Unteroffiziere  und 62 Mannschaften betragen. Im Großen und Ganzen wurden 114 Gefangene an diesen Tag gemacht.


Am 17. November 1944 wurde Hamich zusätzlich vom 3. Bataillon unseres 16th Infantry Regiments mit Panzern und Sturmgeschützen, welche nach vorn gebracht worden waren, angegriffen. Der Angriff verlief erfolgversprechend. Es gelang uns, die deutsche Verteidigungslinie am Dorfrand von Hamich niederzukämpfen und in den Ort einzudringen. Gegen Mittag hatten zwei Kompanien die Straßengabelung nach Heistern und Wenau erreicht. Noch am Abend befanden sich einige Häuser im nördlichen Zipfel des Ortes in deutscher Hand. Die gegnerischen Verluste an diesem Tag in Hamich waren sehr hoch.  Dennoch wehrten sich die deutschen Verteidiger verbissen und wollten nicht zulassen, dass wir weiteres Terrain von Hamich in Besitz nahmen. Unsere Situation war  sehr kritisch und dann tauchten am frühen Morgen des 18. November 1944 auch noch 5 feindliche Panzer, welche vom Höhenrücken am nordwestlichen Ortsrand auf Hamich zufuhren auf, jedoch waren unsere Jabos zur Stelle und auch die Artillerie eröffnete das Feuer. Später fanden wir 5 Panzer und 1 Sturmgeschütz, allesamt ausgebrannt vor Hamich.


Wenig später erschienen wiederum 6 Panzer und Sturmgeschütze, welche über die Straße Heistern – Hamich auf den Ort zukamen. Einer dieser Panzer wurde von einer vorgezogenen 75 mm Panzerabwehrkanone, die bereits in Hamich in Stellung war, ein anderer Panzer von einer weiter nördlich postierten PAK abgeschossen.


Auch die Höhe 232 wurde am Nachmittag dieses Tages vom 2. Bataillon – 16th Infantry angegriffen. Bevor die Infanterie zum Angriff antrat, wurde die Höhe 232 mit einem schweren Artilleriebombardement belegt. Ganze 5 Artillerie-Abteilungen schossen Sperrfeuer auf ein Gebiet von ca. 500 Quadratmeter zur Ausschaltung der feindlichen Besatzung auf Höhe 232. Danach wurde die Höhe im Handstreich von der Infanterie genommen. Die deutschen Überlebenden, meist Soldaten vom 12. Füsilier-Bataillon, waren in einer  schlimmen Verfassung, teilweise traumatisiert und schwer verwundet. Viele Tote lagen umher. Die Höhe war nun in unserer Hand und hier sah es aus, wie das Schlachtfeld im Argonner Wald von 1918. Bäume waren abrasiert, Trichter reihte sich an Trichter. Allem Anschein nach, hatte der Gegner versucht, die relativ ungünstigen, natürlichen Verteidigungs-stellungen auf der Höhe durch den Bau von Unterständen und Tunnel zu verbessern. Bunker, aus Holz oder Ziegelsteinen, waren errichtet worden oder befanden sich im Bau. Gefangene sagten aus, dass Angehörige des 12. Füsilier Bataillons dem Grenadierregiment 48 bei Hamich unterstellt worden waren, um die Artilleriebeobachtung zur verstärken. Einige weitere Beobachter befanden sich auf der nördlichen Seite von Höhe 232 um im Falle einer Einschließung derselben   auf die nach Norden vorrückende Soldaten das Feuer leiten zu können. Durch die Einnahme der Höhe 232, wurden diese Absichten allerdings vereitelt. Ein weiterer Beobachtungspunkt befand sich nördlich von Höhe 232 in einem Bunker bei Heistern und von dieser Stelle aus, wurde nun das Abwehrfeuer auf unsere Soldaten bei Hamich und auf das 26th Regiment, welches in den östlichen Wäldern kämpfte gelenkt.


