Operation "Market Garden" - Holland

Operation Market Garden war der Codename für eine weitere Luft-Boden-Operation der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Sie fand zwischen dem 17. und dem 27. September 1944 in den niederländischen Provinzen Nordbrabant und Gelderland (und in äußerst geringem Umfang am Niederrhein (Deutschland)) statt und hatte das Ziel, den deutschen Westwall zu umgehen und den englischen und amerikanischen Truppen einen raschen Vorstoß ins Deutsche Reich zu ermöglichen. Der Plan bestand aus zwei Teilen: Aus der Operation Market, der bis dahin größten Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs, und aus der Operation Garden, dem geplanten Vorrücken der Bodentruppen durch den damit neu geschaffenen Korridor.

 

Diese Operation versprach, mehrere Vorteile zu verbinden: Ein Gelingen der Operationen hätte bei der Umgehung des Westwalls zu einem alliierten Brückenkopf über den Rhein bei Arnheim geführt, noch bevor die sich zurückziehenden Deutschen eine entsprechende Verteidigung hätten aufbauen können. Ein schneller Vorstoß der Alliierten in die Richtung der wichtigen Industrieanlagen des Ruhrgebiets wäre dann möglich geworden. Dadurch wäre dem Deutschen Reich eine Fortsetzung des Krieges wirtschaftlich weitgehend unmöglich gemacht worden. Die Deutsche 15. Armee in den Niederlanden wäre abgeschnitten worden, gleichzeitig wären die auf London und Paris gerichteten V2-Angriffe unterbunden und die alliierte Nachschubsituation durch die Sicherung der Zufahrt zum Hafen von Antwerpen über die Schelde verbessert worden. Das Angriffsgebiet lag zudem in günstiger Reichweite für die von England aus operierenden alliierten Luftstreitkräfte.

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

 

Der 17. September war ein sonniger Tag. Die Flugzeuge mit den Lastenseglern im Schlepptau starteten gegen 9:30 Uhr von den Flugplätzen in Großbritannien. Danach folgten die C-47 Dakotas mit den an Bord befindlichen Fallschirmtruppen. Die 101. US-Luftlandedivision flog die südliche Route in die Niederlande, während die 82. US-Luftlandedivision und die 1. Britische Luftlandedivision die Nordroute flogen. Die beiden Flugzeugkolonnen erstreckten sich über eine Länge von mehr als 150 Kilometer und erreichten eine Breite von nahezu fünf Kilometern. Insgesamt waren 1.051 Truppentransporter und 516 Lastensegler-Schleppkombinationen auf dem Weg.

Als Geleitschutz flogen auf der Nordroute 371 Spitfire, Tempest und Mosquitos mit. Auf der Südroute schützten 548 Thunderbolts, Lightnings und Mustangs die Transportflugzeuge. Zur Sicherheit wurden die deutschen Flak-Stellungen von 212 Thunderbolts beschossen. Gleichzeitig bombardierten 48 Mitchells und 24 Bostons militärische Einrichtungen bei Nimwegen, Deelen, Ede und Kleve.

Dabei gab es kaum deutsche Gegenwehr, lediglich im Raum Eindhoven gab es einige Angriffe von deutschen Jagdflugzeugen. Während des Anflugs verloren die Alliierten 68 Truppentransporter und 71 Lastensegler-Schleppkombinationen. Die Royal Air Force meldete zwei und die US-Air Force 18 Verluste von Jagdflugzeugen.

 

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

Kurz nach Mittag landeten die ersten Lastensegler der 1. Britischen Luftlandedivision, gefolgt von der Divisionsartillerie und den abspringenden Truppen. Es gab nur vereinzelte Gleiterverluste. Dass zwei Lastensegler mit je einem Panzerabwehrgeschütz nicht ihr Ziel erreichten, war der wohl schwerste Verlust. In der Absprungzone Eindhoven landete das 501. Fallschirminfanterieregiment der 101. US-Luftlandedivision genau in ihrer Landezone südlich von Veghel. Das 1. Bataillon verfehlte den Landepunkt und kam bei Heeswijk auf der falschen Seite des Willemskanals und der Aa herunter. Das 502. und das 506. Regiment landeten mit dem Divisionshauptquartier nördlich des Sonschen Waldes.

Die 82. US-Luftlandedivision verlor bei ihrer Landung nur zwei Dakotas. Das 504. Fallschirminfanterieregiment landete nördlich von Grave – allerdings verfehlte eine Kompanie des zweiten Bataillons das Ziel und landete westlich der Maasbrücke. Die 505. und die 508. Fallschirminfanterie kamen direkt bei den Groesbeek-Höhen herunter. Hier landete auch das 376. Fallschirmartilleriebataillon; die erste Artillerielandung, die jemals in einer Kampfsituation durchgeführt wurde. Das britische Hauptquartier landete gegen 13:30 Uhr ebenfalls bei Groesbeek. Ein kleiner Trupp der 82. marschierte auf direktem Weg zu seinem Sammelpunkt. Da das Operationsgebiet nahe der deutsch-niederländischen Grenze lag und die Grenzführung dort bis heute sehr irreführend geregelt ist, überquerten die Soldaten dieses Trupps bei Weeze als erste Alliierte die deutsche Grenze; sie verließen das Reichsgebiet nach etwa hundert Metern wieder, ohne Feindkontakt gehabt zu haben. Von dieser Begebenheit existieren keine Bilder und niemandem des Trupps war es wohl bewusst; auch die Deutschen schienen es nicht bemerkt zu haben, es fiel erst nach dem Krieg auf.

