Operation Overlord
D-DAY 1944 - Die Landung der Allierten in der Normandie
Die Westalliierten hatten die Landung ihrer Truppen in der Normandie lange vorbereitet und ihnen gelang das eigentlich Unmögliche. Unter größter Geheimhaltung und mit allerlei Tricks täuschten sie die deutsche Militärführung monatelang über die bis heute größte Landeoperation aller Zeiten hinweg. Selbst als die zumeist aus den USA, Großbritannien und Kanada stammenden Soldaten bereits an fünf Stränden in Nordfrankreich gegen etwa 30.000 Deutsche kämpften, glaubte das deutsche Oberkommando noch an ein Ablenkungsmanöver der Alliierten.
Die deutsche Führung hatte wohl mit der "Invasion" gerechnet - allerdings dort, wo der Seeweg zwischen Großbritannien und Frankreich am kürzesten ist: nahe Calais. Dort standen die meisten deutschen Truppen. Dort entsprach der so genannte Atlantikwall zumindest ungefähr der verbreiteten Propaganda. In den übrigen Abschnitten der insgesamt mehr als 4.600 Kilometer langen Küstenlinie lagen die deutschen Bunker, Wiederstandsnester, Minenfelder und Drahtverhaue bei weitem nicht so dicht an dicht.
Erwin Rommel
Im November 1943 hatte Rommel den Befehl als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B das Kommando über den Atlantikwall an der französischen Atlantikküste erhalten. Rommel ging davon aus, dass der Feind, im Falle einer Invasion in der Normandie, direkt am Strand mit Panzern zurückgeschlagen werden müsste. Doch wegen Meinungsverschiedenheiten mit von Rundstedt über den Ort der alliierten Landung wurde diese Taktik nicht umgesetzt. Von den lückenhaften Befestigungen in der Normandie wussten auch die Westalliierten. Sie wussten aber auch, dass die "Operation Overlord", wie sie die Landung nannten, trotzdem riskant war.Sie wussten, dass der militärische Verlauf in den ersten 24 Stunden über Erfolg oder Desaster entscheiden würde. Sie wussten, dass ihre größte Chance in der zahlenmäßigen und materiellen Überlegenheit und im Überraschungsmoment bestand. An der Invasion beteiligten sich mehr als 1 Million Westalliierte Soldaten, davon landeten allein am ersten Tag der Offensive 170.000 an den Stränden der Normandie. Die Truppen vor Ort führte der Brite Bernard Law Montgomery an, Oberbefehlshaber war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower. Von den lückenhaften Befestigungen in der Normandie wussten auch die Westalliierten. Sie wussten aber auch, dass die "Operation Overlord", wie sie die Landung nannten, trotzdem riskant war. Sie wussten, dass der militärische Verlauf in den ersten 24 Stunden über Erfolg oder Desaster entscheiden würde. Sie wussten, dass ihre größte Chance in der zahlenmäßigen und materiellen Überlegenheit und im Überraschungsmoment bestand. An der Invasion beteiligten sich mehr als 1 Million Westalliierte Soldaten, davon landeten allein am ersten Tag der Offensive 170.000 an den Stränden der Normandie. Die Truppen vor Ort führte der Brite Bernard Law Montgomery an, Oberbefehlshaber war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower.
Um die Deutschen annehmen zu lassen, die Invasion würde bei Pas-de-Calais oder in Norwegen stattfinden, starteten die Alliierten im Vorfeld die so genannte Operation Fortitude.
Im Südosten Englands wurde daher die fiktive First U.S. Army Group („FUSAG“) unter dem Befehl von Lesley J. McNair und George S. Patton aufgestellt. Als sichtbare Ausrüstungsgegenstände der FUSAG dienten im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Meinung keine Panzer-, Flugzeug- und Artillerieattrappen, da zu dieser Zeit deutsche Aufklärungsflüge über England nicht stattfanden, allerdings bestärkte falscher Funkverkehr die deutschen Vermutungen, dass die Invasion im Gebiet des Pas-de-Calais stattfinden sollte. So wurde von der Rekrutierung der Soldaten aus den unterschiedlichsten US-Staaten berichtet. Fiktive Befehlshaber wurden erfunden und komplette Baseball- und Footballspiele zwischen den Abteilungen übertragen. Auch Privatnachrichten von den nicht-existenten Soldaten zurück in die Heimat wurden verlesen.
