Sainte Mere Eglise

 

 

Am frühen Morgen des D-Days landeten 14.000 amerikanische Fallschirmjäger der 82. US-Luftlandedivision (82nd Airborne), im Zuge der Operation Overlord, in der im Hinterland des Strandabschnitts Utah Beach gelegenen Stadt. Die Übernahme des Ortes wurde der 82. US-Luftlandedivision gewährt, tatsächlich haben auch viele Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision daran teilgenommen – wegen eines Absprungfehlers. Ob Wahrheit oder Fiktion, bekannt wurde der Ort durch einen amerikanischen Fallschirmspringers, der angeblich mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen blieb und sich nicht befreien konnte, da der Kirchenplatz heftig umkämpft war. Außer ihm soll noch ein zweiter Soldat, der 17-Jährige Ken Russell, an der Kirche hängen geblieben ein. Von dort sollen sie dann mit angesehen haben, wie viele ihrer Kameraden erschossen wurden. Dies ist heute allerdings sehr umstritten, denn die angeblichen Kämpfe auf dem Kirchenplatz sollen bei weitem nicht so intensiv gewesen sein, wie es teilweise dargestellt wird.

 

 

In der Serie "Band of Brothers" wird die Luftlandung im Gebiet von Sainte Mere Eglise sehr realitätsnah dargestellt ...

 

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Die 82. US Luftlandedivision hatte den Auftrag, an dem Merderet einen Brückenkopf zu errichten und die Strassenkreuzung von Sainte-Mere-Eglise einzunehmen.Ein Teil der Einwohner war in der Nacht vom 5. auf den 6.6.44 durch die Alarmglocke aufgeweckt worden: ein Haus brannte und es gelang nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Zu genau diesem Zeitpunkt begannen die Fallschirmjäger mit dem Absprung. Zum Leuten der Alarmglocke gesellte sich plötzlich das anschwellende Dröhnen von von Flugzeugmotoren. Feuerwehrleute, die Bürger der Stadt und die sichernden deutschen Soldaten blickten nach oben. Tief über den Hausdächern, mit blinkenden Positionslichtern, raste Welle an Welle von Transportflugzeugen über den Marktplatz.  Dann als die ersten Wellen vorüber waren, schwebten die Fallschirmjäger herab. Die deutschen Soldaten begannen mir der Beschießung der herabschwebenden amerikanischen Fallschirmsoldaten.

Getötete Fallschirmjäger bei St. Mere Eglise (Quelle: US National Archives) Getötete Fallschirmjäger bei St. Mere Eglise (Quelle: US National Archives)

 

Einige Amerikaner wurden schon in der Luft, hilflos am Fallschirm schwebend, getötet. Andere erreichten den Boden und fielen dort innerhalb weniger Sekunden. Die wenigen im Ort selbst gelandeten Fallschirmjäger waren aber nur die Nachzügler eines ganzen Regimentes, das außerhalb des Ortes und in Nähe des Flusses Merderet landete, wo es auch zu den weitaus größeren und verlustreicheren Kämpfen kam. Kurz nach Sonnenaufgang war der Kampf um die Stadt vorbei und Sainte-Mere-Eglise war die erste befreite Stadt Frankreichs. Trotzdem dauerte der Kampf weitere zwei Tage an, ehe die Panzer und Verstärkungen von Utah die Stadt erreichten und sicherten. Während dieses Zeitraums nahm die deutsche Artillerie die Stadt unter schweren Beschuss, was viele Opfer unter der Zivilbevölkerung zur Folge hatte.

Quelle: US National Archives Quelle: US National Archives

 

 

 

 

 

 

Bei der Landung zu Bruch gegangener Lastensegler vor der Stadt. Im Vordergrund die dabei ums Leben gekommenen Fallschirmjäger. 

 

Die Einnahme der Stadt war im übrigen der einzige Erfolg der amerikanischen Truppen bis zum Tagesanbruch. Der Absprung der Truppen war chaotisch gewesen und die Soldaten waren über weite Teile der Halbinsel verstreut. Wer nicht in den von den Deutschen überfluteteten Gebieten ertrank,  erschossen oder verwundet wurde, der fand sich allein oder in kleinen Truppen auf unbekannten Gebiet, weit von der geplanten Absprungzone, wieder.