Bei Arnheim vollendeten die Briten ihre Landungen. Die 1. britische Fallschirmbrigade konnte ihre Landezone gegen 13:53 Uhr westlich von Arnheim erreichen.

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

Um 14:00 Uhr eröffneten im Rahmen von „Garden“ 408 Geschütze des 30. Korps in Lommel an der eine Woche zuvor eroberten Brücke Joe's Bridge das Feuer auf die gegenüberliegende deutsche Kampfgruppe „Walther“ des 86. deutschen Korps am Schelde-Maas Kanal. Die Brücke hatten die Belgier bereits im Jahre 1940 gesprengt, die Deutschen hatten direkt daneben aber eine hölzerne Pontonbrücke errichtet, die von einem 88-mm-Geschütz aus einem kleinen Haus am Ufer beschützt wurde. Als die alliierten Panzer vorrückten, setzte von deutscher Seite Gegenfeuer ein, das die ersten in Zweierreihe vorrückenden Panzer außer Gefecht setzte. Zur Unterstützung rief der den Vorstoß leitende Lieutenant Colonel J.O.E. Vandeleur zur Luftunterstützung eine Typhoon-Staffel herbei, die die deutschen Stellungen kurz darauf heftig unter Feuer nahm. Danach war deren Widerstand gebrochen und dem Vormarsch des 30. Korps stand nichts mehr im Weg.

 

Die Panzerdivision unter Major General A.H. Adair erreichte gegen 19:30 Uhr das Städtchen Valkenswaard. Das 12. Korps unter Lieutenant General Neil Ritchie attackierte zusammen mit der 15. und der 53. Division weiter nördlich die deutsche Kampfgruppe „Schill“, eine Einheit des 88. deutschen Korps, und erreichte dabei nur langsame Fortschritte.

 

Unterdessen hatte die 101. US-Luftlandedivision die meisten Straßen- und Eisenbahnbrücken im Raum Heeswijk-Veghel unter Kontrolle. Doch bei Son wurde direkt vor ihren Augen die Straßenbrücke über den Wilhelminakanal von den Deutschen gesprengt. Ein Vorstoß des 2. Bataillons der 502. Fallschirminfanterie gegen eine andere Brücke wurde zurückgeworfen.

Die 1. Fallschirmjägerbrigade unter Brigadier G. W. Lathbury begann damit, auf Arnheim vorzurücken. Dazu teilte sie sich in drei Gruppen auf. Die Gruppe „Lion“ ging den zentralen Weg auf Oosterbeek zu. Die Gruppe „Leopard“ nahm den nördlichen und die Gruppe „Tiger“ den südlichen Weg. Zu diesem Zeitpunkt funktionierte die Funkkommunikation noch gut, doch als die einzelnen Gruppen sich voneinander entfernten, begannen die Funkprobleme. Dadurch entstanden auch einige Falschmeldungen oder Falschdeutungen von Funksprüchen. Eine davon lautete, dass die Lastensegler der Aufklärungsschwadron nicht angekommen seien. Daher beschlossen die Gruppen, auf eigene Faust nach Arnheim vorzurücken. In Oosterbeek trafen die Briten auf die deutsche Kampfgruppe „Spindler“, Teil der SS-Kampfgruppe „Hohenstaufen“, die in den Morgenstunden des 18. September den Großteil der 1. Fallschirmjägerbrigade daran hinderte, sich weiter auf die Brücke über den Niederrhein zuzubewegen. Unterdessen gelang es einer anderen Gruppe unter Lieutenant Colonel John Frost, das Stadtzentrum zu erreichen und das Nordende der Brücke einzunehmen.

Quelle: Unbekannt
Quelle: Unbekannt

Für den 18. September waren die Wettervorhersagen der alliierten Meteorologen zwar optimistisch, doch die Wetterlage über der britischen Insel machte dann doch den Start der zweiten Welle zunächst unmöglich. Auch die Luftunterstützung für die Operation wurde gekürzt. Dies lag zum einen am Wetter, aber auch an der schlechten Zusammenarbeit zwischen Briten und Amerikanern. So bestand Brereton unter anderem darauf, dass die alliierten Flugzeuge in Belgien am Boden blieben, seine Maschinen aber Einsätze flogen. Über den Niederlanden klarte gleichzeitig das Wetter auf, so dass die deutsche Luftwaffe sehr gute Sicht hatte und mit voller Stärke einzugreifen begann. So war Market Garden die einzige alliierte Operation in Nordwesteuropa mit deutscher Luftüberlegenheit, die hauptsächlich auf das Konto der internen alliierten Streitigkeiten ging.

 

Die Panzer des 30. Korps rollten weiter auf Eindhoven vor. Die 213. Brigade blieb als Sicherung in Valkenswaard zurück, und die restlichen Einheiten nahmen den Weg in Richtung Helmond, östlich von Eindhoven. Dort setzte aber die deutsche Kampfgruppe „Walther“ dem Vormarsch vorerst ein Ende, indem sie die Panzer zum Halten zwang und Widerstand leistete.

 

In Eindhoven hatten unterdessen die Einheiten der 101. US-Luftlandedivision die Lage weitgehend im Griff und mit Hilfe des niederländischen Widerstands die wenigen deutschen Soldaten aus der Stadt vertrieben. Sie erreichten die zerstörte Brücke über den Wilhelminakanal bei Son und begannen mit dem Aufbau einer Bailey-Brücke. Ein Versuch, die Brücke bei Best einzunehmen, scheiterte, da diese kurz vorher durch die deutsche 59. Infanteriedivision gesprengt worden war.

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

 

Soldaten der 101. US-Luftlandedivision werden von Einheimischen des Widerstands in Eindhoven eingewiesen.

Während in Nimwegen die Amerikaner wieder und wieder versuchten, die Brücke über die Waal zu erobern, setzten südöstlich von Arnheim Soldaten der Kampfgruppe „Frundsberg“ über den Pannerdens Kanal (einen kanalisierten Teil des Niederrheins) um nach Nimwegen zu gelangen. Auch die ersten Einheiten des Korps „Feldt“ erreichten ihren Einsatzort und begannen, die Groesbeek-Höhen anzugreifen. Die Kampfgruppe von Tettau nahm auf ihrem Weg nach Renkum im Westen von Arnheim alle deutschen Soldaten auf, denen sie begegnete, und griff die Briten aus diesem Raum heraus an. Diese waren aus der Richtung Oosterbeek mittlerweile bis auf zwei Kilometer an die Arnheimer Brücke herangekommen. In Arnheim selbst entbrannte der Kampf zwischen den Briten um Frost und der SS-Kampfgruppe „Knaust“ auf das heftigste. Auch aus Nimwegen kamen deutsche Einheiten in den Norden Arnheims und nahmen das Gefecht mit Frosts Einheiten auf. Diese hatten lediglich für 48 Stunden Rationen dabei, auch ihre Munition war nicht unbegrenzt. Die Zeit arbeitete für die Deutschen, denen es weiter gelang, Verstärkung aus Deutschland in das Kampfgebiet zu verlegen.

 

Von diesen Problemen war Browning nicht viel bekannt, da es immer wieder Probleme mit den Funkverbindungen zu den Einheiten gab. So mussten andere Möglichkeiten der Kommunikation genutzt werden. Das GHQ Liaison Regiment hielt mit seiner speziellen Ausrüstung Kontakt mit London, und auch ein BBC-Nachrichtenteam war anwesend. Die 1. Britische Luftlandedivision hatte direkte Verbindung mit ihrem Hauptquartier in Moor Park, England, über das wiederum die Verbindung mit Browning lief. Der niederländische Widerstand konnte die 82. US-Luftlandedivision von den Schwierigkeiten der Briten in Arnheim über ein weitreichendes Telefonsystem unterrichten, dessen Leitungen sogar bis nach Son zur 101. US-Luftlandedivision reichten. Die Briten ließen am nächsten Tag über Moor Park eine direkte Verbindung zu den Landeeinheiten in Arnheim einrichten, doch die Kontrolle war ihnen längst entglitten.

Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia
Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia

(Deutsches Sturmgeschütz in den Straßen von Arnheim)

 

Die zweite Welle startete verspätet am nächsten Morgen und landete bei Eindhoven mit zwei Bataillonen zur Unterstützung der 101. US-Luftlandedivision. Zusammen mit den britischen Panzern attackierte die 502. Fallschirminfanterie die deutsche 59. Infanteriedivision in deren Stellungen bei Best und machte über 1.000 Gefangene. Unterdessen überrannte das Korps „Feldt“ Teile der Landezonen der 101., wurde jedoch kurz darauf von der 505. Fallschirminfanterie wieder zurückgeworfen.

 

Auch bei Arnheim traf die zweite Welle bei den Briten ein, konnte jedoch nicht erfolgreich zu den kämpfenden Einheiten vordringen, da die Landezonen mittlerweile von SS-Truppen kontrolliert wurden. Bei diesen landeten auch viele für die Briten wichtige Nachschublieferungen. Für die Briten war nun ein Brückenkopf über den Niederrhein wichtig, um eine Verbindung zum von Süden anrückenden 30. Korps der Briten zu schaffen. Dazu sollte südwestlich von Oosterbeek die Kontrolle über die Fähre bei Heveadorp erlangt werden.

