George S. Patton
Quelle: US National Archives
George Smith Patton Jr., geboren am 11. November 1885 in San Gabriel (Kalifornien) war wohl der bekannteste und schillernste General der US Army im Zweiten Weltkrieg.
Er war berüchtigt für seine eiserne Disziplin in der Truppenführung. Er gilt als eine der
schillerndsten Personen des Zweiten Weltkriegs und war Absolvent des Virginia Military Institute und der US Military Academy in West Point.
Er beendete die Olympischen Spiele in Stockholm 1912 im modernen Fünfkampf als Fünfter. 1915 wurde er Lieutenant. Patton wurde an die mexikanische Grenze verlegt, wo er erfolgreich gegen
Aufständische kämpfte und dabei „General” Julio Cardenas, den Führer der Leibgarde Pancho Villas, mit seinem Colt tötete.
Unter General Pershing kämpfte Captain Patton während des Ersten Weltkriegs in Europa. Er bildete die
ersten 500 amerikanischen Panzerfahrer aus. Patton beendete den Krieg, durch MG-Feuer verwundet, als Colonel. Patton war Anhänger der Reinkarnationstheorie und glaubte, in einem früheren Leben schon
einmal in Frankreich gewesen zu sein.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde er durch seine Erfolge in Nordafrika (Stoppen des Tunesien-Feldzugs) und auf Sizilien (Operation Husky). 1943 wurde er auf Vorschlag von General Eisenhower zum
Lieutenant General befördert.
Bei der Operation Overlord, der Invasion in Frankreich 1944, war Patton nicht dabei, weil er auf Sizilien einen einfachen Soldaten geohrfeigt hatte und nach heftigen Angriffen in der Heimatpresse von seinem Kommando entbunden worden war. Unter anderem deshalb glaubte die deutsche Führung nach der Landung in der Normandie an ein Ablenkungsmanöver der Alliierten. Erst mehrere Wochen nach der Invasion erlangte Patton als kämpfender General der 3. US Army legendären Ruhm. Er drillte persönlich seine Truppen und formte diese zu kampfstarken, vom Gegner respektierten Kampfverbänden.
Pattons wohl bedeutendster Erfolg als Truppenführer war sein Durchbruch durch die deutschen Linien am 25. Juli 1944 bei Avranches, als er durch eine mit seinen Panzerverbänden mit hoher Schnelligkeit vorgetragene Umgehungsoperation (Operation Cobra) die linke deutsche Flanke zerstörte. Dadurch gelang es Patton, den bisherigen Frontverlauf völlig aufzulösen und den alliierten Vormarsch entscheidend zu beschleunigen.
Quelle: US National Archives
Er erzielte weitere Erfolge mit der Eroberung der Festung Metz, der Entlastung der eingeschlossenen
Amerikaner in Bastogne in der Abwehr der Ardennenoffensive, und seinem rapiden Vormarsch durch Süddeutschland mit der kampflosen Einnahme von Ulm und Memmingen nach Westböhmen, wo sein weiteres
Vordringen nach der Einnahme von Pilsen aus politischen Gründen gestoppt wurde.
Als die 3. Army das KZ Buchenwald auf der Anhöhe des nahe Weimar gelegenen Ettersberg befreite, war er von der Grausamkeit der Nazis so schockiert, dass er der Militärpolizei befahl, die Weimarer
Bevölkerung durch das KZ zu führen und diese mit der Realität der Diktatur zu konfrontieren.
George S. Patton jr. war ein Pferdeliebhaber. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass er Sorge dafür trug, dass die westlichen Truppen das Bundesgestüt Piber in Österreich, wo die berühmten
Lipizzaner gezüchtet werden, vor den sowjetischen Truppen erreichten, um den wertvollen Pferdebestand zu retten. Er hatte die Sorge, dass die sowjetischen Truppen den kulturellen Wert der Pferdezucht
nicht erkennen.
Kurz vor Kriegsende erhielt Patton die seltene Anerkennung, zum Vier-Sterne-General befördert zu werden.
Nach dem Kriege war Patton Militärgouverneur von Bayern
und residierte bei Bad Tölz. Er kam schon bald in Schwierigkeiten, da er die Entnazifizierung nicht zügig vorantrieb.
Patton liebte seinen Beruf und war der Ansicht, dass der Krieg zum menschlichen Leben dazugehöre. Seine Markenzeichen waren ein gravierter Colt von Smith & Wesson mit Elfenbeingriff und
sein Bullterrier Willi. Er war äußerst erfolgreich und umstritten, ein Zyniker. Patton war antisemitisch eingestellt und bewunderte die SS: Die SS... eine verdammt gut aussehende Bande von sehr
disziplinierten Hurensöhnen. Mit solchen wenig diplomatischen Äußerungen rief er das Unverständnis seiner Zeitgenossen hervor (er wollte ein Bündnis mit den Deutschen, um die Sowjetunion zu
vernichten).
Nachdem Patton am 22. September 1945 die NSDAP als "normale Partei" bezeichnet und mit den US-amerikanischen Parteien verglichen hatte, wurde er durch Eisenhower von seinem Kommando über die 3. US-Armee abgelöst. Er wurde danach zur 15. Armee in Bad Nauheim versetzt.
Am 9. Dezember 1945, einen Tag vor seiner geplanten Rückkehr in die USA, begab sich der General gemeinsam mit seinem Chef des Stabes auf Fasanenjagd. Gegen 11:45 Uhr stieß der Wagen auf einem Bahnübergang in Mannheim-Käfertal mit einem amerikanischen Lastkraftwagen, frontal zusammen. Während General Gay und der Fahrer unverletzt blieben, erlitt Patton einen Halswirbelbruch mit einer Querschnittslähmung, vermutlich weil er auf die Trennwand im Wagen aufschlug.
Er starb am 21. Dezember 1945 im Heidelberger Militärhospital infolge einer Lungenembolie. Auf eigenen Wunsch wurde er auf dem Amerikanischen Soldatenfriedhof bei Hamm in Luxemburg inmitten der Soldaten "seiner" 3. US-Armee beigesetzt.
Später wurde er aus dem Gräberfeld an eine gesonderte Stelle näher beim Eingang umgebettet, damit die vielen Besucher, die speziell seinetwegen kommen, nicht die Totenruhe der umliegenden Soldaten
stören.
Luxemburg verehrt ihn heute noch als seinen Befreier. So nennt sich Ettelbrück, eine Stadt mit 7.300 Einwohnern im Norden Luxemburgs, auch "Patton-Stadt". Dies ist begründet durch die Ereignisse des
Winters 1944/45. Der Norden Luxemburgs musste teilweise wiedererobert werden.
Filmtipp:
Der monumentale Film "Patton" hat eine Spielzeit von nahezu drei Stunden,
gewann sieben Oscars und bot George C. Scott die größte Rolle seiner Karriere.