Heimbach-Mariawald

Ab Herbst 1944 lag der Bereich Heimbach nahezu pausenlos im Feuer feindlicher Artillerie. Deutsche Pioniere sprengten daraufhin den Dachreiter der Klosterkirche, der Zielpunkt für den Beschuß gewesen sein soll. Es wurde sogar die Zerstörung der gesamten Klosteranlage in Erwägung gezogen. Verantwortungsbewusste Offiziere haben dies verhindert. Vieles ist dennoch zerstört worden. Am 2. März 1945 besetzten amerikanische Truppen Heimbach.  

 

Von Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 befand sich in Mariawald ein Hauptverbandsplatz, wie in vielen Klöstern während des Krieges. Gefallene und ihren Verwundungen erlegene Soldaten wurden an einem Hang oberhalb des Klosters durch die Ordensgemeinschaft würdevoll bestattet.

 

 

 

1949 wollte man zunächst alle Kriegstoten von Mariawald zum Soldatenfriedhof Gemünd umbetten. Auf Bestreben der Gemeinde Heimbach und des Abtes von Mariawald wurde der Friedhof auf dem klösterlichen Gelände belassen und ausgebaut. 1950 beauftragte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Nordrhein-Westfalen, den Architekten Dr. Orth aus Bensberg mit dem endgültigen Ausbau des Ehrenfriedhofes. Kriegstote wurden u.a. aus den Orten Berg, Eicks, Glehn, Hostel und Sauermühle überführt. Auch die Gefallenen des Soldatenfriedhofes „Schönblick" am damaligen Missionshaus „St. Michael“ in Heimbach, fanden in Mariawald ihre letzte Ruhe.

 

 

414 Tote des Zweiten Weltkrieges ruhen heute auf dem Ehrenfriedhof. Unter den Toten sind auch russische und polnische Soldaten, die in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten. Ein luxemburgischer Gefallener wurde bereits 1946 in die Heimat überführt. Viele der Soldaten waren erst 18 bis 20 Jahre alt. Auch der 16-jährige Junge Semen Dechanow, das 17-jährige Mädchen Lotte Weckmann, die beiden Frauen Hildegard Linka und Rosalia Straten sowie die 19-jährige Russin Nata Hurinewa haben zwischen den Soldaten ihr Grab. Viele dieser Männer, Frauen und Kinder starben im November und Dezember 1944 sowie im Februar 1945. Ein 11 m hohes, auf einem Bruchsteinsockel errichtetes Kreuz aus Eiche und ein Gedenkplatz bilden den Mittelpunkt der Ehrenanlage. Kreuze aus Grauwacke kennzeichnen die Gräber. In die an der Treppe angrenzenden Mauer ist eine Kassette mit dem Gräberverzeichnis eingelassen.

 

 

 

 

Ruht in Frieden

 

 

 

 

An dieser Stelle ein kleiner Tipp für euren Besuch:


Besucht unbedingt im Anschluss das Kloster und probiert die europaweit bekannte Erbsensuppe.


Wirklich sehr lecker!