Ein riesiges Katz-und Maus-Spiel war die Folge, in dem kleine Gruppen deutscher und amerikanischer Soldaten, verwirrt und informationslos, durch das Gebiet streiften. General Maxwell Taylor, dem Kommandeur der 101. Luftlandedivision, erging es hierbei nicht besser als seinen Soldaten. Wärend der ersten halben Stunden nach seinem Absprung konnte er keinen einzigen seiner Soldaten finden und war mehr als erlöst, als er endlich einen Kameraden zu Gesicht bekam. So erlöst, dass sich General und einfacher Soldat herzlichst in die Arme fielen.

Was folgte war ein sich gegenseitiges Belauern in der Dunkelkeit der Bocage, den Finger ständig am Abzug der Waffe. Auf alles was sich bewegte und nicht im Bruchteil einer Sekunde die richtige Antwort gab, wurde - ganz gleich ob Mensch oder Tier, erschossen.

 

 

Eine angeblich wahre Geschichte dieser Nacht:

 

Ein deutscher Soldat ging durch ein kleines Wäldchen in der Nähe der Stadt. In den Bäumen hingen viele tote Fallschirmjäger. Auf einer Lichtung traf er auf einen anderen Soldaten, der dabei war die Taschen eines gefallenen Amerikaners zu durchwühlen. Angewidert sagte er seinem Kameraden die Meinung, was diesem aber nicht im Geringsten interessierte. Dieser zog dem Amerikaner einen Ring vom Finger und wollte gehen als plötzlich ein Schuss die Stille zerriss und der Leichenfledderer zu Boden sank. Er konnte ihn nicht mehr retten, der Schuss war sofort tödlich gewesen. Nun bemerkte er, dass der amerikanische Soldat nicht tot, sondern nur schwer verletzt war. Er begann mit erster Hilfe, als es plötzlich begann Zigaretten zu regnen. Er dachte diese würden von Flugzeugen abgeworfen, bis er bemerkte, dass diese von über ihm in den Baumkronen sitzenden Amerikanern, stammten. Diese hatten den anderen Deutschen erschossen und bedankten sich auf diese Weise für die Hilfe bei der Versorgung ihres Kameraden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch heute noch sind Kampfspuren zu finden. Hier ein Einschussloch im Inneren der Kirche.

   

Die Kirche und der Platz davor hat sich seit diesen dramatischen Tagen kaum verändert. Direkt neben der Kirche findet Ihr ein sehenswertes Museum, leider aber auch viele Shops, die diveres Kriegsspielzeug anbieten. Es ist uns nicht begreiflich, wie Eltern an solchen Orten ihren Kindern, Plastikpanzer- und Soldaten kaufen können.

 

 

Ein direkter Vergleich - Die Kirche im Jahr 2008 und während der Kämpfe am 6. Juni 1944 ...

Quelle rechte Bildhälfte: US National Archives Quelle rechte Bildhälfte: US National Archives
Eine offensichtlich nachgestellte Szene (man beachte die Uhrzeit am Kirchturm) Eine offensichtlich nachgestellte Szene (man beachte die Uhrzeit am Kirchturm)

 

 

Das Airborne-Museum

 

Ein wirkliches "Muss" ist der Besuch des Airborne-Museums bei der Kirche. Dieses hat uns schwer beeindruckt und sollte wirklich fester Bestandteil eines Besuchs in Sainte Mere Eglise sein.

 

Öffnungszeiten Öffnungszeiten

 

 

 

Die dort ausgestellten lebensgroßen Puppen wirken wie Echt und dies bis ins kleinste Detail ...

 

 

 

 

Sonderausstellung/Fahrzeugtreffen vor dem Museum im September 2009

 

 

 

Weitere Informationen:

 

 

 

 

 

Auf der Straße nach Turqueville findet man denn Ort dieser Aufnahme.

Quelle: US National Archives Quelle: US National Archives
Oktober 2009 Oktober 2009