Winter 2007

 

Vom 01.11.07-04.11.07 ging es wieder in den Hürtgenwald. Diesmal begleiteten mich meine Freundin Melanie und meine Schwester Corinna, nebst Schwager Bastian. Nachdem wir am Vorabend noch das Pokalspiel FC Bayern München gegen meinen VFL Borussia Mönchengladbach in der Allianz-Arena verfolgt hatten, ging es nach nur 4 Stunden Schlaf, morgens um 04.00 Uhr los in Richtung Eifel.

Nach einer wahren Fahrt im Nebel, von Augsburg bis zum Rhein, erreichten wir um 09.00 Uhr die Talschenke in Simonskall. Frau Schade erwartete uns schon mit einem leckeren Frühstück und viel Kaffee. Gestärkt und nach Einnahme des obligatorischen „Kölsch“, ging es los in Richtung Peterberg/Ochsenkopf.

Dort besuchten wir das Soldatengrab, sowie die beiden Gedenksteine und die Bunkerruinen. Weiter ging es in den Buhlert, wo ich sehr überrascht wurde. Die einst versteckten Bunker wurden teilweise von Unterholz und Gestrüpp freigelegt um besser erkannt zu werden. Ob ich mich darüber freuen soll weiß ich nicht, denn wieder sind neue Schmierereien, teilweise leider auch rechtsradikaler Art, an den Bunkern hinzugekommen. Vielleicht sollten sie wirklich versteckt bleiben und nicht das Ziel von uninformierten Wanderern werden, die sich mit einer „Ich war da“- Signatur an diesem traurigen Ort verewigen. Beim Rückweg in Richtung Parkplatz haben wir uns dann ganz obligatorisch verlaufen. Anscheinend muss das so sein, bzw. ich lerne aus alten Fehlern nicht.

So ein Tag im Wald macht müde. Bastian am Ende. So ein Tag im Wald macht müde. Bastian am Ende.

Nach der Rückkehr in die Talschenke und einem leckeren Abendessen, an dieser Stelle möchten wir das „Simonskaller Schnitzel“ auf das wärmste empfehlen, erwarte uns wieder ein Vortrag von Herrn Henkelmann im Nebenzimmer der Talschenke. Von der Landung in der Normandie, über die Operation „Market Garden“ bis schließlich in den Hürtgenwald, ging unsere informative und spannende Zeitreise mit einem „Mann vom Fach“, der auch den drei Newbies den Sachverhalt der zur Schlacht in der Eifel führte, näher brachte. Wenn ihr den Hürtgenwald besucht, bucht unbedingt diesen Informationsabend von Herrn Henkelmann. Dies könnt ihr auch direkt über Frau Schade vom Hotel Talschenke tun. Dieser Vortrag ist ein Muss für jeden der sich für die Geschichte um die „Schlacht im Hürtgenwald“ interessiert. Todmüde fielen wir im Anschluss in unsere Betten, der lange Tag forderte seinen Tribut.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück los in Richtung Belgien und Holland. Dort besuchten wir die amerikanischen Soldatenfriedhöfe bei Henry Chapelle und Margraten. Ein sehr ergreifendes Erlebnis und die endlosen Reihen der Kreuze machen einem das Leid und die Sinnlosigkeit eines Krieges einmal mehr bewusst. Hier liegen auch die gefallenen Soldaten der Kämpfe um den Hürtgenwald, denn kein amerikanischer Soldat sollte auf deutschem Boden beerdigt werden. Auffällig auch die hohe Anzahl von Piloten und Bomberbesatzungen, die ihr Leben bei den Luftoperationen in diesem Gebiet verloren. Was aber besonders auffällt sind die vielen Namen mit deutschem Ursprung. Dies hatte uns Herr Henkelmann aber bereits im Vorfeld erklärt, denn im Hürtgenwald kämpften und starben besonders viele deutschstämmige Amerikaner. Wieder eine traurige Farce dieses Krieges. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stopp bei der Höckerlinie, die von den Amerikanern als Drachenzähne bezeichnet wurde. Bei Lammersdorf ist diese noch teilweise begehbar und es findet sich auch noch ein begehbarer Bunker.

Am nächsten Tag ging es erneut mit der Konejung-Stiftung auf eine „Fahrt in die Vergangenheit“. Achim Konejung und sein Team schafften es ein weiters Mal allen Teilnehmern eine informative, nie langweilige und überaus interessante Zeitreise zu bieten, die uns an den Peterberg, die Mestrenger Mühle und den Kall-Trail, sowie an den deutschen Soldatenfriedhof bei Vossenack und das „Hürtgenwald-Museum führte. Höhepunkt dieses Tages für mich war aber die Nachricht, dass die DVD „You Enter Germany“ endlich käuflich zu erwerben ist und wir sie heute als einer der ersten überhaupt bekommen konnten.

Natürlich sicherte ich mir sofort ein Exemplar dieser unter der Regie von Aribert Weis entstandene DVD. Achim Konejung schreib das Buch dazu. Die Vorfreude auf das Ansehen der DVD machte den Abschied am nächsten Morgen etwas leichter und es ging zurück in Richtung Bayern. Zuhause angekommen führte uns der erste Weg in Richtung DVD-Player und wir waren begeistert von dieser DVD, die wir jedem Interessierten absolut empfehlen können. Auch die Musik von George Villabour und die Stimme von Sprecher Joachim Pukaß fesseln einen zusätzlich. Nur zwei Worte … Unbedingt kaufen!

Dies war unsere Hürtgenwald-Tour 2007 und die nächste Fahrt ist schon in Planung, da sich nun auch meine Freundin für diesen Teil unserer Geschichte mehr als interessiert. Auslöser hierfür waren wohl Bernd Henkelmann und Achim Konejung. Dies bedeutet das sowohl die Konejung-Stiftung, wie auch der Geschichtsverein Hürtgenwald, mehr als gute Arbeit leistet im aktiven Kampf gegen das Vergessen der Opfer und Verhinderung neuer Kriege. Denn wenn damit Interesse, Respekt, Achtung, aber auch Trauer und Anteilnahme geweckt werden, ist das Ziel erreicht. Aktiv gegen das Vergessen – Nie mehr Krieg!