Die Pegasus-Brücke bei Ranville


 

Die Pegasusbrücke wurde 1934 erbaut. Am D-Day wurde sie im Verlauf der Operation Tonga von alliierten Luftlandeeinheiten der 6. Britischen Luftlandedivision unter dem Befehl von John Howard erobert. Nachdem die Brücke unter alliierter Kontrolle war, erhielt sie nach dem Schulterstück der 6. Britischen Luftlandedivision, einem geflügelten Pferd, offiziell den Namen „Pegasusbrücke“. Die Straße über die Pegasusbrücke wurde zu John Howards Ehren in „Major Howard Avenue“ umbenannt.

Drei Wasserläufe befinden sich am östlichen Ende der Invasionsküste: Der Caen-Kanal, der die Stadt Caen mit der Küste verbindet ; die Orne, die eigentlich parallel zum Caen-Kanal fließt und die Dives etwas weiter entfernt. Die Hauptmacht der deutschen Panzertruppen lag im Gebiet östlich von Caen und dadurch mussten die in diesem Gebiet vorhanden Brücken entweder besetzt oder zerstört werden, um die an der Küste landenden Truppen abzuschirmen und vor Angriffen durch Panzerverbände zu schützen.  

Im Bereich der Dives befanden sich fünf Brücken. Eigentlich war die Dives nur ein kleiner Fluß und leicht zu überwinden, doch die deutschen Truppen hatten im Rahmen ihres Verteidigungssystems das angrenzende Gelände durch Stauung des Flußes unter Wasser gesetzt und damit einen bis zu drei Kilometer breiten Sumpf erzeugt. Dadurch waren auch diese fünf Brücken zu wichtigen Übergängen für deutsche Panzer geworden und sollten von den Luftlandetruppen zerstört werden.  

Anders war dies bei der Orne und dem Caen-Canal. Diese lagen zwischen den Luftlandtruppen und dem britisch-kanadischen Landungssektor der Truppen von See her. Damit die landenden Truppen die im Abwehrkampf stehenden Luftlandetruppen schnellst möglich erreichen und unterstützen konnten, waren diese Brücken unbedingt unbeschadet zu erobern. Denn nur eine einzige Straße führte von Caen zu Meer.

 

 

 

Der erste Angriff auf die Orne-Brücke wurde durch 181 Soldaten des 2. Oxfordshire und Buckinghamshire Leichten Infanterieregiments unter Führung von Major John Howard ausgeführt. Drei Lastensegler landeten am 6. Juni 1944 um 00:16 Uhr nah beieinander, 50 Meter von der Pegasusbrücke entfernt.

 

 

Der Kampf war schon drei Minuten nach der Landung entschieden. Die Pioniere suchten die vermuteten Sprengleitungen um diese zu entschärfen. Diese waren allerdings von den Deutschen noch gar nicht angebracht worden und fanden sich später in einem nahe liegendem Lager. So konnte die verabredete Erfolgsmeldung über die Einahme der unzerstörten Kanalbrücke durch Howard gefunkt werden. Und so funkte er eine halbe Stunde lang die inhaltsschweren aber siegreichen Worte "Ham and Jam", die das Hauptquartier darüber informierten, dass die Brücken der Orne in englischer Hand sind. Allerdings hörte niemand diese Erfolgsmeldung, waren doch alle Funkgeräte der Brigade bei der Landung verloren gegangen.Howard begann nun damit, sich auf die Verteidigung der Brücke vorzubereiten, bis er und seine Männer durch andere Fallschirmjäger verstäkt werden würden. Der Kampf um die Pegasusbrücke wurde zu einem der bekanntesten Ereignisse der alliierten Invasion in der Normandie. Viele Filme (u.a. "Der längste Tag"), Bücher oder andere Medien verarbeiteten den Kampf um die Pegasusbrücke.

 

 

 

Die Originalbrücke im Museumspark Die Originalbrücke im Museumspark

 

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Verkehr auf dem Caen-Kanal anstieg und die Schiffe immer größer wurden, wurde der Kanal erweitert, woraufhin die alte Brücke im Jahre 1994 durch eine vergrößerte Kopie der ursprünglichen Konstruktion (um den historischen Gesamteindruck zu wahren) ersetzt wurde. Die alte Brücke ist im Pegasus Memorial zu besichtigen.

Das Pegasus Memorial mit seinem Museum ist einen Besuch wert. Ebenso das Cafe an der anderen Uferseite (das erste befreite Haus Frankreichs). Eigentlich ist das Cafe schon ein Museum für sich, denn es ist vollgestopft mit Bildern zum Thema Pegasus-Bridge und die Preise für Getränke sind auch in Ordnung. Man sollte hier allerdings in englischer oder französischer Sprache bestellen und nicht unbedingt als deutscher Tourist auffallen!

 

Weitere Bilder:

Horsa-Lastensegler im Museumspark Horsa-Lastensegler im Museumspark
Englischer Panzer (Centaur) an der Brücke Englischer Panzer (Centaur) an der Brücke
Das Cafe an der Brücke Das Cafe an der Brücke
Originale Uniformen im Museum Originale Uniformen im Museum
Umfangreiche Schaukästen Umfangreiche Schaukästen

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

 

 

  

Anschrift des Museums für Euer Navi:

 

Avenue du Major Howard, 14860 Ranville

 

 

Öffnungszeiten:

Februar und März, sowie Oktober bis November  (10.00-13.00 u. 14.00-17.00)

April bis September (09.30-18.30)