Im Frontbereich des 26th Infantry Regiments sind am heutigen Tage erstmals Truppen vom Grenadierregiment 115 der 47. VGD festgestellt worden. Das Grenadierregiment 115 löste das Grenadierregiment 984 in diesem Bereich ab. Wir haben festgestellt,  dass die Kampfkraft und Moral einer normalen Volksgrenadierdivision in der Regel ziemlich positiv und stark ist und falls, die 47. VGD so eine Einheit ist, wir es sicher schwer haben werden, deren Moral und Kampfkraft zu brechen. Die 47. VGD war im Oktober 1944 neu aufgestellt worden, nachdem die Stammdivision – die 47. Infanterie Division- im Kessel von Mons/Belgien größtenteils zerschlagen worden war. Kurz nach der Neuaufstellung wurde die Division nach Dänemark verlegt, wo sie bewaffnet wurde und weitere Zugänge zur Division kamen. An nichts wurde gespart, was die Ausrüstung mit modernen Waffen und Munition betraf. Der einzige Rückschritt war der Wegfall panzerbrechender Geschütze. Stattdessen wurde auf die Raketenpanzerbüchse (Ofenrohr) zurückgegriffen, welche von zwei Mann bedient werden mußte. Das Personal der Division lag außerhalb der ziehungsfähigen Jahrgänge. Die meisten Zugänge kamen von der Marine oder der Luftwaffe. Im Großen und Ganzen verfügten nur 10 % der Soldaten über eine infanteristische Ausbildung oder hatten Kampferfahrung. Schon allein diese Tatsache musste dazu führen, dass die Division im Falle eines Einsatzes bereits in den ersten Tagen erhebliche Verluste hinzunehmen hatte, doch die krankhafte und verbrecherische Naziführung stellte die persönliche Opferbereitschaft eines jeden Soldaten vor die Verteidigung des Vaterlandes. Allein schon die Verlegung in den Westen  war mit erheblichen Transportproblemen verbunden, was letztendlich auf das Versagen der Transportoffiziere zurückzuführen ist.


Nach dem Verlust von Höhe 232 und Hamich, wurden auf deutscher Seite nur Pläne ausgearbeitet, die Ortschaft und auch die strategische wichtige Höhe wieder in Besitz zu nehmen. Ein weiterer Plan sah vor, die zweite Linie im Bereich Heistern und Wenau, noch stärker zur  Verteidigung auszubauen. Auch hier konnten die Deutschen den Vorteil des Geländes auf ihre Seite ziehen, denn im Bereich Wenau befanden sich an der östlichen Straßenseite teilweise steile Felshänge, die nicht zu überwinden waren.


Für den kommenden Gegenangriff stellten die Deutschen im Süden von Langerwehe ca. 15 – 16 Panzer V (Panther) der 116. Panzerdivision, sowie zwei Kompanien der Divisionsaufklärungskompanie der 116. Panzerdivision bereit. Diese Kampfgruppe hatte zuvor im Raum Schmidt im Einsatz gestanden. Teile des I. und II. Bataillon vom Grenadierregiment 104 würden diese Einheit mit unterstützen. Die Panzer waren in zwei Gruppen geteilt. Eine sollte mit Unterstützung des II. Bataillons den Ort Hamich zurückerobern  und die andere Gruppe mit dem I. Bataillon die Höhe 232 wieder in Besitz nehmen.Der Plan schien perfekt, doch was nicht berücksichtigt wurde, war die desolate Nachrichtenverbindung. 

               

Viele Telefonleitungen waren durch das anhaltende Artilleriefeuer zerstört worden, was später zu Verwirrungen und Fehlentscheidungen führte. Des Weiteren erschien ein Leutnant d. R. auf dem Schlachtfeld, ohne vorher in die Lage eingewiesen worden zu sein. Seine Aufgabe bestand nun darin, eine Kampfgruppe mit Panzern in der Dunkelheit über unbefestigtes Terrain gegen Hamich zu führen. Dieser Leutnant, der später in Gefangenschaft geriet, führte seine Panzer auf der Straße Langerwehe – Heistern heran, um diese in die Bereitstellung, in einem Waldstück nördlich von Höhe 232 zu leiten, während die zweite Abteilung, welche sich mit dem II. Bataillon im Waldgebiet nordöstlich von Hamich vereinigen sollte, kurze Zeit später zu folgen hatte. Angriffsbeginn sollte um 05:30 Uhr am 19. November 1944 sein.Alles lief planmäßig, bis zu dem Zeitpunkt, als der Leutnant, welcher die erste Gruppe der Panzer führte, auf dessen die beiden Kompanien von der 116. Aufklärungs-kompanie aufgesessen hatten, einen gravierenden, letztendlich verheerenden Fehler machte. Anstatt in Heistern geradeaus in Richtung Hamich und Höhe 232 weiterzufahren, bog er in Richtung Wenau ab und erreichte wenig später die Straße Wenau – Hamich. Hier fuhr er mitten in die Stellungen der C – Kompanie vom 16th Infantry Regiment. Kurz nach 21.00 Uhr eröffnete die C – Kompanie das Feuer auf die anrollenden Panzer mit der aufgesessenen Infanterie. Die deutschen Infanteristen sprangen von den Panzerfahrzeugen ab und begannen sofort mit einem Gegenangriff, wodurch die C-Kompanie bis auf 45 Mann dezimiert wurde, so dass diese nun selber zur Verteidigung übergehen musste. Zwischenzeitlich hatte der Leutnant, als Kommandant dieser Kampfgruppe, seinen Fehler bemerkt, dass er nicht beim I. / Grenadierregiment 104 war. Er befahl daher den überlebenden Soldaten sich unverzüglich wieder seinen Kampfwagen anzuschließen, um in den Bereich des I./ Grenadierregiment 104 zu fahren. Er ließ die Panzer wenden, die Infanterie aufsitzen und fuhr zurück nach Norden. Damit war er hoffnungslos verloren! In der Annahme, noch auf dem richtigen Weg zu sein, übersah er, dass er nach rechts hätte abbiegen müssen und geriet somit in die Vorpostenstellungen des 3. Bataillons vom 16th Infantry. Noch bevor er seinen erneuten Irrtum bemerkte, hatte sich unsere Artillerie schon auf ihn eingeschossen.


