St. Desir-de-Lisieux
In diesem Gebiet der Normandie, das mit dem Landschaftsnamen „Pays d'Auge“ bezeichnet wird, ist im Verlaufe
des Zweiten Weltkrieges zweimal gekämpft worden: Mitte Juni 1940 drang die deutsche Heeresgruppe B, in Verfolgung der zurückweichenden französischen Armee, über die untere Seine in Richtung auf
die Halbinsel Cotentin und die Bretagne vor; etwa seit dem 20.8.1944 ging, nach Gelingen der Landung der Alliierten in der Normandie und dem Zurückdrücken der deutschen Abwehrfront, die
kanadische 1. Armee zum Angriff gegen die untere Seine vor, an der die deutsche 15. Armee stand, und der auch die Teile der 7. Armee und der 5. Panzer-Armee zustrebten, die sich der Einkesselung
im Raum Falaise-Trun hatten entziehen können. Im Rahmen der sich hierbei entwickelnden schweren Abwehrkämpfe leisteten besonders drei deutsche Divisionen, die am Laufe der Touques von deren
Mündung bis Lisieux und weiter bis Orbec harten, verlustreichen Widerstand, um den Rückzug der übrigen Wehrmachtsteile zu erleichtern und zu stützen. Ein großer Teil der in diesen Kämpfen
gefallenen deutschen Soldaten ruht auf diesem deutschen Soldatenfriedhof St. Désir- de-Lisieux neben solchen, die in der westlichen Picardie sowie in den Luftkämpfen über der Nordsee, dem
Ärmelkanal und über Nordwestfrankreich gefallen sind.
Der britische Gräberdienst bestattete an dieser Stelle 3697 deutsche Gefallene, in unmittelbarer Nachbarschaft des britischen Soldatenfriedhofs, auf dem 597 Tote ruhen. Spätere Zubettungen haben
nicht stattgefunden.Im Rahmen des im Jahre 1954 zwischen der Bundesregierung und Frankreich geschlossenen Kriegsgräberabkommens wurde die Anlage in St. Désir-de-Lisieux dazu bestimmt, neben 5
weiteren (La Cambe, Orglandes, Marigny, Mont de Huisnes und St. André- de-l'Eure) die in der Normandie gefallenen oder verstorbenen deutschen Soldaten aufzunehmen.
Quelle: volksbund.de
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