Le Grand Bunker "Musée du Mur de l´ Atlantik"
In Ouistreham (Riva-Bella) im damaligen Landeabschnitt Sword findet ihr diesen zu einem Museum umgebauten Bunker. Wir waren begeistert und können einen Besuch an dieser Stelle nur empfehlen.
Der Bunker diente als Kommandostelle für die Riva-Bella Geschützstellung. Der fünfstöckige Bunker wurde erst am 09 Juni, von Lt. Bob Orrell (Royal Engineers) eingenommen. Bis zu seiner Erstürmung war er eine der letzten ernsthaften Bedrohungen der anlandenden Verstärkungs-Truppen am Sword-Beach.
Obwohl die am 6. Juni gelandeten Soldaten des franco-britischen Commando N°4 die Orte Ouistreham und Riva Bella befreit hatten, blieb dieses Bollwerk in der Hand der deutschen Truppen. Sich dem Bunker nähernde Soldaten wurden von oben mit Handgranaten beworfen oder mit Maschinengewehren beschossen.
Ein Schuss des britischen Kreuzers „HMS Frobisher“ hatte die Decke über dem Telemeterraum getroffen und diesen unbrauchbar gemacht. Zudem waren die von der Beobachtungsstelle des Bunkers zu leitenden sechs 15,5 cm-Haubitzen bereits bei der Landung vernichtet worden. Auch waren alle Telefonleitungen des Bunkerkomplexes zerstört. Dies veranlasste die alliierten Truppen den Bunker vorerst zu umgehen um sich auf andere Aufgaben zu konzentrieren.
Allerdings gab es noch eine intakte Funkverbindung zu Batterien östlich der Orne-Mündung und mit Hilfe anderer Meßeinrichtungen gelang es der 55 Mann starken Bunkerbesatzung die Zielkoordinaten für einen Beschuss des Landungsabschnittes „Sword“ an diese zu übermitteln.
Der Beschuss begann und weitere Anlandungen von Mensch und Material mussten deswegen weiter nach Westen verlegt werden. Der Bunker war wieder zu einer ernsten Bedrohung geworden und saß nun wie ein Stachel in dem bereits besetzen Gebiet.
Es sollte noch bis zum 09. Juni (22.00 Uhr) dauern, bis der Stachel entfernt werden konnte. Lt. Bob Orrell (91th Field Company, Royal Engineers, 3rd Beach Group, zur kanadischen 3. Infanterie-Division und der britischen 2. Armee gehörend) konnte mit seinen Soldaten in einer mutigen Aktion das Bollwerk „knacken“.
Nachdem drei Soldaten sich mit einem schnellen Fahrzeug, beladen mit Sprengstoff, dem Bunker in rasanter Fahrt genähert hatten und die beiden massiven Stahltüren zum Bunkereingang dadurch leicht lösen konnten, lag der Zugang fast frei. Weitere vier Stunden wurde nun mit Vorschlaghammer und Stahlrammen auf die Türen eingeschlagen, dann lag der Zugang frei.
Die Soldaten rechneten nun mit einem Kampf um jeden einzelnen Raum und jedes Stockwerk des Bunkers, doch es kam zu ihrer Überraschung ganz anders. Plötzlich erklang aus der ersten Etage eine Stimme, die sie im perfekten Englisch dazu aufforderte, sie mögen doch heraufkommen. Orrell hielt es für sicherer, wenn die deutschen Soldaten herunter kommen würden.
Und so ergaben sich die Verteidiger, viele davon im angetrunkenen Zustand (sie hatten bei sich bei den Aufbrucharbeiten das ein oder andere Glas gegönnt) den Angreifern.
Mit den Resten des Hochprozentigen feierten dann Orrell und seine Soldaten noch in derselben Nacht seine Beförderung zum Hauptmann.
Der Aussenbereich
Das Landungsboot aus "Der Soldat James Ryan"
Die Szene im Film
Im Bunker (Museumsbereich)
Aufstieg zur ehemaligen Flak-Stellung auf dem Bunkerdach
Blick auf Sword-Beach
Weitere Informationen: