Die Ordensburg Vogelsang

 

Die NS-Ordensburg Vogelsang ist ein von den Nationalsozialisten errichteter Gebäudekomplex bei Gemünd/Eifel oberhalb der Urfttalsperre in Nordrhein-Westfalen. Die Anlage diente der NSDAP zwischen 1936 und 1939 als Schulungsstätte für den Nachwuchs ihrer Führungskader. Der unter Denkmalschutz stehende Teil der Bauwerke umfasst eine Bruttogeschossfläche von mehr als 50.000 Quadratmeter und gilt nach den Parteitagsbauten in Nürnberg mit fast 100 ha bebauter Fläche als die größte bauliche Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus in Deutschland.


Nach demZweiten Weltkrieg wurde der Komplex von britischen, seit 1950 von belgischen Militärstreitkräften genutzt, die unter dem Namen "Camp Vogelsang" dort eine Kaserne und im umliegenden Gelände einen Truppenübungsplatz einrichteten.

Am 1. Januar 2006 wurde die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, nachdem in dem erweiterten Militärgelände der Nationalpark Eifel, der erste in Norddrhein-Westfalen, errichtet worden war. Unter dem Schlagwort Konversion Vogelsang werden seither unterschiedliche Konzepte für die zivile Nutzung der Anlage diskutiert, die sich im Besitz des Bundes befindet und mit Unterstützung der Landesregierung auf den Kreis Euskirchen übergehen soll.

 

Am 24. April 1936 wurden die drei Ordensburgen in einem Festakt an Adolf Hitler übergeben. Wenig später rückten die ersten 500 sogenannten Junker auf Vogelsang ein. Die Lehrgangsteilnehmer kamen aus ganz Deutschland. Sie waren auf Vorschlag der Gauleitungen von Robert Ley handverlesen ausgewählt worden. Die meisten waren Mitte zwanzig. Voraussetzung waren erste "Bewährung" in der Parteiarbeit, völlige körperliche Gesundheit, Arbeits- und Militärdienst sowie ein Abstammungsnachweis. Weiterhin mussten die Bewerber auf Anordnung von Robert Ley verheiratet sein, dagegen interessierten ihre schulischen Leistungen überhaupt nicht. Den Bewerbern war bei ihrem Eintritt versprochen worden, dass sie nach Abschluss der Ausbildung jedes Regierungs- und Verwaltungsamt in Deutschland bekleiden könnten.

Der Stundenplan sah vor: 6:00 Uhr Frühsport, 7:00 Uhr Fahnenappell, 8:00 bis 10:00 Uhr Arbeitsgemeinschaften, 10:00 bis 12:00 Uhr Vortrag im großen Hörsaal durch Gast- oder Hauptlehrer, nachmittags Sport, 17:00 bis 18:30 Uhr Arbeitsgemeinschaften, 22 Uhr Zapfenstreich. In den Hauptvorlesungen zu den Themen „NS-Rassenkunde“ und „Geo-Politik“ wurden die „Junker“ mit aggressiven außenpolitischen und rassistischen Thesen indoktriniert. Daneben gab es intensive sportliche Schulung, der Schwerpunkt dieser Ausbildung lag bei der Ordensburg Vogelsang auf dem Reitsport.

Die Lehrgänge auf den „NS-Ordensburgen“ sahen auch eine Pilotenausbildung vor. Zu diesem Zweck wurden Flugplätze an allen drei Burgen gebaut. Der Vogelsanger Flugplatz entstand in der Nähe des Walberhofes, nahe der Ortschaft Schleiden-Morsbach.

Nach der Eröffnung des Schulbetriebs nutzte die politische Prominenz des Dritten Reichs Vogelsang auch als Repräsentationsort. Adolf Hitler sowie weitere führende Mitglieder des NS-Staates besuchten mehrfach die Ordensburg. Auf Wunsch der NS-Parteileitung in Berlin wurde die Ordensburg Vogelsang von insgesamt 16 Bunkern des Westwalles gesichert, deren Reste noch heute erkennbar sind und am 1. Dezember 2006 unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Beim Kriegsausbruch im September 1939 wurden die Junker entlassen, die Burg Vogelsang wurde der Wehrmacht übergeben. Diese nutzte die Bauwerke zweimal als Truppenquartier: Einmal beim Westfeldzug 1940, danach im Rahmen der Ardennenoffensive im Dezember 1944.

Zwischenzeitlich waren auf Vogelsang mehrere Klassen so genannter Adolf-Hitler-Schulen untergebracht.

1944 bestand dort ein Wehrertüchtigungslager, in dem 15 bis 16 Jahre alte Kinder aus der Hitler-Jugend militärisch ausgebildet wurden. Durch alliierte Luftangriffe wurden einige Gebäude zerstört, darunter der Ostflügel und die Turnhalle.Beim Kriegsausbruch im September 1939 wurden die Junker entlassen, die Burg Vogelsang wurde der Wehrmacht übergeben. Diese nutzte die Bauwerke zweimal als Truppenquartier: Einmal beim Westfeldzug 1940, danach im Rahmen der Ardennenoffensive im Dezember 1944.

Zwischenzeitlich waren auf Vogelsang mehrere Klassen so genannter Adolf-Hitler-Schulen untergebracht.

1944 bestand dort ein Wehrertüchtigungslager, in dem 15 bis 16 Jahre alte Kinder aus der Hitler-Jugend militärisch ausgebildet wurden. Durch alliierte Luftangriffe wurden einige Gebäude zerstört, darunter der Ostflügel und die Turnhalle.

 

 

Heute und 1945

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

 

 

Wollseifen

 

Auf dem Areal liegt auch der Ort Wollseifen, auch genann das "Tote Dorf". Dieser ist auf einem Wanderweg (ca. 2,7 Kilometer) zu erreichen.

 

Der seit dem Bau der Urfttalsperre zur Jahrhundertwende aufblühende Ort wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt. Die allerschlimmsten Kriegsfolgen waren gerade beseitigt und die erste Ernte konnte eingefahren werden, als die britische Besatzung im August 1946 bekannt gab, dass zum 1. September der Truppenübungsplatz eingerichtet würde. Wollseifen lag danach im Sperrgebiet. Alle 550 Bewohner des Dorfes mussten innerhalb von knapp drei Wochen eine neue Unterkunft suchen und den Umzug organisieren. Die Menschen, die damals ihre Heimat verloren, erlitten ein Trauma, das teilweise bis heute nachwirkt.

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

 

 

 

Anschrift der Ordensburg für euer Navi:

 

Einruhrer Straße - 53937 Morsbach

 

Wichtiger Hinweis: Da die Adresse von Vogelsang von den meisten Navigationssystemen nicht gefunden wird, bitte diese Adresse zur Anreise in euer Navigationssystem eingeben und dann auf die Ausschilderung achten. Die Navigation wird euch nicht bis zum Ziel Vogelsang leiten.


Der zentrale Besucherparkplatz ist gebührenpflichtig: 3,00 EUR pro Fahrzeug.

 

 

 

Öffnungszeiten:

 

 

Sommerzeit


Gelände:
Täglich von 8-20 Uhr

Forum / Gastronomie:
Täglich von 10 - 17 Uhr



Winterzeit


Gelände:
Täglich von 10 - 17.30 Uhr

Forum / Gastronomie:
Täglich von 10 - 17 Uhr

Heiligabend und Silvester
10 - 14 Uhr

 

Bei einer Wanderung nach Wollseifen niemals die Wege verlassen. Lebensgefahr!