Hürtgen

 

Der Ehrenfriedhof Hürtgen liegt mitten im Hürtgenwald auf dem Gebiet des ehemaligen Minenfeldes "Wilde Sau".

Hier fanden 3001 Kriegstote ihre letzte Ruhe, darunter 2925 deutsche Soldaten, 35 Zivilopfer, 27 Russen, 13 Polen sowie ein Belgier.

 

Der Ehrenfriedhof Hürtgen wurde am 17. August 1952 durch Bundespräsident Theodor Heuss eingeweiht.

 

Er schloss seine bewegende Rede mit den Worten:

 

"Sie waren Menschen wie wir. Aber wenn wir in der Stille an den Kreuzen stehen, vernehmen wir ihre gefasst gewordenen Stimmen: Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe, Friede den Menschen, Friede den Völkern."

 

 

Verena der neuen Informations-Tafel (Quelle: Brase 08/2009) Verena der neuen Informations-Tafel (Quelle: Brase 08/2009)

 

 

 

Friedrich Lengfeld

 

 

Heinrich Brase am Gedenkstein (Quelle: Brase 08/2009) Heinrich Brase am Gedenkstein (Quelle: Brase 08/2009)

 

Am Eingang befindet sich eine Gedenktafel für die besondere Tat eines Menschen - Leutnant Friedrich Lengfeld.

Hubert Gees, Salzkotten, aus seiner damaligen Kompanie berichtet:


Am 12. November 1944, nachdem die Soldaten des 12. US-Infanterie Regiments nachts das Forsthaus Hürtgen wieder eingenommen hatten und es am Vormittag wieder verloren, traf unsere Kompanie ein schwerer Schlag:

Am frühen Vormittag rief ein offenbar schwerverwundeter Amerikaner flehend um Hilfe. Er lag mitten im Minenfeld "Wilde Sau" an der Böschungskante der östlichen Straßenseite, im Niemandsland.

Mein Kompaniechef, Leutnant Lengfeld, schickte mich mit der Weisung zum MG, das vor der minenfreien Gasse sicherte, auf keinen Fall zu schießen, wenn amerikanische Sanitäter zur Bergung des Schwerverwundeten kommen würden. Da die herzzerreißenden Hilferufe nach Stunden noch andauerten, befahl Leutnant Lengfeld unseren Sanitätern, einen Bergungstrupp zu bilden.

Es mag gegen 10.30 Uhr gewesen sein. Leutnant Lengfeld ging an der Spitze des Bergungstrupps auf unserer Straßenseite. Die Straße selbst war mit Panzerminen gesichert, deren Lage relativ gut zu erkennen war. Als Leutnant Lengfeld in Höhe des schwerverwundeten Amerikaners gerade im Begriff war, die Straßenseite zu wechseln, riss ihn eine Schützenmine zu Boden.

In Eile wurde er in unseren Kompaniegefechtsstand zurückgetragen zur "Ersten Hilfe". Zwei talergroße Löcher im Rücken ließen auf schwere innere Verletzungen schließen. Leutnant Lengfeld stöhnte unter starken Schmerzen. Unter Führung eines leichtverletzten Unteroffiziers wurde er sofort zum Verbandsplatz Lukasmühle zurückgetragen. Noch am Abend erlag er seinen schweren Verletzungen auf dem Hauptverbandsplatz in Froitzheim.

Seine letzte Ruhestätte hat er heute auf dem Gemeindefriedhof in Düren-Rölsdorf, Grab-Nr. 38.

 

 

Die gelbe, gestrichelte Linie zeigt die Richtung, aus der Leutnant Lengfeld kam, der Pfeil die ungefähre Stelle an der er verwundet wurde und das Kreuz die Position des verwundeten amerikanischen Soldaten. (Fotoperspektive: vor dem Gedenkstein stehend)