Dead Man´s Corner

Geschichtlicher Hintergrund:

 

In den frühen Morgenstunden des 6. Juni 1944 befand sich in diesem Gebäude an der Straßengabelung des kleinen Ortes Saint-Côme-du-Mont ein Gefechtsstand des Kommandeurs des Fallschirmjäger-Regiment 6, Major Dr. Friedrich A. Freiherr von der Heydte. Bereits am Nachmittag dieses Tages wurde es zu einer Verwundetensammelstelle umfunktioniert.

 

Auf historischen Bildern wir immer ein abgeschossener amerikanischer Panzer vor dem Gebäude gezeigt. Dieser Light Tank M5 Stuart des 70. US-Panzerbataillons fuhr am frühen Morgen des 7. Juni als Spitze einer kleinen Panzerkolonne die Straße am heutigen Dead Man´s Corner entlang. Ohne Munition, und in einem von Deutschen durchsetzten Gebiet, wollte die Besatzung des Panzers die zuvor ihre gesamte Munition verschossen hatte, sicherheitshalber den Eindruck einer kleineren Einheit wecken. Aus diesem Grund ließ der Kommandant, Leutnant Anderson, den Stuart ein ungewöhnliches Manöver vollführen.

 

Direkt an der Straßengabelung vor dem Gebäude hielt der Stuart an und setzte dann wieder eine weite Strecke zurück. Daraufhin fuhr der Panzer wieder bis zur Gabelung und fuhr erneut ein erhebliches Stück zurück.

 

Unbemerkt von der Besatzung lagen in einem Straßengraben zwei deutsche Fallschirmjäger des 6. Regiments. Als der Panzer erneut bis fast auf ihre Höhe zurückgesetzt hatte, um dann wieder Richtung Straßengabelung zu rollen, griff Bruno Hinz, einer der beiden Soldaten, sich die Panzerfaust, die sein Kamerad zufällig gefunden und mitgeschleppt hatte.

 

Der Kommandant des Panzers stand aufgerichtet in der Turmluke, als der Stuart wieder die Kurve vor dem heutigen Museum erreicht hatte. Bruno Hinz betätigte den Auslöser und schoß die Panzerfaust-Granate ab.

 

Ein lauter Knall, Qualm und Staub! Auf Grund der weiten Entfernung und der starken Rauchentwicklung konnte Hinz nicht erkennen, ob er den Panzer getroffen hatte. Er war der Meinung, ihn verfehlt zu haben. Jedoch hatte er einen direkten Turmtreffer erzielt und dabei die gesamte Besatzung getötet. Nachdem ein weiterer Panzer herangefahren kam, setzten sich Hinz und sein Kamerad ab.

 

Noch fünf Tage lang hing der tote Kommandant vornüber aus der Luke seines Panzers. Ein makaberer Anblick für die den Ort passierenden Truppen. So kam das Museum zu seinem ungewöhnlichen Namen. Die vorbeiziehenden US-Soldaten sprachen, wenn sie sich über diese Kurve vor dem heutigen Museum unterhielten, zuerst von „the corner with the dead man in the tank“ ; später wurde daraus „Dead Man´s Corner“ (Toter Manns Ecke).

 

In dem Gebäude befindet sich heute ein kleines Museum, sowie ein Militaria-Shop.

 

Quelle: US National Archives Quelle: US National Archives
Quelle: US National Archives Quelle: US National Archives
Bruno Hinz (Quelle: Archiv von Keusgen) Bruno Hinz (Quelle: Archiv von Keusgen)

 

 

Bildmontage 1944/2011

 

 

Ein sogenanntes Belgische Tor (Element C) Ein sogenanntes Belgische Tor (Element C)
Diorama im Museum Diorama im Museum
Amerikanischer Fallschirmjäger mit Ausrüstung Amerikanischer Fallschirmjäger mit Ausrüstung
Bildmitte Beginn der Purple Heart Lane in Richtung Carentan Bildmitte Beginn der Purple Heart Lane in Richtung Carentan
Schaukasten mit persönlichen Ausrüstungsgegenständen Schaukasten mit persönlichen Ausrüstungsgegenständen

Weitere Informationen:

 

 

Anschrift des Museums für euer Navi:

 

Village de l'Amont - 50500 Saint-Come-du-Mont

 

Öffnungszeiten:

 

Täglich geöffnet von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

An den Sonntagen von 1. September bis 31.Mai geschlossen

 

Ganz geschlossen von 23.12. bis 2. Januar

 

Eintrittspreise: 5,95 Euro Erwachsene

 

 

Als Grundlage für die geschichtlichen Informationen diente das Buch

„Sainte-Mere-Eglise und Merderet“,

An dieser Stelle sei allen Interessierten dieses Buch, sowie alle anderen Bücher zum Thema, von D-Day-Experten Helmut Konrad von Keusgen sehr empfohlen.

 

Hier kommen Sie direkt zum Onlineshop des HEK-Creativ-Verlag