15 Artillerieabteilungen legten nun ihr Feuer auf die Panzer, sowie auf das nördliche Ende der Ortschaft Hamich. Das Resultat war verheerend und die deutschen Verluste extrem hoch. Trotzdem schafften es noch einige Panzer bis in die Ortsmitte von Hamich vorzudringen. Ein Panzer wurde durch Bazooka vernichtet, nachdem der Bazooka-Schütze vom Obergeschoss eines Hauses geradewegs in die geöffnete Turmluke des Panzers geschossen hatte. Der Kampf steigerte sich zu einer noch nie vorher da gewesenen Härte. Unsere Soldaten hatten sich in die Keller zurückgezogen und forderten nun Artilleriefeuer auf die eigene Position an. In den  engen Straßen der Ortschaft waren die Panzer im Nachteil und zogen sich daher später in den Nordteil der Ortschaft zurück, wo die Deutschen zwischenzeitlich einige Häuser und eine Scheune besetzt hatten. Beim Rückzug verloren die Deutschen erneut zwei Panzer durch Unfälle. Beide stürzten in Bombentrichter und waren augenblicklich verloren.


Im Bereitstellungsraum nördlich von Höhe 232 wartete das I./Grenadierregiment 104 unterdessen immer noch auf den (verlorenen) Leutnant und seinen Panzern, um mit dem Gegenangriff zu beginnen. Die Panzer kamen, natürlich nicht, nahmen dafür aber unsere rückwärtigen Artilleriestellungen unter Beschuss.


Um 05:30 Uhr am 19. November 1944 griff das I./Grenadierregiment 104 an, ohne Panzer! Die 3. Kompanie wurde durch unsere Artillerie völlig aufgerieben und die nachfolgenden 1. und  2. Kompanie ran in das schwere Abwehrfeuer vom 2. Bataillon unseres 16th Infantry Regiments. Ein gefangener Offizier sagte später: „Ihre MG waren an hervorragenden Positionen und allein sie ließen unseren Gegenangriff scheitern!“ Von der 1. Kompanie mit 66 Soldaten, überlebte nur der Kompanieführer! Er sagte, dass seine Uniform 8 Durchschüsse hatte, er aber nicht verwundet wurde. Sogar sein Taschentuch hätte man ihn zerschossen, gerade in dem Moment als er sich die Nase putzte.


Zurück nach Hamich: Teile des II./Grenadier Regiment 104 erhielten noch vor Tagesanbruch den Befehl, erneut mit den Panzern anzugreifen und so bewegte sich die angeschlagene Kampfgruppe nochmals in Richtung Ortsmitte. Doch auch dieser Angriff scheiterte, da unser Abwehrfeuer die Panzer zum Rückzug zwang und die Infanterie im Nahkampf geworfen wurde. Schließlich zogen sich die Panzer ganz nach Heistern zurück, wobei wiederum zwei auf der Straße Hamich – Heistern durch unsere Artillerie ausgeschaltet werden konnten.


