Batterie Marcouf - Grisbecq
Die Amerikaner tauften die deutsche Batterie von St Marcouf Grisbecq, denn sie befand sich in dem Dorf gleichen Namens, das 700m nördlich des Dorfes Saint Marcouf liegt. Es war die größte Batterie der Seine-Bucht und beherrschte den Landungsabschnitt Utah Beach.
Die zum Zeitpunkt der Invasion noch im Ausbau begriffene Batterie liegt inmitten einer Heidelandschaft, etwa 9 km südlich von Morsalines. Dieses Prachtstück des Atlantikwalls besaß jedoch weder ein Funkmess- noch ein modernes Feuerleitgerät, und das Schießen erfolgte wie im 1. Weltkrieg mit Hilfe eines Scherenfernrohrs mit Gradeinteilung. Die dritte Kanone stand in offener, getarnter Behelfsstellung einsatzbereit. Der Bunker für ein viertes Geschütz war noch im Bau.
Vom 19.4.44 bis zum 6.6.44 bombardierten die Alliierten diese Batterie jeden Abend. Insgesamt wurden 800 Bomben auf die Batterie abgeworfen, die enorm große Krater hinterlassen hatten und einen Wiederaufbau nicht zuließen. In der Nacht vom 5. auf den 6.6. wurden noch einmal 600 t Bomben auf Marcouf abgeworfen. Im Anschluß daran griffen abgesetzte US Fallschirmjäger an, aber der deutschen Besatzung gelang es, sie gefangen zu nehmen. Die Batterie versenkte wärend der Landungsoperationen vor Utah-Beach drei Zerstörer.
Am 7.6. hatte die 4. US Div die Deutschen bis zum Dorf Saint Marcouf zurückgedrängt, aber Grisbecq hielt. Die Amerikaner stießen auf heftigen Widerstand und erlitten schwere Verluste. Der Angriff wurde am 8.6. mit verstärkten Kräften wieder aufgenommen; die Schiffsartillerie griff ebenfalls in die Kämpfe ein, aber die Amerikaner wurden trotzdem zum Rückzug gezwungen und gaben das Vorhaben vorübergehend auf, die Batterie zu besetzen. Wärend dieser Kämpfe befohl der leitende deutsche Offizier sogar mehrmals den Beschuss der eigenen Batterie (durch die Nachbar-Batterie Azeville) um die eingedrungenen Amerikaner zurückzuschlagen. Am 12.6. fanden Patrouillen des 39. US InfReg die Kasematten verlassen vor (die deutschen Überlebenden hatten sich in der Nacht abgesetzt und die Stellung aufgegeben) und besetzten Grisbecq.
In der Kasematte (Bild 1 und Bild 2) sind heute noch sieben deutsche Soldaten verschüttet.
Interessierten sei an dieser Stelle das Buch "Die Kanonen von Saint Marcouf" von Helmut Konrad von Keusgen empfohlen.
Vor der folgenschweren Explosion (Quelle: US National Archives)