Die Deutschen hatten ein großes Netzwerk von Spionen in Großbritannien installiert, die allerdings zu den Alliierten überliefen und als Teil des „Double Cross Systems“ falsche Informationen über Ort und Konzentration der englischen Truppen lieferten. Gleichzeitig wurden auch Attrappen von Landungsbooten in den Häfen in Südost- und Ostengland platziert, die von der deutschen Luftwaffe fotografiert wurden und so die Annahme einer Invasion im Pas-de-Calais-Bereich erhärteten.
Im Verlauf der Operation Fortitude North wurde von Schottland aus Funkverkehr simuliert, um die Deutschen glauben zu lassen, dass eine Invasion in Norwegen stattfinden würde. Als Konsequenz beließen die Deutschen Truppenverbände in Norwegen, die sonst nach Frankreich verlegt worden wären.
Auch die Briten kreierten eine nicht existente Armee, die 4. Britische Armee, die als fiktiver Auch probten die Alliierten die Invasion bereits Monate vor dem D-Day. So übten alliierte Streitkräfte am 28. April 1944 südlich von Devon im Verlauf der Exercise Tiger eine Landung. Als der Schiffskonvoi von deutschen Schnellbooten entdeckt wurde kam es zu einem folgeschweren Vorfall. Weitere Informationen dazu findet Ihr hier.
Der eigentliche D-Day, die "Operation Overlord", wurde mit massiven Luftangriffen vorbereitet. Die deutsche Luftwaffe hatte der Übermacht von 13.000 alliierten Flugzeugen kaum etwas entgegenzusetzen. Kurz nach Mitternacht landeten am 6. Juni rund 17.000 amerikanische und britische Fallschirmjäger hinter den deutschen Küstenbefestigungen, um diesen den direkten Nachschubweg abzuschneiden.
Im Morgengrauen eröffneten die Schiffe das Feuer auf die Küste. Anschließend folgten wieder Bombardements aus der Luft. Kurz nach Sonnenaufgang gingen dann nacheinander alliierte Truppen in den Landungsabschnitten "Utah", "Omaha", "Gold", "Sword" und "Juno" an Land. Sie marschierten direkt ins Sperrfeuer der Deutschen.
Landung bei Omaha (Quelle: US National Archives)Am D-Day kamen die stärksten Landungskräfte der Kriegsgeschichte zum Einsatz. Unterstützt und getragen wurden diese durch die mächtigste Schiffsansammlung aller Zeiten, u.a. gehörten dazu: 5 Schlachtschiffe, 23 Kreuzer, 69 Zerstörer, 56 Fregatten und Korvetten, 247 Minensucher, 5 Kanonenboote, 256 kleinere Schiffe und 4126 Landungsschiffe. 80 Kilometer war diese Kette aus Schiffen lang, ein gewaltiger und zugleich bedrohlicher Anblick für die deutschen Verteidiger. Das für den 6. Juni 1944 vom deutschen Wetterdienst vorausgesagte Unwetter veranlasste Rommel zudem nach Deutschland zu reisen, da eine alliierte Invasion unmöglich erschien. Ausserdem hatte Rommels Frau Lucie an diesem 6. Juni ihren 50. Geburtstag. Rommel entschied sich, zu seiner Frau zu fahren. Folglich befand sich Rommel am Tag der Invasion, dem D-Day, bei seiner Frau in Deutschland.
Bloody Omaha (Quelle: US National Archives)Am Abend des D-Day waren die Briten und Kanadier auf einer Frontbreite von 32 km durchschnittlich 9 km tief vorgestoßen. Das war gerade halb so weit, wie es die Planungen vorsahen. Die schwachen deutschen Kräfte hatten aber keine Möglichkeit mehr, die Alliierten ins Meer zurückzuwerfen. Die für die Deutschen so wichtigen Panzerdivisionen waren von Hitler zu spät freigegeben worden. Nicht weil er, wie in vielen Dokumentationen dargestellt noch geschlafen hatte (heute weiß man das dies nicht der Fall war), sondern weil er die Hauptlandung immer noch bei Calais erwartete. So gingen auf dem späten Marsch während des Tages zum Invasionsgebiet durch die alliierte Luftwaffe viele Panzer verloren, die bei einem Nachtmarsch und früherer Alarmierung noch zum Einsatz gebracht hätten werden können.
In den ersten 24 Stunden wurden auf Seite der Alliierten rund 10.000 Soldaten getötet, verwundet oder vermisst. Bei den Deutschen schwanken die geschätzten "Verluste" zwischen 4.000 und 9.000 Mann.
Die Gesamtverluste der Operation Overlord ( 6. Juni bis 25. August 1944) beliefen sich auf Seiten der Alliierten wie folgt:
Ca. 65.700 Tote (37.000 Tote bei den Landstreitkräften und 28.714 Tote bei den Luftstreitkräften), 18.000 Vermisste und 155.000 Verwundete.
Auf Seiten der deutschen Wehrmacht:
Ca. 200.000 Tote/Verwundete/Vermisste, 200.000 Kriegsgefangene.
Gefallenensammelstelle oberhalb des Omaha-Beach (Quelle: US National Archives)
Aufgrund der Bedingungen für die Zivilbevölkerung in der Normandie (Artilleriebeschuss und Bombardement) war auch die Zahl von Zivilopfern besonders hoch. Um den Bomben und Granaten zu entkommen, suchten die Menschen Schutz in Kellern, Höhlen, Steinbrüchen und mit Brennholzbündeln bedeckten Gräben.
Mehrere tausend Einwohner flohen nach Süden über Straßen und Wege, die regelmäßig bombardiert wurden. Einige taten dies spontan, um vor den Kämpfen zu fliehen, während andere von der deutschen Armee Befehle erhielten, ihre Häuser zu verlassen.
Der Großteil der zivilen Opfer starb aufgrund alliierter Bombardements aus der Luft, die zum Ziel hatten, Straßen zu zerstören, um deutsche Nachschübe aufzuhalten. Die tödlichsten Angriffe fanden am Abend des 6. Juni und während der Nacht vom 6. auf den 7. Juni statt, wobei die Städte Lisieux, Pont-l’Évêque, Caen, Argentan, Flers, Condé-sur-Noireau, Vire, Saint-Lô und Coutances teilweise zerstört wurden.
Mehr als 3.000 Menschen wurden getötet. Die Flugblätter, die wenige Stunden vor dem Bombardement abgeworfen wurden, um die Einwohner zu warnen, hatten wenig Wirkung.
In den folgenden Tagen verwüsteten Bomben außerdem L’Aigle, Avranches, Valognes, Vimoutiers, Falaise und Alençon. Die Luftangriffe nahmen danach ab, obwohl kleinere Städte und Dörfer wie Aunay-sur-Odon und Evrecy weiterhin stark bombardiert wurden.

Das zerstörte Caen
Viele weitere Einwohner starben am D-Day aufgrund des alliierten Beschusses von See aus. So wurden viele der Städte und Dörfer an den Landungsstränden zerstört und viele Einwohner getötet.
Diverse Einwohner wurden auch von den deutschen Besatzern getötet, entweder für Widerstandsaktionen oder weil sie sich geweigert hatten, Ordnungen und Anweisungen zu befolgen. So wurden am D-Day viele der im Gefängnis von Caen inhaftierten Menschen exekutiert. Am 10. Juni 1944 kam es zum so genannten Massaker von Oradour, bei dem der Ort Oradour-sur-Glane als Repressalie gegen Partisanentätigkeit zerstört und die Einwohner ermordet wurden. Bei dem Massaker starben 642 Menschen, von denen nur noch 52 zu identifizieren waren. Unter den Toten befanden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Nur sechs Einwohner überlebten das Massaker.
Selbst Monate nach den Kämpfen fiel noch eine große Zahl von Einwohnern der Normandie – Bauern, Matrosen und häufig Kinder – Minen und fehlgezündeten Bomben zum Opfer.