Diese selbstmörderischen Angriffe gegen Hamich und Höhe 232 und unser eiserner Wille, diese beiden Objekte nicht mehr preiszugeben, zeugten von der strategischen Wichtigkeit dergleichen. Unsere höheren Offiziere konnten es nicht nachvollziehen, weshalb sich deutsche Offiziere solchen sinnlosen Befehlen unterwerfen konnten, mit einer Panzereinheit und Infanterie, aber ohne Reserven einen solchen  Gegenangriff zu wagen, wobei die meisten der Kompanien weit unter der eigentlichen Sollstärke lagen. Die Verbissenheit, mit welchem Schneid die deutschen Grenadiere in den Kampf gingen, verblüffte uns immer wieder. Während des Angriffs auf Hamich, konnte nur ein einziger Gefangener gemacht werden. Es war der erwähnte Leutnant. Alle anderen Deutschen waren tot. 5000 Schuss Artillerie waren an diesem Tag abgefeuert worden. Von der 1. /Grenadierregiment 104, welches die Höhe 232 angegriffen hatte, überlebten nur 13 Soldaten, sowie 12 weitere, welche als Reserve zurückgehalten worden waren. Die Verluste beim Regiment 104 waren dementsprechend hoch und das Füsilierregiment 12 wurde nun abgelöst. Die Kämpfe am 19. November 1944 brachten trotz der deutschen Gegenangriffe Erfolge für uns ein.  Die feindliche Hauptkampflinie wurde zurückgenommen, 5 Panzer V, Sturmgeschütze und andere Fahrzeuge wurden zurückgelassen, da dieselben beschädigt oder ausgebrannt waren.

Im westlichen Sektor der Divisionsfront, befanden sich Einheiten des II./ Grenadierregiments 103 immer noch auf Höhe 187, die etwa 1000 Meter Ostnordost  von Volkenrath lag, im Gefecht mit dem 47th Infantry Regiment. Doch als der Druck durch unsere eintreffende 3. Panzerdivision stärker wurde, ergaben sich die deutschen Verteidiger.


Im östlichen Sektor, im Bereich des 26th Infantry befand sich das Regiment in schwere Waldkämpfe verwickelt. Aufgehalten durch das schlechte Wetter und den intensiven feindlichen Artilleriebeschuss erreichten Teile des Regiments heute eine wichtige Wegekreuzung etwa 1000 Meter südöstlich von Wenau. Kurz nach Mittag an diesem Tag, griff das II./Grenadier Regiment 115 (-7. Kompanie) das 2. Bataillon vom 26th Infantry an, wurde jedoch, nach schweren Nahkämpfen, geworfen. Die feindlichen Verluste, verursacht durch unsere Artillerie und Infanteriewaffen waren wieder extrem hoch. Dennoch konnten wir unsere erreichten Ziele sichern und Halten.

 

Heistern und Langerwehe  (20. November – 27. November 1944)

 

Nachdem die durchaus wichtige feindliche Verteidigungsstellungen bei Hamich und Höhe 232 geknackt waren, zog sich der Feind langsam zurück. Er nutzte dabei jede mögliche Verteidigungsposition aus.  Da die deutschen Verluste enorm hoch waren, wurden nun aus der Etappe alle abkömmlichen Soldaten in die Kampfgruppe genommen. Köche, Veterinäre, Artilleristen und Leute aus Werkstattkompanien wurden als Infanteristen eingesetzt. Ganze Kompanien oder Bataillone, wie zum Beispiel die Wachkompanie vom LXXXI Armeekorps und das Wachbataillon vom Hauptquartier der 15. Armee tauchten plötzlich an der Front auf. Man schien die ganze Etappe leergefegt zu haben, um die kämpfende Truppe zu verstärken. Die Moral dieser Einheiten war natürlich dementsprechend gering, von der Kampfkraft ganz zu schweigen.


Im östlichen Divisionsabschnitt, im Wenauer- und Meroder Wald befanden sich die besten deutschen Verteidigungsstellungen. Das Gelände war sumpfig, dicht bewaldet und schien undurchdringlich zu sein. Entsprechend hoch waren unsere Verluste.

Eine Kompanie erhielt den Befehl, die LAUFENBURG zu nehmen, während die I-Kompanie des 18th Infantry am gleichen Tag Wenau nach kurzen Kampf in Besitz nehmen konnte.


Lediglich das I./Grenadierregiment 115 befand sich in den Wäldern südwestlich hiervon, während sich das II./Grenadierregiment 115 in Merode aufhielt und dort später unserem 26th Infantry hinhaltenden Widerstand leistete. Das II./Grenadierregiment 104 hatte sich nach den Kämpfen um Hamich auf Heistern zurückgezogen, wo es eine neue Verteidigungsstellung bezogen hatte, während sich die Reste vom  I./Grenadierregiment 104 in Richtung auf Nothberg zurückgezogen hatten.


In der Nacht vom 19. zum 20. November 1944 rückte das Pionierbataillon 147 der 47. VGD in eine Stellung zwischen den Grenadierregimentern 103 und 104 ein, um die feindliche HKL in diesem Gebiet zu verstärken. Schätzungsweise 200 Soldaten an Ersatz wurden dem Regiment 104 zugeführt, welches von uns in Heistern arg bedrängt wurde. Trotz dieser Verstärkung wurde der Feind nach zähen Kämpfen von uns annähernd 1000 Meter in Richtung Bovenberg zurückgeworfen. Der Schwerpunkt der Kämpfe lag am 20. November 1944 in Heistern, wo nun unser 18th Infantry Regiment im Einsatz war. Der  Feind hatte hier die gleiche Verteidigungsstrategie wie in Hamich aufgebaut. Feldstellungen am Dorfrand in Richtung Hamich, sowie Stützpunkte in den Häusern entlang der Hauptstraße. Dabei lag das gesamte Vorfeld unter stetigem Artilleriefeuer. Jedoch konnte der Feind hieraus nicht den richtigen Vorteil ziehen und so konnten unsere Kompanien schon bald in den Ort eindringen und damit beginnen, die Häuser an der Hauptstraße zu säubern. Bei Anbruch der Dunkelheit hatten wir etwa die Hälfte der Ortschaft in unserer Hand und die Straßenkreuzung in der Ortsmitte gesichert. Weiter kamen wir an diesem Tag nicht, da der Feind mit Gewehr- und Mörserfeuer unseren Vormarsch stoppte. Eine weitere Kampfgruppe des 18th Infantry hatte währenddessen Schönthal erreicht und rollte nun den Ort Heistern von der anderen Seite auf.


In der Nacht vom 20. zum 21. November 1944 trafen Verstärkungen für das II./Grenadierregiment 104 ein. Oberst Josef Kimbacher, Kommandeur vom Regiment 104, ließ das Bataillon, mit Unterstützung der Stabskompanie, zum sofortigen Gegenangriff antreten. Gegen 03:30 Uhr am 21. November 1944 begann der deutsche Gegenangriff gegen unser 18th Regiment in Heistern. Granatwerferfeuer unterstütze den Angriff. Doch trotz Einsatz von einem Sturmgeschütz, brach der deutsche Angriff noch vor dem Morgengrauen zusammen. Oberst Kimbacher wurde, als Sanitäter getarnt, in einem Verbandsplatz gefangen genommen, ebenso weitere 120 deutsche Soldaten. Bereits nach Tagesanbruch setzten unsere Soldaten die Säuberung des Ortes fort und erreichten alsbald die Straße Heistern – Langerwehe.


Im westlichen Sektor tobten unterdessen wieder Kämpfe um Höhe 187, die sich etwa 1000 Meter nördlich Scherpenseel befand. Hier war unser 47th Regiment in Kämpfen mit dem I./Grenadierregiment 103 verwickelt. Von dieser Höhe aus konnte der Feind jede Bewegung in Volkenrath und Nothberg und das Gebiet um  Eschweiler, wo sich unsere 3. Panzer Division befand, beobachten, doch ein schweres Artilleriebombardement vertrieb an diesem Tag die letzten Deutschen von Höhe 187.

Unsere Truppen sickerten nun in den Bovenberger Wald ein, erhielten hier jedoch starkes Abwehrfeuer von den Höhen um Nothberg. Dadurch wurden sie gezwungen, den Vormarsch einzustellen uns ich einzugraben.


Im östlichen Sektor der Division hatten Teile des 26th Infantry zwischenzeitlich die Laufenburg einnehmen können. Zur Rückgewinnung der Burg startete das II./Grenadierregiment 115 einen schweren Gegenangriff auf die Burg der aber abgewiesen werden konnte. Das II. / Grenadierregiment 115 hatte ursprünglich um Wenau gelegen, war aber dann nach Merode verlegt und umgruppiert worden und bezog nun eine Waldstellung nördlich von Schloss Laufenburg.

Das I./Grenadierregiment 115 erhielt unterdessen 40 Mann Ersatz von der Veterinärkompanie der 47. VGD. Diese hielten die Höhe 254, etwa 1 Kilometer nördlich von Laufenburg. Aber unsere Truppen erreichten bald diese Höhe und konnten die Deutschen erneut zurückdrängen.


