Pointe du Hoc
Die Pointe du Hoc ist ein 50 Meter langer und etwa 30 Meter hoher Abschnitt an der Steilküste an der Calvadosküste in der
Normandie etwa 6,4 km von dem von den Alliierten "Omaha Beach" getauften Strandabschnitt entfernt.
Der Ausbau der Stellung durch die Organisation Todt begann Ende 1942. Zum Ausbau der Anlage wurden viele Franzosen
zwangsverpflichtet und auch Kriegsgefangene wurden zu den Arbeiten herangezogen. Hier stationieren die deutschen Verteidiger die gefürchteten 15,5 cm Langrohrkanonen - eine tödliche Gefahr für
die Invasionsflotte und Landungstruppen am D-Day.
Speziell dafür ausgebildete Sturmtrupps von 200 Mann, drei Kompanien des 2. Ranger Bataillons unter Lt.Col. Rudder, sollten
deshalb mit Raketenleitern und vielseitigen Spezialgeräten die Steilküste am Landungstag erklettern und die Point du Hoc einnehmen.
Schon im Vorfeld des 6. Juni 1944 wurde die Ponite du Hoc mehrmals und schwer bombadiert. Mehr als zehn Kilotonnen Sprengstoff
hatten das Terrain in eine Kratenlandschaft verwandelt und schon vor dem Landungstag Opfer bei den deutschen Soldaten, französischen Zivilisten und Kriegsgefangenen gefordert.
Ende April wurden die gefürchteten Langrohrkanonen aus Angst vor weiteren Schäden aus den Ringstellungen entfernt und ins nahe Hinterland verbracht. Dieser Umstand war den Landungstruppen aber nicht bekannt und so kam es trotzdem zum eigentlich sinnlosen Angriff auf die Pointe du Hoc in den Morgenstunden des 6. Juni 1944.
Nach verlustreicher Landung am Strand unterhalb der Steilküste setzten die Rangers zum Sturm an. Allerdings war die Erstürmung
nicht ein Handstreich wie im Film "Der längste Tag" dargestellt, sondern ein verlustreiches Unternehmen. Die deutschen Verteidiger schossen vom Felsrand auf die landeten Ranger, die ohne jegliche
Deckung am schmalen Küstenstreifen ihre Leitern und Wurfvorichtungen anbrachten. Bombentrichter wurden zu tödlichen Fallen, denn warf sich ein Ranger in die vermeintliche sichere Deckung, ging er
sofort unter. Die flach erscheinenden Trichter waren in Wirklichkeit sehr tief und nur das sich darin gesammelte Regen- und Meerwasser, liesen sie so flach erscheinen.
Erst nach massiertem Beschuss durch Schiffsartillerie gelang es 165 Rangers unter blutigen Verlusten, das Plateau zu erstürmen. Als sie endlich die Geschützbunker eroberten, stellten sie zu ihrer Verblüffung fest, dass sie leer waren. Die Opfer der Erstürmung waren also absolut umsonst gewesen. Keines der gefürchteten Geschütze hat auch nur einen einzigen Schuss abgegeben.
Die Kämpfe um die Pointe du Hoc sollten noch bis zum 08. Juni 1944 andauern und noch weitaus mehr Opfer fordern. Insgesamt lagen die amerikanischen Verluste bei 77 Toten, 152 Verwundeten und 70 Vermissten. Die Verluste auf deutscher Seite sind leider nicht bekannt.
Video: