Michael Wittmann

Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia
Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia

 

Michael Wittmann, geboren am 22. April in Vogelthal, Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, war deutscher Panzerkommandant. Beim Angriff auf Polen 1939 und beim Einmarsch in Frankreich 1940 diente Wittmann als Angehöriger einer Aufklärungsabteilung. Er kam bei Rotterdam und Dünkirchen, an der Somme und der Marne, sowie in Flandern zum Einsatz.

Im Balkanfeldzug, welcher im April 1941 begann, befehligte er als Panzerkommandant eines der ersten sechs Sturmgeschütze (Ausf. A) der Leibstandarte und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Für seinen Einsatz beim Unternehmen Barbarossa wurde er mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Nach dem Besuch der SS-Junkerschule Bad Tölz in Bayern vom 4. Juni bis 5. September 1942 erfolgte die Beförderung zum SS-Untersturmführer. Seit Beginn des Jahres 1943 kommandierte Wittmann einen Tiger-Kampfpanzer.

 

Nach seinem 66. Abschuss wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nachdem ihm die Zerstörung von 88 gegnerischen Panzern zuerkannt war, erhielt er das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Auch die Propagandamaschine nahm Wittmann in Anspruch; die Verklärung zum Nationalhelden verhalf ihm zu ungewohnter Popularität in der Bevölkerung, da er an Orten, an denen er öffentlich auftrat, zunehmend gefeiert wurde. Am 1. März 1944 heiratete er seine Verlobte Hildegard Burmester.

Am 12. Juni – nach Landung der Alliierten – wurde Wittmann in die Normandie verlegt. Er kam als Kompanieführer zur schweren SS-Panzerabteilung 101 (Schwere Panzer Abteilung des I.SS Panzer Korps) , und kämpfte nach Beginn der Landung gegen britische Panzer-Verbände. Während dieser Kämpfe griff Wittmann am 13. Juni 1944 mit seinem Panzer in Villers-Bocage allein eine Panzerkompanie der berühmten britischen Desert Rats an, die aus einem Waldstück kamen. Wittmann entdeckte diese Panzergruppe während einer Einzelaufklärung. Unter seiner Führung gelang es, innerhalb von wenigen Minuten und mit Hilfe des herbei eilenden Zugführers Stamm mit mehreren Panzern, 25 Panzer der britischen Panzerdivision zu zerstören. Zusammen mit den nach und nach hinzukommenden Panzern seiner Kompanie konnte er bei geringen eigenen Verlusten (5), zwei weitere Panzer (insgesamt 27) und praktisch den gesamten Fuhrpark der Brigade zerstören.

 

Erst als er mit seinem Panzer in die Stadt einfuhr, gelang es einer Pak, den Tiger von Wittman aus kürzester Entfernung bewegungsunfähig zu schießen. Er und seine Besatzung konnten jedoch entkommen. Sie schlugen sich 15 Kilometer bis zur südlich stehenden Panzerlehrdivision (Bayerlein) durch. Ohne Pause führte Wittmann danach sofort wieder eine Panzerabteilung nach Villers-Bocage und schloss damit die offene Frontlücke.

 

Für die Abwehr des für die gesamte Caen-Front gefährlichen Panzerangriffes sowie insgesamt 131 Panzer- und 132 Pak-Abschüsse reichten die Division und das Korps Wittmann mit Nachdruck für die Verleihung der Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub ein. Am 22. Juni 1944 erhielt der Obersturmführer die Auszeichnung als 71. Soldat und einziger Panzerkommandant der Waffen SS verliehen. Gleichzeitig wurde er für Tapferkeit vor dem Feind zum Hauptsturmführer befördert.

 

Mit seiner Besatzung (Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia
Mit seiner Besatzung (Quelle: Deutsches Bundesarchiv für Wikimedia

Am 8. August 1944 führte Michael Wittmann einige Tiger zum Angriff gegen die amerikanischen Stellungen bei Cintheaux. Nach einem Fernduell mit einigen Feindpanzern fuhr Wittmann, aus allen Rohren feuernd, einem in der Flanke auftauchenden Sherman-Rudel des 1. Nordhampshire Garderegiments entgegen. Dann verloren ihn die anderen Tiger-Kommandanten aus den Augen. Als er sich am Abend des Tages noch immer nicht zurückgemeldet hatte, schickte die Division einen Suchtrupp los. Man fand Wittmanns Tiger inmitten einer Reihe ausgebrannter Feindpanzer.

 

Er war nach einem kurzen Feuergefecht mit den britischen Shermans weiter nach Norden vorgestoßen und nach Überquerung einer Hügelkette mitten in eine feindliche Übermacht hineingefahren. Eingeschlossen, wurde sein Tiger nach heftiger Gegenwehr schließlich völlig zusammengeschossen. Kein Mitglied der hoch dekorierten Besatzung überlebte diesen Einsatz.

 

Quelle: Unbekannt
Quelle: Unbekannt

Der völlig zerstörte Tiger von Wittmann mit abgerissenen Turm
(angeblich wurde er vorher oder nachher auch noch von einer mit Bordraketen bestückten "Typhoon" angegriffen)

 

Wittmann wurde an dieser Straße auch zu Grabe getragen. 1983 wurden die sterblichen Überreste von ihm und seiner Besatzung dann auf dem Soldatenfriedhof bei La Cambe (55 km nordwestlich von Caen) beigesetzt.

Die NS-Propaganda stilisierte einen der erfolgreichsten Panzerkommandanten des Zweiten Weltkrieges zum Helden. Michael Wittmann war in der Reihe der Tigerkommandanten derjenige mit den fünftmeisten Abschüssen.