 

Das 30. Korps hatte mittlerweile das Areal zwischen Eindhoven und Nimwegen bei Son erreicht, mittlerweile stand nun die 101. US-Luftlandedivision unter ihrem Befehl. Das 8. Korps begann nun auch mit seinem Flankenvorstoß. Allerdings hatten sie keinerlei Überraschungseffekt mehr ausnutzen können und kamen nur sehr langsam voran. Die Deutschen unter General Model bereiteten unterdessen ihre Gegenoffensive vor.

Quelle: Unbekannt
Quelle: Unbekannt

Die Brücke bei Arnheim nach den schweren Gefechten.

Die Brücke im Mai 2010
Die Brücke im Mai 2010

 

Auch am 19. September hatte sich das Wetter nicht wesentlich verbessert. Aus diesem Grund konnte weitere wesentliche Unterstützung durch ein Infanterieregiment und zusätzliche Artillerie nur im Raum Eindhoven bei der 101. US-Luftlandedivision eintreffen. Zwei Infanteriebataillone für den Raum Nimwegen und die 1. Polnische Fallschirmjägerbrigade erreichten ihr Ziel nicht. Dies lag nicht zuletzt an der deutschen Luftwaffe, die für diesen Tag 125 Einsätze verzeichnete. 

 

In Arnheim startete die 1. Britische Fallschirmbrigade ihre Attacke ostwärts entlang des Niederrheins in Richtung der Brücke noch vor dem Morgengrauen. Als sich der Morgennebel verzog, befanden sie sich aber im Kreuzfeuer der Flak-Geschütze im Süden und der aus dem Norden feuernden SS-Kampfgruppe „Spindler“. Die deutsche Gegenwehr war so heftig, dass der amerikanische Vormarsch gegen Mittag unter großen Verlusten abgebrochen werden musste. Auch die anderen britischen Vorstoßversuche brachten kaum Erfolge, allerdings gelang es General Urquhart, sich aus der deutschen Umklammerung zu befreien. Er konnte sich direkt mit einem Jeep zum Divisionshauptquartier begeben, wo er umgehend mit der Reorganisation der Restdivision begann. Damit die 1. Polnische Fallschirmjägerbrigade nicht in der vorgesehenen Absprungzone landete, da diese unter deutscher Kontrolle war, wurde ein entsprechender Funkspruch abgesetzt. 

 

Nördlich von Eindhoven war bei Son mittlerweile die Bailey-Brücke fertiggestellt worden und die Panzereinheiten rückten im Morgengrauen über den Wilhelminakanal vor. Am Mittag hatten sie bereits Grave südwestlich von Nimwegen erreicht. Damit ging das Kommando über die 82. US-Luftlandedivision an Horrocks über, dessen Lage sich aber zunehmend verschlechterte. Bei Heuman wurde von Browning, Gavin, Adair und Horrocks ein gemeinsames Kommandozentrum eingerichtet. Da weiterer Entsatz sich immer noch verspätete, organisierte Gavin ein neues Bataillon, das er aus 450 Lastenseglerpiloten bildete. Doch ein weiterer Angriff auf die Brücke über die Waal schlug fehl, und so erwog er einen amphibischen Angriff über den Fluss, um so beide Brückenseiten in Besitz zu nehmen. Daraufhin ordnete Horrocks an, die Boote des 30. Korps von Hechtel zur Front zu bringen. 

 

Einem geplanten Angriff der deutschen 59. Infanteriedivision von General Student kam die 101. US-Luftlandedivision zusammen mit der 8. Panzerbrigade zuvor, so dass sich die Deutschen wieder zurückziehen mussten. Allerdings überrannte die deutsche 107. Panzerbrigade das Hauptquartier von Taylor, bevor eine Verteidigung organisiert werden konnte. Weitere Lastensegler mit Divisionstruppen trafen ein, darunter auch die Hälfte der erwarteten Artillerie. Jedoch erreichten nur knapp 40 Tonnen Nachschub ihr Ziel.

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

 

In Arnheim musste der britische Vorstoß unterdessen unter hohen Verlusten gestoppt werden, da kaum noch Munition vorhanden und die Soldaten total erschöpft waren. Im Gegensatz dazu erhielt die deutsche Seite immer mehr Unterstützung. Die 208. Kampfbrigade aus Dänemark und die Flakbrigade „Von Swoboda“ waren inzwischen pünktlich eingetroffen. Zwar gelang es den Deutschen noch nicht, ihre Attacken sauber zu koordinieren, aber die britische 4. Fallschirmbrigade wurde erfolgreich am weiteren Vorrücken gehindert. Taylor blieb nichts weiter übrig, als seine Männer wieder zurückzuziehen.

 

Einige polnische Lastensegler erreichten tatsächlich ihre Landezone bei Arnheim, da sie nicht mehr rechtzeitig gewarnt werden konnten. Als die polnischen Soldaten die Gefahr erkannten, sammelten sie sich schnell und versuchten, nach Westen zu den Briten durchzubrechen. Auch die erhofften Nachschublieferungen konnten nur teilweise ihr Ziel erreichen. Knapp 400 Tonnen wurden über Arnheim von 63 Dakotas und 100 Stirlings abgeworfen. Ein Großteil davon landete wieder bei den Deutschen.