Am 23. November 1944 waren die drei kritischsten Punkte im Bereich der Division: Das Gebiet um Höhe 187 auf der linken Flanke, das Gebiet im Bereich der großen Eisenbahnkurve zwischen Nothberg und Langerwehe in der Mitte, und die Höhe 203 südlich Langerwehe auf der  rechten Flanke des Regiments. Der feindliche Widerstand war an allen drei Punkten sehr hartnäckig und das Niederkämpfen einzelner deutscher Stützpunkte sehr langsam. Auf der anderen Seite des Waldes, auf dem Hochplateau im Bereich der großen Eisenbahnkurve befand sich das Füsilierkompanie 47 in Stellung zur Sicherung des Rösslerhofes der sich wie eine Bastion aus dem Gelände erhob. Am Morgen des 23. November 1944 griff unser 16th Infantry Regiment die 47. Füsilierkompanie im Bereich von Rösslerhof an. Nach hinhaltenden Kämpfen gelang es unserem 16th Infantry Regiment 48 Soldaten und den Kompaniechef der 47. Füsilierkompanie gefangen zu nehmen. Viele Gefallene lagen umher. Doch damit war der Kampf noch nicht beendet. Einige feindliche Soldaten hatten sich im Keller von Rösslerhof verschanzt und forderten nun Artilleriefeuer auf den Hof an. Später stellte sich heraus, dass der Rösslerhof von der Kampfgruppe Eisenhuber, ein zusammengewürfelter Haufen von versprengten Soldaten der 12. und 47. VGD, gehalten wurde. Nachdem wir unsere Angriffe gegen den Rösslerhof eingestellt hatten, versuchte die Kampfgruppe Eisenhuber ihrerseits aus dem von uns  eingeschlossenen Rösslerhof auszubrechen, doch alle Versuche, unseren Einschließungsring zu durchbrechen, scheiterten unter für den Feind hohen Verlusten. Um 21.40 Uhr an diesem Tag kam der Befehl, den Rösslerhof endgültig in Besitz zu nehmen. Dazu erhielt das 16th Infantry Panzerunterstützung. Doch der deutsche Widerstand der Kampfgruppe Eisenhuber war so stark, dass diese ebenfalls einen Gegenangriff, hier erstmals mit Panzerunterstützung, versuchte, doch unsere Artillerie und Panzerjäger kannten kein Pardon. Nach Abflauen der Kämpfe standen 5 deutsche Panzer V im Bereich Rösslerhof. Mehr als 100 Feinde gerieten in Gefangenschaft, waren verwundet worden oder tot.


Während dieser Zeit, hatte der Feind seine Positionen im Schönthal verstärken können. Eine neue Kompanie, die bereits erwähnte Wachkompanie vom LXXXI Armeekorps. Diese Kompanie wurde nun dem Grenadierregiment 104 unterstellt. Dieses Regiment befand sich mit seiner HKL nördlich von Höhe 203. Hier lagen ebenfalls Teile des Pionierbataillons 147 der 47. VGD, welche am 23. November 1944 hart vom 18th Infantry bedrängt wurden.


Am 24. November 1944 wurde Schönthal von Truppen des 18th Infantry überrannt und die Höhe 207, die sich nordöstlich davon befand, genommen. Wenn jetzt noch die Höhe 203 vollständig in  unseren Besitz fallen würde, dann könnte man den finalen Angriff auf Langerwehe durchführen. Doch am Nachmittag dieses Tages starteten die deutschen Verteidiger aus Langerwehe heraus einen schweren Gegenangriff, unterstützt von Artillerie- und Granatwerferfeuer. Dieser Angriff, welcher vom 15. Sturmbataillon der 15. Armee geführt wurde, traf das 18th Infantry mit voller Wucht und so überraschend, dass dieses die bereits teilweise genommene Höhe 203 räumen und sich zurückziehen musste. Erst am  27. November 1944 konnten wir den Feind endlich von Höhe 203 vertreiben.


Ebenfalls versuchten die Deutschen den Rösslerhof wieder in ihren Besitz zu bringen und griffen das 16th Infantry in diesem Bereich verstärkt an, doch man musste diese Angriffe einstellen, da eine andere Einheit des 16th Infantry bereits westlich am Rösslerhof vorbeigestoßen war  und bei Wilhelmshöhe die Bahngleise erreicht hatte. Hier trafen wir auf eine Einheit vom I./Grenadierregiment 89, die wir schon von den Kämpfen im Stolberg- Korridor her kannten, aber nun das erste Mal seit Beginn der Offensive am 16. November 1944 uns gegenüber lag. An der linken Flanke der Division rückte das unterstelle 47th Infantry langsam in Richtung Eisenbahnlinie vor und konnte schließlich nach zähen Kämpfen im Bereich  Wilhelmshöhe Kontakt zum 16th Infantry  herstellen.


Die Höhe 203 wurde immer noch von Einheiten des Regiments 104 und des Pionierbataillons 147 gehalten. Trotz hoher Verluste, hielten sie stur an dieser Position fest. Am 27. November 1944 gelang es  uns, das Gros dieser Einheit von der Höhe zu werfen, jedoch konnte sich eine Kampfgruppe von etwa 50 – 60 Soldaten, alle ausgerüstet mit automatischen Waffen, noch auf dem rückwärtigen Abhang halten.