Insgesamt verloren rund 20.000 normannische Bürger ihre Leben.
Quelle: US National ArchivesDie Schlacht um Frankreich war natürlich mit dem D-Day noch lange nicht beendet. Die alliierte Landung in der Normandie hatte zwar eine zweite Front in Westeuropa geschaffen, jedoch standen einem weiteren alliierten Vormarsch die westlichen Verbände der deutschen Wehrmacht entgegen, die es in der Folgezeit zu zerschlagen galt.
Am 8. August erreichte Pattons 5. Panzerdivision Le Mans und schloss sich dort mit der französischen 2. Panzerdivision unter Leclerc zusammen. Bradley und Montgomery kamen am selben Tag überein, die deutsche Armee westlich der Seine einzuschließen. Pattons beide Panzerdivisionen sollten sich daher zu einem Zusammenschluss mit Montgomerys Divisionen, die parallel von Caen aus in südwestliche Richtung abdrehen sollten, von Le Mans aus nach Norden wenden. Patton schwenkte daraufhin im rechten Winkel in Richtung Argentan, während seine übrigen Divisionen zur Seine vorstießen. Dadurch konnte Bradley einen kurzen sowie auch einen langen Haken schaffen. Der lange Haken ermöglichte ein Abfangen der aus Falaise entkommenden deutschen Truppen.
Deutsche Panzertruppen sollten das Gebiet östlich von Falaise halten, um ein Entkommen der deutschen Truppen aus dem Kessel möglichst lange zu gewährleisten. Jedoch kam dieser Befehl verspätet, da die Überquerung dreier Flüsse unter Beschuss kaum Aussicht auf Erfolg hatte, zumal aufgrund alliierter Luftangriffe ein Vorwärtskommen bei Tage unmöglich schien. Bradley befahl Patton, nördlich von Argentan zu halten. Somit ergab sich eine 25 Kilometer breite Lücke, durch welche die deutschen Truppen zu entkommen versuchten.
Tote deutsche Soldaten bei Carentan (Quelle: US National Archives)
Deutsche und kanadische Truppen lieferten sich über mehrere Tage erbitterte Kämpfe.
Unterdessen schloss eine polinische Panzerdidision nördlich den Kessel, um die Flucht der deutschen Truppen zu verhindern, und konnte die Angriffe der 2. SS-Panzerdivision bis zum 21. August abwehren. Zwischen dem 18. und 21. August schrumpfte der Kessel zu einer acht Kilometer breiten Straße zusammen, die zusätzlich zu den zahlreichen Luftangriffen täglich mit bis zu 80.000 Granaten beschossen wurde. Am 1. September endete der Kampf mit den letzten zurückweichenden deutschen Soldaten.
Nichts zeigt diese Tage in der Normandie schonungsloser als das in diesen Tagen aufgenommene Bildmaterial aller Seiten:
Die deutsche Wehrmacht verlor alleine zwischen dem 7. und 21. August in Frankreich 50.000 Soldaten; weitere 200.000 gerieten in Kriegsgefangenschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die Verluste der Deutschen in der Normandie auf mehr als 240.000 Tote oder Verwundete und 250.000 Gefangene. An Material büßte die Wehrmacht dabei 1.500 Panzer, 3.500 Geschütze und 20.000 sonstige Fahrzeuge ein.
Die Alliierten bezifferten ihre Verluste auf 209.672, darunter 36.976 Gefallene. Durch ihren Sieg bei Falaise waren die alliierten Streitkräfte anschließend in der Lage, in Richtung Seine und schließlich nach Paris vorzurücken.
Die Wehrmacht konnte sich vom Materialverlust bei Falaise nicht wieder erholen. Nach offiziellen Angaben waren elf Panzerdivisionen aus dem Kessel entkommen. Allerdings verfügten diese Divisionen zusammen über weniger als 100 Panzer. Zehntausende Soldaten verloren ihre Ausrüstung. Der Kessel von Falaise wird somit auch als ein deutsches Dünkirchen bezeichnet. Die Alliierten erreichten am 25. August Paris und befreiten noch vor Jahresende ganz Frankreich.
www.faehrtensucher.com