 

Inzwischen hatte das britische 12. Korps auf der linken Flanke die Straße von Turnhout nach Eindhoven erreicht. Auf der rechten Flanke war Weert erreicht, und der Vormarsch ging weiter Richtung Helmond.

Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia
Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia

 

Das schlechte Wetter verhinderte wiederum auch am folgenden 20. September, dass zusätzliche alliierte Truppen eingeflogen werden konnten. Lediglich Nachschubflüge waren möglich. Die 82. US-Luftlandedivision erhielt fast 80 Prozent der erwarteten Tonnage. Die Briten hatten sich zu der Zeit auf eine Position bei Oosterbeek zurückgezogen, und Urquhart legte zusammen mit dem Korpshauptquartier über Funk eine neue Landezone für die einzufliegenden polnischen Truppen bei Driel fest, wo sie einen Brückenkopf bilden sollten. Auch für die Nachschubabwürfe wurde die Landezone nach Oosterbeek verlegt. Doch durch heftiges deutsches Abwehrfeuer zeigte sich, dass das Abwerfen des Nachschubs in die Straßen und Wälder ein schwieriges Unterfangen war. Daher erreichte die Briten nur knapp 13 Prozent des erwarteten Nachschubs. Die sich bekämpfenden Soldaten trafen in den Wäldern und Häusern des Ortes aufeinander und Scharmützel mit Mörsern und Scharfschützen bestimmten das Bild. Dies ging so weit, dass die Briten und die Deutschen verschiedene Etagen in einzelnen Häusern gegeneinander verteidigten.

 

Die Versorgung der vielen Verwundeten auf beiden Seiten wurde in diesem Bereich fast unmöglich, so dass die Briten mit den Deutschen gegen Mittag einen Waffenstillstand vereinbarten. Die Verwundeten beider Seiten wurden dabei von deutschen Sanitätseinheiten in ein Arnheimer Krankenhaus gefahren.

 

In Arnheim selbst zog sich der Ring um die kämpfenden Briten immer weiter zusammen. Die Deutschen versuchten, sie mittels Artilleriefeuer und Flammenwerfern aus den Häusern zu werfen. Dazu kamen der immer weiter schrumpfende Vorrat an Wasser, der nur noch für einen Tag reichte, und die wenige verbleibende Munition. In einer kurzzeitigen Waffenruhe wurden auf beiden Seiten insgesamt mehr als 200 Verwundete weggebracht, unter ihnen auch Lieutenant Colonel John Frost.

Eindhoven feiert die Befreiung (Quelle: US National Archives)
Eindhoven feiert die Befreiung (Quelle: US National Archives)

 

Auch weiter südlich bei Eindhoven erfolgten gegen Morgen wieder deutsche Angriffe auf den „Hell's Highway“, wie die Straße nach Nimwegen nun von den Amerikanern genannt wurde. Die deutsche 107. Panzerbrigade versuchte, nach Son durchzubrechen, wurde aber von Einheiten der 101. US-Luftlandedivision und der 8. Panzerbrigade ein weiteres Mal zurückgedrängt. Das 30. Korps konnte nur äußerst langsam weiter nach Norden vordringen. In Nimwegen bereiteten sich Truppen auf den Brückenangriff vor, indem sie die Vororte säuberten und auf die Brücke vorrückten. Am Nachmittag waren endlich die Boote eingetroffen, und nachdem eine Rauchwand gelegt worden war, überquerten die Boote insgesamt sechs Mal unter starkem deutschen Artilleriefeuer den Fluss. So wurden zwei Kompanien auf die andere Seite der Waal gebracht. Bei Groesbeek konnten verstärkte deutsche Einheiten erhebliche Erfolge verzeichnen, aber noch gelang es den Amerikanern, ihre Positionen dort zu halten. An diesem Tag war die Aufstockung des deutschen Kontingents erheblich, und weiterer Truppennachschub wurde erwartet. Nimwegen sollte am nächsten Tag zurückerobert werden, damit die nur drei Bataillone der Kampfgruppe „Frundsberg“, die zwischen Nimwegen und Arnheim lagen, von dort unterstützt werden konnten.

Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives

 

Der folgende Donnerstag war kalt, und das Wetter verhinderte weiterhin die Nachschubflüge.

 

Die Deutschen festigten ihre Stellungen bei den Groesbeek-Höhen, da das Korps „Feldt“ zu erschöpft war, um die vorrückenden Panzer der Amerikaner auf der Straße nach Nimwegen zu erreichen. Alle deutschen Truppen nördlich kamen nun unter das Kommando der 2. SS-Panzerbrigade, die den Erfolg in Arnheim weiter vorantrieb. Der Rest wurde der 1. Fallschirmjägerarmee unter General Student zugewiesen, der versuchte, einen Zangenangriff der deutschen 86. und 88. Korps zu organisieren.

 

In Arnheim begann der letzte Kampf gegen 09:00 Uhr. Die Briten versuchten einen Ausbruch durch die Reihen der Kampfgruppe „Knaust“, um zu ihrer Division zurückzukehren. Es gab keine formale Kapitulation, kleinere britische Gruppen ergaben sich jedoch, da sie keine Munition mehr hatten oder von den Deutschen überrannt worden waren. Um die Mittagszeit überquerten die Deutschen die Brücke über den Niederrhein. Der Kampf hatte 88 Stunden gedauert.

 

Urquhart, der wieder in Oosterbeek eingetroffen war, organisierte eilig eine neue Kommandostruktur, mit der er hoffte, die Kampfgruppe „von Tettau“ im Westen und die Kampfgruppe „Hohenstaufen“ im Osten besser bekämpfen zu können. Doch beide Seiten konnten kaum Fortschritte erreichen.

Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia
Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia

 

Die beiden Brücken in Nimwegen waren unterdessen von den Alliierten gesichert und die ersten Panzer des 12. Korps rollten nach Norden auf Arnheim zu. Sie fuhren zügig bis Elst und hielten dort an, da sie den Gegenangriff der Kampfgruppe „Knaust“ erwarteten, die ihnen von Arnheim entgegenkam. Zudem bot die Straße für die Panzer kaum Deckung, und die neben ihr verlaufenden Gräben waren hervorragende Verstecke für deutsche Soldaten. Die letzten Widerstandsnester in Nimwegen wurden währenddessen von Einheiten der 43. Division ausgehoben, die auf ihre letzte nachrückende Brigade wartete. Als diese eintraf, wurde sie angewiesen, sofort den anderen Panzergruppen nach Norden zu folgen und dann auf Richtung Driel einzuschwenken, um sich bei Heveadorp anschließend mit den Briten zu treffen. Ein Angriff zweier Regimenter der 82. US-Luftlandedivision auf das Korps „Feldt“ bei den Groesbeek-Höhen vertrieb die Deutschen von dort und das 30. Korps konnte nun endlich mit seinen Panzern weiter nach Norden vordringen. Urquhart gelang es mit der Artillerieunterstützung des Korps, den deutschen Vorstoß nördlich der Waal aufzuhalten.

 

Als Model von dem amerikanischen Erfolg unterrichtet wurde, verlangte er umgehend weitere Truppenunterstützung, die ihm mit der schweren Panzerabteilung 506 gewährt wurde. Diese Einheit verfügte über 45 Panzerkampfwagen VI Tiger II, die sogenannten „Königstiger“. Weiterhin wurden ihm Spezialkampfgruppen und Ausrüstung zugesagt.

 

Die polnischen Fallschirmjäger starteten an diesem Tag von Großbritannien aus und versuchten eine Landung. Doch von den 114 anfliegenden Dakotas mussten nicht weniger als 41 wieder umkehren, darunter das komplette 1. Bataillon. Dies lag nicht nur am Wetter, sondern auch an den über 100 Kampfflugzeugen der deutschen Luftwaffe, die sie am Zielort erwarteten. Beim Durchbruch zwischen den angreifenden Jägern gingen noch etliche Maschinen verloren, aber Generalmajor Sosabowski gelang es, zusammen mit 750 seiner Soldaten die Landezone zu erreichen. Was ihnen allerdings fehlte, waren die schweren Waffen, die schon am Vortag bei den Lastensegleranflügen verlorengegangen waren. Der deutsche Obersturmbannführer Harzer organisierte eilig einen Sperrgürtel zwischen der Brücke von Arnheim und den polnischen Einheiten, der aus 2.500 Soldaten bestand und unter dem Namen Sperrverband Harzer bekannt wurde.

 

Weitere Nachschubflüge brachten den Briten wiederum nur 41 Tonnen Nahrung und Ausrüstung nach Arnheim. Währenddessen bereiteten sich die Polen auf eine Überquerung des Niederrheins vor.

 

Am südlichen Ende des Korridors gelang es der 101. US-Luftlandedivision mittlerweile, die Deutschen auf beiden Straßenseiten zurückzuwerfen. Die Vorstöße der britischen 8. und 12. Korps waren fast zum Halten gekommen, und Generalleutnant Dempsey begann, das Hauptquartier der 2. Armee nach Sint-Oedenrode zu verlegen, während Feldmarschall Montgomery das taktische Hauptquartier der 21. Heeresgruppe südlich von Eindhoven aufschlug. Montgomery und Eisenhower waren sich in der Frage, wie bei Arnheim weiter vorgegangen werden sollte, nicht einig, und Patton forderte mehr Truppen für eine Rheinüberquerung. Aus diesem Grund fand nun endlich die erste Konferenz zwischen den Verantwortlichen seit dem Landungstag statt.