Weiter nördlich konnten das 47th und 16th Infantry bereits die Bahngleise überschreiten und sich auf die Frenzerburg, den nächsten deutschen Stützpunkt vorarbeiten. Die Burg lag nun unter schwerem Artillerie- und Mörserfeuer. Unser erster Angriff mit Infanterie auf die Frenzerburg wurde von den Deutschen blutig abgewiesen.

Am 27. November 1944 brach der deutsche Widerstand südlich Langerwehe und später auch in Langerwehe selbst zusammen. Nachts zuvor hatten die Deutschen die 3. Fallschirmjäger  Division herangeführt. Die meisten der Soldaten waren 16 – 19 Jahre alt und standen vor ihrer Feuertaufe. Sie kamen größtenteils von der Luftwaffe und hatten nie eine Fallschirmsprungausbildung absolviert, jedoch hatte die 3. Fallschirmjäger Division uns schon in der Normandie und bei Mons/Belgien gegenüber gelegen. Im September / Oktober war die Division dann im Raum  Enschede/Holland neu aufgestellt worden. Nach weiteren Zuführungen von Mensch und Material wurde die Division dann ab dem 23. November 1944 in den Raum Langerwehe – Düren verlegt, mit dem Ziel, unsere Angriffe hier endlich zum Stehen zu bringen. Die ersten Fallschirmjäger erreichten noch Langerwehe und Frenzerburg, doch unser Druck auf beide Objekte war so groß, das die Division gleich schon zu Anfang große Verluste hinnehmen musste. Gleichzeitig verlor sie das Gebiet um Langerwehe und nordöstlich von Jüngersdorf.


In der Nacht vom 26. zum 27. November 1944 sah die Situation in der Frenzerburg für die Deutschen nicht gerade vielversprechend aus. Das Schloss, das sich wie eine Bastion zwischen der Autobahn und der Eisenbahnlinie erhob, lag unter Dauerfeuer des 47th Infantry. Andere Teile des 47th Infantry waren südlich entlang der Strasse Weisweiler – Langerwehe vorgestoßen und hatten dieses Gebiet bis auf die Höhe von Gut Merberich vom Feind gesäubert. Das Gut selber lag nun im Blickfeld der Angreifer.


Noch immer hielt die eine Kampfgruppe den rückwärtigen Abhang der Höhe 203 besetzt und war nicht zu vertreiben. Mit dem Eintreffen des III./Fallschirmjägerregiment 9 in Langerwehe, verstärkten die Deutschen ihre Positionen im Bereich der Höhe 203 und bei Gut Merberich. Währenddessen wurde eine Kampfgruppe des Grenadierregiments 103 in die Frenzerburg geschickt, um die angeschlagenen Kräfte dort zu entlasten. Diese Kampfgruppe hatte zudem den Befehl, unser 47th Infantry in diesem Bereich, außerhalb der Burg anzugreifen und zurückzuwerfen. Eine gepanzerte Einheit sollte aus östlicher Richtung auf die Frenzerburg zukommen und diesen Angriff unterstützen. Doch als sich die Deutschen in der Dämmerung des 27. November 1944 zum Angriff versammelten, wurden sie vom 47th Infantry unter Feuer genommen  und so dezimiert, dass sich die wenigen Überlebenden nach Langerwehe zurückzogen. Ein erneuter Versuch am nächsten Tag, scheiterte ebenfalls. Nun zogen sich die Fallschirmjäger nach Gut Merberich zurück. Die deutschen Fallschirmjäger, eine hoch motivierte Einheit, hatte soeben das Gut Merberich erreicht, als unsere Artillerie ein schweres Bombardement auf die Gebäude und die Umgebung legte. Während dieser Zeit, überschritten Teile des 16th Infantry die Bahngleise und erreichten das Gebiet 300 Meter nördlich Gut Merberich. Ein anderes Bataillon griff nach Ende des Beschusses das Gut Merberich an. Letztendlich konnten 75 Gefangene eingebracht werden, darunter viele Verwundete, die in den Kellern des Gebäudes lagen.


Weiter östlich gelang es dem 18th Infantry nach einem ebenfalls erfolgten schweren Artilleriebombardement den rückwärtigen Abhang der Höhe 203 vom Feind zu säubern. Der Artilleriebeschuss setzte genau dann ein, als die Fallschirmjäger damit begannen, das 15. Sturmbataillon abzulösen. Der Artilleriebeschuss brach endgültig den Widerstandswillen der Fallschirmjäger in diesem Gebiet und sie zogen sich nach Langerwehe zurück, doch das nachfolgende 18th Infantry konnte bereits bis zum Abend den größten Teil von Langerwehe in Besitz nehmen. Hier gab es noch ein paar Scharmützel mit Resten des Fallschirmjägerregimentes 9 und dem 15. Sturmbataillon, aber bis Anbruch der Dunkelheit am 27. November 1944 war der Widerstand endgültig gebrochen. Teile des sich in der Nähe befindlichen Fallschirmjägerregiment 5, zogen sich nach Merode zurück. Daraufhin besetzte das 18th Infantry auch noch den östlichen Teil von Langerwehe und hatte somit die komplette Ortschaft unter Kontrolle.

