La Cambe

 

Mit 21.222 Gefallenen ist La Cambe der größte deutsche Soldatenfriedhof in der Normandie.

 

Er liegt im Departement Calvados an der Straße Bayeux - Isigny-sur-Mer - Carentan, einen Kilometer westlich des kleinen Dorfes La Cambe.

 

Das Gräberfeld ist in 49 Blocks gegliedert. Die Gräber sind durch Namensteine mit den Personalien von je zwei Toten gekennzeichnet. Gruppen von größeren Kreuzen gliedern die Gräberfläche auf. Dem gleichen Zweck dient die hainartige Baumbepflanzung von Eichen und Buchen, die sich nach der Mitte des Gräberfeldes auflockert, um hier eine große Lichtung einzurahmen. Nach vier Seiten hin lassen Durchblicke, die von den begrenzenden Wällen aufgefangen werden, die Größe des Friedhofes in Erscheinung treten.

 

 

 

 

Das erste Mal an Frerkings Grab (Mai 2008)
Das erste Mal an Frerkings Grab (Mai 2008)

Hier ruhen unter anderem  Michael Wittmann, der als einziger mit seiner gesamten Panzerbesatzung in einem Mehrfachgrab liegt (normalereise nur Doppelgräber) und der von dem Buch "WN 62" (Hein Severloh) bekannte Oberleutnant Bernhard Frerking. Letzterem stellten wir bei jedem Besuch in Vertretung seines leider inzwischen verstorbenen Freundes Hein Severloh eine Kerze ans Grab oder legen Blumen ab. Auch haben hier viele Verteidiger des WN 62 die letzte Ruhe gefunden.


2009
2009
2011
2011
2012
2012

 

 

Sehr beeindruckt hat uns die Nachricht eines englischen Veteranen am Grab von Michael Wittmann im Jahr 2008. Auf einem der beiden kleinen Holzkreuze stand geschrieben: "In life we are enemy - In remembrance in god we are brothers. RIP Hero". Auch 2009 hat ein früherer Gegner einen Gruß hinterlassen. Ein Indiz für die Versöhnung über den Gräbern.

Wittmanns Kameraden (seine Besatzung)
Wittmanns Kameraden (seine Besatzung)
Wittmanns Grab 2008
Wittmanns Grab 2008

 

Eine dreisprachige Ausstellung im Informationszentrum neben dem Friedhof hebt einzelne Schicksale von amerikanischen, britischen, deutschen und französischen Kriegstoten aus der Masse der weit über 100 000 Opfer der Kämpfe nach der alliierten Landung in der Normandie heraus.

 

Auf einem Computer sind die dem Volksbund zugänglichen Namen und Daten von amerikanischen, britischen, französischen und deutschen Kriegsopfern gespeichert, die auf Soldatenfriedhöfen in der Normandie ruhen. Außerdem kann auch nach den französischen Ziviltoten (Opfer der Kämpfe 1944) recherchiert werden. Mit Hilfe eines leicht zu bedienenden Programms kann sie jeder Besucher abrufen.

 

Das wichtigste Ziel der Ausstellung ist es, Anregungen zum Nachdenken über Krieg und Gewalt zu geben und zum Frieden zu mahnen. Auch deshalb sind Bilder aus aktuellen Konflikten der Welt enthalten.

 

Genau gegenüber dem Eingang des Friedhofes befindet sich ein kleiner Hügel. Seit dem 26. September 1996 stehen dort 21 Ahornbäume - die ersten 21 Bäume des Friedensparks. Genau zwei Jahre später wurde der Park mit nun mittlerweile 1.200 Bäumen eingeweiht. Die Bäume stehen im Abstand von viereinhalb Metern, in Reihen auf drei Hügeln, entlang der

 

1,2 Kilometer langen Zufahrt und im Eingangsbereich des Friedhofes. Jeder Baum wird von drei Stangen gehalten und so gegen die stürmischen Winde der Normandie gesichert. Grüne Schilder am Boden, unmittelbar neben dem Baumstamm, geben Auskunft über Baumnummer und Name des Baumspenders.

Franz Wilden, gefallen beim Rückzug von WN 60.
Franz Wilden, gefallen beim Rückzug von WN 60.
Wahre Worte
Wahre Worte

 

 

 

Auch andere Soldaten der WN 61/62 haben in La Cambe ihre letzte Ruhe gefunden. Hier die von uns entdeckten Gräber:

 


Wilhelm Grass
Wilhelm Grass

… wurde am 6. Juni 1944 auf WN 62 erst verwundet, kurz darauf von einem Projektil tödlich getroffen.

 

Ludwig Schulte
Ludwig Schulte

… gefallen am 6. Juni 1944 auf WN 62.

 

 

Friedrich Schnüll
Friedrich Schnüll

… fiel am 6. Juni 1944 auf WN 61 durch einen Granatvolltreffer.


Valentin Lehrmann
Valentin Lehrmann

… wurde am 6. Juni 1944 auf WN 62 durch einen Lungendurchschuss verwundet und starb am 7. Juni 1944 an den Folgen.

 

 

Quelle der Angaben: Stützpunkt WN 62 – Helmut K. von Keusgen

 

 

 

Ruht in Frieden

 

 

  

Im Verlauf der Invasionskämpfe legte der amerikanische Gräberdienst unweit des Dorfes La Cambe zwei große Gräberfelder mit amerikanischen und deutschen Gefallenen an. Nach 1945 bettete er seine Toten nach dem zum endgültigen Ausbau bestimmten Friedhof Colleville-sur-Mer um, während er gleichzeitig die deutschen Gefallenen von dort nach La Cambe verlegte. So entstanden aus den beiden damals mit Amerikanern und Deutschen belegten Anlagen je ein rein amerikanischer Friedhof in Colleville und ein rein deutsches Gräberfeld bei La Cambe. Der englische und späterhin der französische Gräberdienst nahmen weitere Zubettungen vor. Schließlich war die Anlage bei La Cambe mit 8574 deutschen Toten zu einem der größten provisorischen Soldatenfriedhöfe des Zweiten Weltkrieges geworden.

 

In Auswirkung des im Jahre 1954 zwischen der Bundesregierung und Frankreich geschlossenen Kriegsgräberabkommens wurde beschlossen, unter Zubettung weiterer deutscher Toter die Anlage bei La Cambe zu einem endgültigen deutschen Soldatenfriedhof zu gestalten. Sie bot sich in jeder Weise hierzu an, um so mehr, als die französische Regierung einer Erweiterung bereitwilligst zustimmte, wobei die Gesamtfläche auf 7 Hektar vergrößert wurde.