Der nächste Tag begann mit Nebel, der sich dann aber schnell verzog. Eine Attacke zweier deutscher Kampfgruppen auf dem „Hell's Highway“ zerteilte die amerikanische 69. Brigade zwischen Uden und Grave in zwei Hälften, als sie auf Nimwegen vorrückten. Ein Gegenangriff, den die 101. US-Luftlandedivision ausführte, wurde von der 83. Gruppe der Royal Air Force mit Tieffliegerangriffen unterstützt.

 

General Maxwell Taylor war kurz zuvor vom niederländischen Widerstand über die bevorstehende deutsche Attacke unterrichtet worden und sandte Soldaten des 506. Fallschirminfanterieregiments nach Uden sowie die 502. Fallschirminfanterie nach Veghel. Horrocks war gezwungen, seine Panzer umkehren zu lassen. Den Deutschen war es in diesem Areal gelungen, die Brücke bei Veghel unter Feuer zu nehmen. Aus diesem Grund konnten an diesem Tag weder Ausrüstungsgegenstände noch Nachschub nach Nimwegen gebracht werden.

 

Weiter nördlich versuchte das 30. Korps weiterhin, zu den Briten aufzuschließen. Es wurde aber in heftige Kämpfe verwickelt. Auch das Erreichen der gelandeten Polen durch britische Einheiten erwies sich als kaum durchführbar. Die Polen selbst versuchten gegen Nachmittag eine Überquerung des Niederrheins, aber nur einige Männer erreichten das andere Ufer. Weitere Versuche wurden daraufhin aufgegeben. Auch bei Oosterbeek gingen die deutschen Angriffe weiter und Urquhart forderte dringlichst Entsatz an.

Quelle. US National Archives
Quelle. US National Archives

Die von Eisenhower in Versailles einberufene Konferenz deckte die Schwächen der Operation auf, und die Befehlshaber versuchten zu retten, was zu retten war. Eisenhower bestand darauf, eine weit angelegte Front in Richtung des Rheins zu schaffen, bei der die 1. Kanadische Armee zur Schelde vorrücken und Antwerpen nehmen sollte. Bradley wurde angewiesen, Patton zu stoppen, während die 1. amerikanische Armee mit der Unterstützung des 19. US-Korps und des britischen 8. Korps Kurs nach Norden auf Aachen nehmen sollte. An der Stelle des 30. Korps sollte die 1. britische Armee mit dem 8. Korps in der Führung den Weg nach Venlo und Kleve einschlagen. So wurde die Operation des 30. Korps als zweitrangig eingestuft, nunmehr erhielt die Rettung der britischen Fallschirmjäger Vorrang.

 

Die 101. US-Luftlandedivision wurde unter den Befehl des 8. Korps gestellt und sollte zusammen mit der neu aufgestellten 50. Division und der königlich-niederländischen Brigade „Prinses Irene“ den neuen Plan gegen deutsche Angriffe aus dem Westen und Nordwesten absichern, während die 11. Panzerdivision mit der 3. Division nordöstlich zum Rhein vorrückte. Das 30. Korps wurde mit den nördlich von Grave befindlichen Einheiten, der 43. Division, der 82. US-Luftlandedivision und der britischen Panzerdivision in seiner Stellung belassen. Das Kommando über diese bekamen die britischen Fallschirmjäger in Arnheim, deren Rückzug und Rettung nun beschlossene Sache war.

Seit der Landung war der 23. September der erste Tag, der wirklich gutes Wetter brachte und den alliierten Flugzeugen weitreichende Eingriffsmöglichkeiten bot. Mit dieser Unterstützung und heftigem Artilleriefeuer konnten die Briten ihre Stellungen in Arnheim weiter verteidigen, obwohl die deutschen Kampfgruppen „von Tettau“ und „Hohenstaufen“ sie in starke Bedrängnis brachten.

 

Generalfeldmarschall Model wurde langsam ungeduldig und gab Bittrich 24 Stunden Zeit, um die Briten aus Arnheim zu vertreiben. Er änderte auch die Kommandostruktur der deutschen Einheiten, indem er alle Truppen westlich der Market Garden Operation der 15. Armee unterstellte und die östlichen Truppen der 1. Fallschirmjägerarmee. Bei Veghel verstärkten sich die Bemühungen der beiden Kampfgruppen „Schill“ und „Walther“, aber die Straße konnte von der 506. Fallschirminfanterie mit britischer Panzerunterstützung wieder freigekämpft werden.

Am frühen Nachmittag hoben in Großbritannien die Flugzeuge der dritten Welle ab. 654 Truppentransporter und 490 Lastensegler begaben sich auf die nördliche Route. Die 82. US-Luftlandedivision bekam Verstärkung durch ein Infanterieregiment und die 101. US-Luftlandedivision durch ein Feldartillerieregiment und den Rest einer Infanterieeinheit, deren erste Soldaten schon mit der zweiten Welle gelandet waren. Das 1. Polnische Bataillon landete bei Oude Keent, einem kleinen Flugplatz, der für die Nachschublieferungen ausgesucht worden war. Es setzte sich sofort nach Norden in Bewegung, um zu den anderen beiden Bataillonen aufzuschließen, die mittlerweile unter der Führung der zur 43. Division gehörenden 130. Brigade standen.