 

Jüngersdorf und Merode (27. November – 3. Dezember)

 

Um 15:00 h wurde das III./Fallschirmjägerregiment 5 vom III. Bataillon des 26th Infantry nach heftigen Kämpfen aus Jüngersdorf vertrieben. Südlich davon, war das II. Bataillon – 26th Infantry noch immer in Waldkämpfe verwickelt, wobei das schlechte Wegenetz einen Einsatz von Panzer sehr einschränkte. Die Frontlinie lief an diesem Tag in gerader Linie in Nord – Süd Richtung. Alle noch zu erobernden Orte lagen aber schon in Sichtweite. Nach dem Verlust von Stütgerloch war die Ebene östlich von Langerwehe erreicht. Am gleichen Tag war auch die Frenzerburg vollständig eingeschlossen worden und es gelang dem 47th Infantry diese letzte deutsche Bastion, westlich von Langerwehe, an diesem Tag endgültig in Besitzt zu nehmen. Allein innerhalb der Burg wurden 40 Tote Feinde aufgefunden, jedoch war es den wenigen Überlebenden gelungen, aus der  Frenzerburg auszubrechen und die eigenen Linien zu erreichen. Dies geschah in der Nacht vom 27. auf den 28. November 1944 unter dem Feuerschutz feindlicher Artillerie und Panzerkanonen.


Auf der linken Flanke der Division konnte das II. Bataillon vom 26th Infantry aus den Wald ausbrechen und in Merode eindringen. Der starke Widerstand des II./Fallschirmregiments 5 brach aufgrund unseres Angriffsschwungs zusammen. Es wird aber auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Verteidiger auf Befehl zurückgezogen hatten. So konnte die E- und F- Kompanie schließlich in den Ort eindringen und die Häuser am westlichen Dorfrand besetzen. Auch hier entwickelte sich wiederum ein Kampf Mann gegen Mann. Für uns war es unmöglich den Ort Merode mit gepanzerten oder Nachschub – Fahrzeugen zu erreichen. Dem gegenüber erreichten mehrere befestigte Straßen die Ortschaft aus nördlicher und östlicher Richtung. Das II./Fallschirmjägerregiment 5 startete während der Nacht einen schweren Gegenangriff, unterstützt von Panzern, Artillerie- und Mörserfeuer. Der einzige Weg, welche vom Wald her in den Ort führte, lag unter permanenten Artilleriebeschuss und  machte es daher unmöglich Panzer und weitere Truppen in den Ort zu bringen. Ein Panzer, der trotzdem versuchte vorzustoßen, kippte in einen tiefen Graben und brannte später aus. Die beiden Kompanien vom 26th Infantry konnten noch ihre Positionen halten,     doch die wiederholten feindlichen Frontalangriffe dezimierte die Truppe sehr. Zudem hatte ein weiteres Bataillon vom Fallschirmjägerregiment 5 den Ort umgangen und dadurch unsere beiden Kompanien völlig von unseren eigenen Linien abgeschnitten. Nachdem auch das letzte Funkgerät ausgefallen war, bestand überhaupt keine Verbindung mehr zu den beiden Kompanien in Merode. Dadurch konnte auch kein wirksames Artilleriefeuer mehr auf deutsche Stützpunkte geschossen werden. Noch am 30. November 1944 konnten beide Kompanien ihre Stellungen in Merode behaupten, doch in der Nacht zum 1.  Dezember 1944 rückte das I./Fallschirmjägerregiment 5 in das Gebiet zwischen dem Ort und dem Wald ein.


Das II./Fallschirmjägerregiment 5 säuberte daraufhin den gesamten Ort und die Überlebenden der E- und F-Kompanie gingen am 1. Dezember 1944 in Gefangenschaft, nachdem die Munition verschossen und Vorräte verbraucht waren.

Am 3. Dezember 1944 fielen nördlich von Langerwehe die Ortschaft Luchem an das 16th Infantry, welches von Gut Merberich vorgestoßen war und am gleichen Tag östlich von Langerwehe der Stütgerhof an das 18th Infantry. Damit endete der Einsatz der 1st Infantry Division im Hürtgenwald.

 


 

Ein herzliches Dankeschön an Albert Trostdorf für diese Chronik