Juno Beach

 

 

Hier kam es auch zu einem der wenigen Einsätze der deutschen Luftwaffe am Landungstag. Der Augsburger Josef "Pips" Priller und sein Flügelmann Heinz Wodarczyk flogen in diesem Abschnitt einen Angriff. Aber auch im Bereich von Omaha-Beach wurden die Landungstruppen von der deutschen Luftwaffe unter Feuer genommen. Im Laufe des Vormittag kam es bei Omaha zu einem Angriff von 12 Jagdflugzeugen (Focke-Wulf).

 

Dieser Abschnitt lag bei Saint Aubin-sur-Mer im Osten und zwischen den beiden Städten La Rivière-Saint-Sauveur und Courseulles-sur-Mer im Westen. Die Landezone war nochmals in zwei Abschnitte mit den Namen Mike und Nan unterteilt.

 

Juno Beach war der von der Deutschen Wehrmacht am zweitheftigsten verteidigte Strand nach Omaha Beach. Im Vergleich mit Omaha hatte der Strand von Juno selbst zwar wesentlich weniger Tiefe, der künstliche Wall war sogar höher und das Wasser wesentlich stärker vermint, allerdings hatte Omaha dann 30 m hohe Klippen, schwer einzunehmen, weil auf ihnen Stellungen mit freiem Schussfeld waren.

 

Dieser Abschnitt war von deutscher Seite her der 716. Infanteriedivision unter Befehl von General Wilhelm Richter zugewiesen worden. Dazu kamen elf schwere Batterien mit 155mm-Geschützen, sowie neun mittlere Batterien mit 75mm-Geschützen. Zahlreiche deutsche Bunker und Befestigungen lagen dem Landungsabschnitt gegenüber; sie konzentrierten sich besonders auf der Seite von Courseulles-sur-Mer. Allerdings bestand diese 716.Division hauptsächlich aus Unter-18-Jährigen und Männern über 35, darunter weitgehend Veteranen des Russlandfeldzuges, die behindernde Verletzungen hatten. Das minderte die Kampfkraft dieser Division beträchtlich.

 

Die vorausgegangenen nächtlichen Luftangriffe auf die deutschen Stellungen hinterließen zunächst keine nennenswerten Schäden. Selbst beim anschließend von See aus unmittelbar vor der Landung durchgeführten starken Dauerbeschuss zwischen 6:00 Uhr und 7:30 Uhr, bei dem die Schiffsgeschütze und sogar an Deck stehende Panzer und Artillerieeinheiten eingesetzt wurden, konnten nur etwa jeder siebte Bunker entlang des Strandes zerstört werden. Als sich die Landung selbst auch noch wetterbedingt um eine gute halbe Stunde verzögerte, gab dies alles den Verteidigern noch einmal Zeit sich neu zu formieren.

 

Zur Unterstützung der Infanterie brachten Landungsboote DD-Tanks bis auf etwa 700 Meter an das Ufer. Allerdings konnten nur einige wenige dieser Schwimmpanzer zu Wasser gelassen und angelandet werden, dadurch kamen sie wesentlich später nach der ersten Welle der Soldaten an, die deshalb hohe Verluste hinnehmen mussten. Am östlichen Ende des Juno-Beach war die See noch rauher und so stürmten die dort gelandeten Kanadier völlig ohne Panzer ans Ufer, was sie überproportional viele Opfer kostete. Trotz dieses hohen Blutzolls gelang aber auch ihnen letztendlich der Durchbruch. In der ersten Stunde nach dem erfolgten Angriff beliefen sich die insgesamten kanadischen Verluste schon etwa auf die Hälfte aller an Land gegangenen Soldaten.

 

Besonders der Ort Corseulles und sein natürlicher Hafen war von den deutschen Truppen stark verteidigt. Er war der einzige Hafen zwischen Port-en-Bessin und Quistreham und deswegen für die deutschen Verteidiger, wie auch den dort landeten kanadischen Truppen, von immenser Wichtigkeit.

 

Etwa 12 Pak-Geschütze, sowie viele MG-Nester und Mörser-Stellungen hatten die Deutschen in diesem Abschnitt. Dieses Bollwerk sorgte für schwere Verluste unter den dort landenden kanadischen Einheiten der „Regina Rifles“ und „Royal Winnipeg Rifles“.

 

Von den 40 anlandenden Panzern, gingen über 30 im Abwehrfeuer verloren. Die dort landenden Bodentruppen hatten ebenso schwere Verluste und Ausfälle.

 

Im Laufe des Vormittags konnten die deutschen Stellungen aber nach erbitterten Straßen- und Häuserkämpfen überrannt und eingenommen werden.

 

Bereits ab dem 08. Juni 1944 konnte somit der erste Versorgungshafen in Betrieb genommen werden und der wichtige Nachschub, zumindest im kleinen Rahmen, war bis zur Fertigstellung des Hafens bei Arromanches gewährleistet.

 

Den wenigen angelandeten Schwimmpanzern gelang es dann aber, die Verteidigungspositionen der erbittert kämpfenden deutschen Verteidiger erfolgreich zu bekämpfen, nicht zuletzt indem sie - dem Häuserkampf ähnlich - gezielt die am Strand befindlichen Häuser zusammenschossen, in die kurz vorher deutsche Stellungen beordert wurden. Nachdem es den Kanadiern nach über einer Stunde Kampf dann endlich gelungen war, den Wall von der Strandseite her zu überwinden, konnten sie dann wiederum mit diesen Panzern ins Hinterland vordringen und die dortigen - zur Landseite hin nur unzulänglich gesicherten - deutschen Stellungen rückwärtig schnell ausschalten.

 

Am Ende des D-Day war es den Kanadiern gelungen, so weit wie keine andere alliierte Einheit auf französischen Boden vorzudringen, obwohl sie bei der Landung auf ähnliche Gegenwehr gestoßen waren wie die Amerikaner am Omaha Beach. Dabei verloren an diesem einen Tag 340 kanadische Soldaten ihr Leben, weitere 574 wurden verwundet. Von dem eigentlich noch am D-Day geplanten Zusammenschluss mit den britischen Truppen von Sword Beach und Gold Beach, sowie mit den US-Amerikanern von Omaha Beach gelang bis zum Abend des Invasionstages nur das Zusammentreffen mit den Truppen von Gold , etwa 10 km landeinwärts. Mit Sword erfolgte dies am Abend des nächsten Tages, mit Omaha sogar erst am 8.Juni.

 

Der Marsch über Bayeux zur Großstadt Caen konnte beginnen, wo die Schlacht um Caen die Entscheidung brachte, dass sich die Invasiontruppen dauerhaft in der Fläche auf französischem Boden festsetzen konnten. Erst danach konnte man die Einnahme der Hafenstadt Cherbourg angehen, ohne dass die Invasionstruppen von der Deutschen Wehrmacht noch komplett auf der Halbinsel Cotentin hätten eingekesselt werden können.

 

 

1944 1944
Heute Heute
1944 1944
Heute Heute

 

 

 

Im Hinterland

 

 

Kirche von Rots 1944 (Quelle: National Archives of Canada) Kirche von Rots 1944 (Quelle: National Archives of Canada)
Im September 2009 Im September 2009

 

 

 

Montgomery geht in Corseulles sur Mer an Land (Quelle: National Archives of Canada) Montgomery geht in Corseulles sur Mer an Land (Quelle: National Archives of Canada)
Und der Alex im September 2009 Und der Alex im September 2009