 

Gegen die deutsche Kampfgruppe „Frundsberg“ konnten nur schrittweise kleinere Erfolge verzeichnet werden, während im Süden der Korridor weiter von deutschen Einheiten freigekämpft wurde. Die 130. Brigade war nun bei den polnischen Einheiten bei Driel angekommen, und nach Einbruch der Dunkelheit setzten auf Befehl Sosabowskis 200 Männer zu den Briten über.

Dank des anhaltend guten Wetters flog die britische Air Force weitere Einsätze im Raum Arnheim. Mit der Unterstützung der Tiefflieger und der Artillerie des 30. Korps gelang es, das von den Briten gehaltene Gebiet erfolgreich zu verteidigen. Zwischen den Kampfhandlungen vereinbarten beide Seiten immer wieder kurze Waffenstillstände, um Verwundete bergen zu können. Briten und Deutsche waren mit den Kräften am Ende und es gab kaum Nachschub. Nach einer Woche erbitterten Kampfes ohne Pause würde der Erfolg der Seite sicher sein, der es als erste gelang, die Ablösung durch frische Truppen sicherzustellen. Das geschah bei den Deutschen durch die Ankunft des 506. schweren Panzerbataillons, das zwei Kompanien zur Unterstützung der Kampfgruppe „Frundsberg“ nach Elst entsandte und eine Kompanie östlich nach Oosterbeek. Das 30. britische Korps eroberte derweil das Örtchen Bemmel.

Sehr früh am Morgen des 25. September versuchte die britische 43. Division die Überquerung des Niederrheins. Schwere Windböen und einsetzender starker Regen zwang die Briten zum Abbruch der Aktion. Die wenigen Männer, die das andere Ufer erreicht hatten, konnten dort nur wenig ausrichten. Zu diesem Zeitpunkt bekam die deutsche Kampfgruppe „von Allworden“ ihre Verstärkung in Form der versprochenen Königstiger. Sie attackierten sofort und konnten tief in die Linien der Briten eindringen. Dank des eigenen Artilleriefeuers und der eingreifenden Jagdflieger der Royal Air Force gelang es dann den Briten, trotz des deutschen Ansturms ihre Position noch einen weiteren Tag zu halten. Am Nachmittag wurde mit schwerem Artilleriebeschuss die Befreiung gestartet. Unter diesem Schutz überquerten britische und kanadische Pioniereinheiten den Niederrhein, um die dort festsitzenden Überlebenden wieder zurück auf die andere Seite zu bringen. Die Verwundeten wurden mit einer Anzahl an Freiwilligen zurückgelassen. Alle anderen zogen sich durch einen 700 Meter breiten freien Bereich zurück.

Der Rückzug zog sich bis zum Morgengrauen des 26. Septembers hin. Damit wurden 1.816 Briten und 160 Polen gerettet. 240 weitere Soldaten wurden etwas später noch vom niederländischen Widerstand aus der Gefahrenzone gebracht. Die Überlebenden marschierten in der Dunkelheit von Driel nach Nimwegen. Die Wege waren zur Orientierung mit weißen Bändern gekennzeichnet. In Nimwegen wurden sie schon mit frischer Kleidung und Ausrüstung erwartet.

 

Gegen 14:00 Uhr hatten die Deutschen das Gebiet erobert, sie machten nach eigenen Angaben während der gesamten Operation insgesamt 6.450 Gefangene.

In der erbittert umkämpften Stadt Arnheim verbluteten in dieser neuntägigen Schlacht die eingeschlossenen britischen Fallschirmjäger, ebenso in einer kilometerweit entfernten Igelstellung bei Oosterbeek. Nur Reste, die sich durchschlagen konnten, erreichten noch die eigenen Linien. Von den 17 200 Männern, die das Unternehmen "Market Garden" nach den Berechnungen des US-Historikers Cornelius Ryan ("Die Brücke von Arnheim") gekostet hat, gingen 7872 auf das Arnheimer Konto - 7872 Gefallene und Gefangene von 10 095 dort gelandeten Soldaten. Die deutschen Verluste lagen bei 3 300.

 

Der englische Historiker Christopher Ailsby schreibt in seiner "Geschichte der Waffen-SS" (London, 1998) zur Schlacht von Arnheim: "Entgegen einem Vorurteil verhielten sich die Soldaten der Waffen-SS nach dem Kampf ritterlich gegenüber ihren britischen Gefangenen." Noch im Verlauf der Kämpfe wurden mehr als 2200 verwundete Engländer von den Sanitätseinheiten der Division "Hohenstaufen" übernommen und versorgt. Darüber hinaus bestückte die Waffen-SS zurückfahrende britische Sanitätsfahrzeuge mit Verbandsmaterial zur Versorgung jener Verwundeten, die sich vor Kampfesende nicht in deutsche Obhut begeben wollten.

 

 

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